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01.12.2009
 

Afghanistan-Einsatz

Obama gehen die Verbündeten von der Fahne

Von Benjamin Bidder, Michael Braun, Matthias Gebauer, Jan Puhl, Gregor Peter Schmitz, Stefan Simons und Carsten Volkery

Royal Marines in der Provinz Helmand: Unterstützung für Einsatz dramatisch eingebrochenZur Großansicht
REUTERS

Royal Marines in der Provinz Helmand: Unterstützung für Einsatz dramatisch eingebrochen

US-Präsident Barack Obama fordert von seinen Alliierten, bis zu 10.000 zusätzliche Soldaten nach Afghanistan zu schicken. Doch das Engagement für den Einsatz am Hindukusch nimmt bei den Nato-Staaten rapide ab. SPIEGEL ONLINE analysiert die Stimmung in den wichtigsten Partnerländern.

Wenn Barack Obama am Dienstagabend Ortszeit in der US-Kaderschmiede Westpoint die lang erwartete Truppenaufstockung für Afghanistan verkündet, wird er nicht nur dem als korrupt geltenden afghanischen Präsidenten Hamid Karzai ins Gewissen reden. Auch seine westlichen Alliierten wird der US-Präsident dann noch einmal ins Gebet nehmen: Bis zu 10.000 zusätzliche Soldaten will er von den anderen Mitgliedern der Isaf-Schutztruppe fordern - zusätzlich zu den 30.000 Mann Verstärkung, die die USA selbst schicken wollen. Schon für Freitag erwarte er, dass die Nato eine "signifikante Zahl" neuer Truppen für Afghanistan ankündigt, sagte ein hochrangiges Mitglied der US-Administration noch am Dienstag.

Besonders Europa hat das Weiße Haus dabei im Blick. Doch schnellen auf dieser Seite des Atlantiks die Finger der Freiwilligen nicht gerade in die Höhe. Der inzwischen ins neunte Jahr gehende Afghanistan-Einsatz ist in den meisten Ländern zutiefst unpopulär. Die Mehrheit der Europäer will nicht noch mehr Soldaten an den Hindukusch schicken, sondern sehnt sich nach Abzug. Selbst die militärverliebten Briten würden Umfragen zufolge ihre Truppen am liebsten bald heimholen. Das dämpft die Bereitschaft der europäischen Regierungschefs, sich für die neue US-Strategie zu engagieren.

Diplomaten halten Obamas Wunsch nach bis zu 10.000 zusätzlichen Mann daher für reichlich ambitioniert. Bislang sieht es so aus, als komme mit Glück die Hälfte davon zusammen. Selbst der britische Premierminister Gordon Brown, der mit gutem Beispiel voranging, hat bloß 500 Soldaten angeboten. Zu den weiteren Willigen zählen Spanien, Italien, Polen, die Slowakei, die Türkei, Georgien sowie außerhalb Europas Südkorea.

Es handelt sich jedoch in der Regel eher um kleinere Beiträge, addiert ergeben sie nicht mehr als ein paar tausend - eine magere Ausbeute neben den 30.000 GIs. Obama dürfte das kaum reichen, denn er steht daheim unter starkem Druck. Es könne nicht angehen, dass die Welt zuschaue, wie das amerikanische Militär in Afghanistan die ganze Arbeit mache, schimpfte der unabhängige Senator Bernie Sanders noch am Wochenende. Derzeit stehen in Afghanistan 68.000 Amerikaner und 42.000 Soldaten der übrigen 42 Isaf-Nationen.

Viele Politiker sind nicht bereit, den hohen innenpolitischen Preis für die Ausweitung der ungeliebten Auslandsmission zu zahlen. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy winkt bislang ab, auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hält sich bedeckt. Die Niederländer denken sogar bereits über den Abzug nach - ebenso wie die Kanadier, deren Premier Stephen Harper am Wochenende das angepeilte Abzugsdatum 2011 noch einmal bekräftigte.

Zum Leidwesen der Nato-Partner wird das Thema nicht von allein verschwinden: Am Donnerstag beraten die Nato-Außenminister in Brüssel über Afghanistan. Dort werden die USA, unterstützt von Großbritannien, ihren Appell wiederholen. Spätestens bis zur Truppenstellerkonferenz in London am 28. Januar sollen die Angebote stehen. Die Berliner Koalition wird dann auch Farbe bekennen müssen. Intern wird bereits eine deutliche Ausweitung des Bundeswehr-Mandats erwogen - auch wenn Merkel eine Zusage so lange wie möglich hinauszögern möchte.

SPIEGEL ONLINE analysiert, wie Obamas Truppenforderung bei den Nato-Partnern aufgenommen wird:

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Die neuesten Beiträge:
12.04.2010 von ANDIEFUZZICH: Mobat war besser

In Bezug auf das Ausländer raus sind sie sich durchaus einiger, als die bundesrepuplikanische Gesellschaft. Beim Nachlesen ihrer Postings beschleicht mich obendrein der Verdacht, dass sie selber möglicherweise gar nicht vor Ort [...] mehr...

12.04.2010 von nachthai:

Nach dem deutschen Versagen im Norden, einen solchen Beitrag abzudrücken ist deutlich mehr als Realitätsignorant! mehr...

12.04.2010 von archelys: Das Verbrechen ist aus der Sicht der Verbrecher nicht unsinnig

Sie benutzen den Begriff "Unsinn" hier im Sinne unvernünftigen Handelns. Aus der Sicht der Afghanistan-Krieger ist er nicht unsinnig, man verrät uns allerdings den Eigensinn nicht, der ihm zugrunde liegt, weil wir ihn [...] mehr...

12.04.2010 von triztan: ..., darunter auch Kinder und Frauen.

Es gab XX Tote, darunter auch Kinder und Frauen. Ein vermeintlicher Standardsatz. Doch was will er uns sagen? Sind (a) keine Männer gestorben? Oder ist es (b) halb so schlimm, wenn Männer sterben?? In Zeiten der [...] mehr...

12.04.2010 von viceman: "wir" kämpfen nicht für ein

"freies afghanistan" - sie auch nicht! wenn sie was vom aktuellen krieg sehen wollen, dann empfehle ich: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,688532,00.html das ist die freiheit , der frieden ( o.ä. dummschwätz ) [...] mehr...

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