Mittwoch, 10. Februar 2010

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27.11.2009
 

Iran

Nobelpreisträgerin Ebadi wehrt sich gegen Druck aus Teheran

Iranische Nobelpreisträgerin Schirin Ebadi: "Sie sagen nicht die Wahrheit"
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AFP

Iranische Nobelpreisträgerin Schirin Ebadi: "Sie sagen nicht die Wahrheit"

Bitterer Streit um eine große Ehrung: Teheran dementiert, den Nobelpreis für Schirin Ebadi beschlagnahmt zu haben. Die Iranerin bezichtigt das Regime der Lüge. Ihre Medaille sei entwendet, ihr Konto gesperrt worden. Ebadi erhielt die Auszeichnung für ihr Engagement für Menschenrechte.

London/Teheran - Sie bemüht sich um Demokratie und Menschenrechte in Iran und erhielt dafür den Friedensnobelpreis. Doch um die 2003 verliehene Auszeichnung tobt eine heftige Auseinandersetzung. Iran hat am Freitag bestritten, die Medaille der Menschenrechtlerin "gezielt" beschlagnahmt zu haben, räumte aber ein, dass die Regierung ihr Bankkonto blockiert habe, auf dem das Preisgeld von umgerechnet rund 870.000 Euro liegt.

Bei Ebadi habe eine gerichtliche angeordnete Beschlagnahmeaktion stattgefunden, wie bei Steuerangelegenheiten in Iran üblich, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran am Freitag laut der Nachrichtenagentur Mehr. Er lies offen, was die Behörden genau sichergestellt haben.

Ebadi wehrte sich gegen die Regierung in Teheran. "Sie sagen nicht die Wahrheit", erklärte die Iranerin im britischen Rundfunksender BBC in London. "Sie haben mein Bankkonto gesperrt und meine Pensionszahlungen gestoppt." Dasselbe sei mit dem Konto und der Pension ihres Ehemannes geschehen. Zudem sei sein Bankschließfach ausgeräumt worden, in dem sich ihr Nobelpreis und die Medaille der französischen Ehrenlegion befunden hätten, sagte die 62-Jährige.

"Wenn sich die Islamische Republik über die Veröffentlichung von Menschenrechtsberichten ärgert, sollte sie lieber die Menschenrechtslage verbessern", sagte Ebadi laut der Farsi-sprachigen Website des Radiosenders Farda. "Die iranischen Behörden wollen auf diese Weise Druck auf mich ausüben, aber das wird nicht funktionieren."

Die Anwältin appellierte an Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon, sich von den Menschenrechtsverletzungen in Iran ein Bild zu machen. "Kein iranischer Richter wagt es, meine Klagen zu hören", fügte sie hinzu.

Kampf für Demokratie und Menschenrechte

Der norwegische Außenminister Jonas Gahr Stoere hatte sich am Donnerstag "schockiert" gezeigt. Es sei das erste Mal, dass die Behörden eines Landes einen Friedensnobelpreis beschlagnahmt hätten. Er bestellte den iranischen Vertreter in Oslo ein, um gegen das Vorgehen zu protestieren und seine Besorgnis über das Wohlergeben Ebadis und ihrer Angehörigen auszudrücken.

Ebadi war mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden, mit dem ihr Kampf für Demokratie und Menschenrechte im Iran gewürdigt wurde. Die Anwältin war mehrfach in Haft und musste auch als Friedensnobelpreisträgerin immer wieder mit Schikanen der Behörden bis hin zur Zwangsschließung ihres Büros kämpfen.

Ebadi, die sich seit Jahren viel im Ausland aufhält, war seit den Unruhen nach der umstrittenen Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad am 12. Juni nicht mehr in ihrer Heimat. Sie muss fürchten, wegen ihrer strikten Gegnerschaft zu Ahmadinedschad bei ihrer Einreise wieder verhaftet zu werden.

kgp/dpa/AFP

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EHRUNG MIT WELTRANG - DIE NOBELPREISE

Der Stifter

Mit der Stiftung der Nobelpreise wollte der schwedische Forscher und Großindustrielle Alfred Nobel (1833-1896) einen Konflikt lösen, der sein Leben bestimmte: Der Dynamit-Erfinder konnte nicht verwinden, dass seine Entdeckung für den Krieg genutzt wurde. Als "Wiedergutmachung" vermachte er sein Vermögen einer Stiftung, aus deren Zinsen Preise für jene finanziert werden sollten, die "im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben". Nobel selbst hatte mehr als 350 Patente angemeldet.

Die Auszeichnungen

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NOBELPREISE FÜR FRIEDENSINITIATIVEN

Zeichen gen Osten (1971)

Willy Brandt, Bundeskanzler der Jahre 1969 bis 1974, erhielt den Friedensnobelpreis für seine Versöhnungspolitik in Richtung Osten. Das Gewaltverzichtsabkommen mit Moskau und der Warschauer Vertrag bildeten die Grundlagen zur Aussöhnung mit der UdSSR und Polen. Die Bilder von Brandts Kniefall am Mahnmal für die im Warschauer Ghetto ermordeten Juden gingen um die ganze Welt.

Ringen um den Nahen Osten (1978)

Ausgleich zwischen Ost und West (1990)

Friedensabkommen für Nahost (1994)

Hoffnung für Nordirland (1998)

Aussöhnung der Koreas (2000)

Erfolgreicher Vermittler (2002)










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