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26.11.2009
 

Iran

Behörden ziehen Ebadis Friedensnobelpreis ein

Nobelpreisträgerin Ebadi: Diplom und Medaille vom Iran beschlagnahmt Zur Großansicht
REUTERS

Nobelpreisträgerin Ebadi: Diplom und Medaille vom Iran beschlagnahmt

Iranische Behörden haben den Friedensnobelpreis der Menschenrechtlerin Schirin Ebadi beschlagnahmt. Schon in der Vergangenheit hatte die Preisträgerin oft mit Schikanen ihres Landes zu kämpfen. Die norwegische Regierung ist empört.

Oslo/Teheran - Die iranischen Behörden haben das Diplom und die Medaille der Juristin und Menschenrechtlerin Schirin Ebadi für ihren Friedensnobelpreis 2003 beschlagnahmt. Das bestätigte Norwegens Außenminister Jonas Gahr Støre am Donnerstag in Oslo. Støre ließ Teherans diplomatischen Vertreter einbestellen und protestierte im Namen seiner Regierung.

Ebadi hatte den Friedensnobelpreis für ihre Bemühungen um Demokratie und Menschenrechte in Iran bekommen. Die Anwältin war mehrfach in Haft und hatte auch als Friedensnobelpreisträgerin immer wieder mit Schikanen der Behörden bis hin zur Zwangsschließung ihres Büros zu kämpfen.

Nach den norwegischen Angaben wurde jetzt der komplette Inhalt eines Schließfachs Ebadis in Iran konfisziert, darunter auch die Nobel-Auszeichnungen. Norwegens Außenminister Støre sagte: "Es geschieht zum ersten Mal, dass ein Staat den Friedensnobelpreis beschlagnahmt. Wir sind schockiert und haben nicht das geringste Verständnis dafür." Neben der Medaille und dem Diplom hatte Ebadi 2003 in Oslo auch die Dotierung des Nobelpreises von zehn Millionen Kronen (knapp eine Million Euro) in Empfang genommen.

Sechs Jahre Haft für Regimegegner

Ein iranischer Gegner des Mullah-Regimes in Teheran ist am Donnerstag zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Dem früheren iranischen Industrieminister und stellvertretenden Parlamentspräsidenten Behzad Nabavi war vorgeworfen worden, bei den Demonstrationen nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl vom 12. Juni eine wichtige Rolle gespielt zu haben, berichteten Internetseiten der iranischen Reformbewegung am Donnerstag.

Der ehemalige Minister kam auf Kaution frei und hat die Möglichkeit, in Berufung zu gehen. Der Revolutionsgerichtshof habe ihn verurteilt, weil er sich gegen das islamische Establishment gewandt habe. Er selbst hatte die Umsturz-Vorwürfe jedoch nie eingeräumt.

In der vergangenen Woche war der ehemalige Stellvertreter des früheren Staatspräsidenten Mohammed Chatami, Mohammed-Ali Abtahi zu ebenfalls sechs Jahren Haft verurteilt worden.

luk/AFP/dpa

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Ehrung mit Weltrang - die Nobelpreise

Der Stifter

Mit der Stiftung der Nobelpreise wollte der schwedische Forscher und Großindustrielle Alfred Nobel (1833-1896) einen Konflikt lösen, der sein Leben bestimmte: Der Dynamit-Erfinder konnte nicht verwinden, dass seine Entdeckung für den Krieg genutzt wurde. Als "Wiedergutmachung" vermachte er sein Vermögen einer Stiftung, aus deren Zinsen Preise für jene finanziert werden sollten, die "im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben". Nobel selbst hatte mehr als 350 Patente angemeldet.

Die Auszeichnungen

Die Kategorien

Die Alternativen


Nobelpreise für Friedensinitiativen

Zeichen gen Osten (1971)

Willy Brandt, Bundeskanzler der Jahre 1969 bis 1974, erhielt den Friedensnobelpreis für seine Versöhnungspolitik in Richtung Osten. Das Gewaltverzichtsabkommen mit Moskau und der Warschauer Vertrag bildeten die Grundlagen zur Aussöhnung mit der UdSSR und Polen. Die Bilder von Brandts Kniefall am Mahnmal für die im Warschauer Ghetto ermordeten Juden gingen um die ganze Welt.

Ringen um den Nahen Osten (1978)

Ausgleich zwischen Ost und West (1990)

Friedensabkommen für Nahost (1994)

Hoffnung für Nordirland (1998)

Aussöhnung der Koreas (2000)

Erfolgreicher Vermittler (2002)






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