• Drucken
  • Senden
  • Feedback
24.11.2009
 

Zusatzmittel in Millionenhöhe

Deutschland stockt Afghanistan-Hilfe auf

Afghanistan bekommt in diesem Jahr deutlich mehr Entwicklungshilfe als geplant. Minister Niebel stockte die Mittel um 52 auf 144 Millionen Euro auf. Das Land am Hindukusch soll damit zivile Projekte im Norden unterstützen, wo auch die Bundeswehr stationiert ist.

Berlin - Die neue Bundesregierung will die militärische und die zivile Zusammenarbeit in Afghanistan stärker als bisher verzahnen. Entwicklungsminister Dirk Niebel kündigte am Dienstag in Berlin an, noch in diesem Jahr werde die staatliche Entwicklungshilfe um 52 Millionen auf insgesamt 144 Millionen Euro aufgestockt. Die zusätzlichen Gelder sollen auf zivile Projekte in Nordafghanistan konzentriert werden, wo die Bundeswehr stationiert ist und Aufbauhilfe leistet. Bereits beschlossen ist, die Zahl der dort stationierten Soldaten um 120 auf dann 1000 anzuheben.

Die deutsche Entwicklungspolitik und die Sicherheitszusammenarbeit müssten in dem Land am Hindukusch gemeinsam auftreten, sagte der Liberale. Er teile nicht die Kritik von Hilfsorganisationen an der Vermischung von militärischer und ziviler Hilfe in dem kriegszerrütteten Land. "Es wird keine Militarisierung der deutschen Entwicklungshilfe geben", betonte Niebel. Es werde aber "eine deutliche Verbesserung der Zusammenarbeit" mit der Bundeswehr geben.

Auch Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg plädierte am Dienstag für eine bessere Zusammenarbeit zwischen ziviler und militärischer Hilfe. Dabei sei er sich durchaus bewusst, dass die Entwicklungshelfer die Soldaten eher als Teil des Problems denn als Teil der Lösung ansähen, erklärte der CSU-Politiker. Sie müssten mehr als bisher hinter dem Konzept der Regionalen Wiederaufbauteams (PRT) stehen. Es müsse klarwerden, dass man ein gemeinsames Ziel habe.

Der weitaus größte Teil der Zusatzmittel soll in arbeitsintensive Maßnahmen in der Landwirtschaft oder in den Bau von Straßen und Berufsschulen fließen, um langfristig Beschäftigung und Perspektiven gerade für die junge Bevölkerung zu schaffen.

Niebel erinnerte daran, dass der afghanische Staatspräsident Hamid Karzai für seine zweite Amtszeit ein ambitioniertes Reformprogramm angekündigt hat und die Korruption konsequenter bekämpfen will. Um die afghanische Regierung auf diesem Kurs zu unterstützen, würden die Entwicklungsmittel aufgestockt. "Mit dieser Zusage treten wir in Vorleistung", sagte der Freidemokrat.

Gleichzeitig wird auch die deutsche Hilfe für Pakistan um zehn Millionen Euro erhöht. Dieses Geld soll zur Verbesserung der Regierungsführung im Nachbarland Afghanistans zum Einsatz kommen.

ffr/dpa/AP

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 5467 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
12.04.2010 von ANDIEFUZZICH: Mobat war besser

In Bezug auf das Ausländer raus sind sie sich durchaus einiger, als die bundesrepuplikanische Gesellschaft. Beim Nachlesen ihrer Postings beschleicht mich obendrein der Verdacht, dass sie selber möglicherweise gar nicht vor Ort [...] mehr...

12.04.2010 von nachthai:

Nach dem deutschen Versagen im Norden, einen solchen Beitrag abzudrücken ist deutlich mehr als Realitätsignorant! mehr...

12.04.2010 von archelys: Das Verbrechen ist aus der Sicht der Verbrecher nicht unsinnig

Sie benutzen den Begriff "Unsinn" hier im Sinne unvernünftigen Handelns. Aus der Sicht der Afghanistan-Krieger ist er nicht unsinnig, man verrät uns allerdings den Eigensinn nicht, der ihm zugrunde liegt, weil wir ihn [...] mehr...

12.04.2010 von triztan: ..., darunter auch Kinder und Frauen.

Es gab XX Tote, darunter auch Kinder und Frauen. Ein vermeintlicher Standardsatz. Doch was will er uns sagen? Sind (a) keine Männer gestorben? Oder ist es (b) halb so schlimm, wenn Männer sterben?? In Zeiten der [...] mehr...

12.04.2010 von viceman: "wir" kämpfen nicht für ein

"freies afghanistan" - sie auch nicht! wenn sie was vom aktuellen krieg sehen wollen, dann empfehle ich: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,688532,00.html das ist die freiheit , der frieden ( o.ä. dummschwätz ) [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Ausland
alles zum Thema Bundeswehreinsatz in Afghanistan

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Karzai und Afghanistan

Klicken Sie auf die Stichworte, um mehr zu erfahren

Hamid Karzai

Präsidentschaftswahlen

Isaf-Einsatz

Probleme in Afghanistan

Opium-Wirtschaft

Afghanistan-Krieg






TOP



TOP