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02.12.2009
 

Neue Strategie

US-Militärchefs warnen vor Scheitern in Afghanistan

US-Soldaten im Einsatz in Afghanistan: Abzug tatsächlich ab 2011?Zur Großansicht
AP

US-Soldaten im Einsatz in Afghanistan: Abzug tatsächlich ab 2011?

Erst die Taliban, dann al-Qaida: So düster sieht die US-Militärführung die Zukunft Afghanistans, wenn die neue Strategie am Hindukusch versagt. Der angepeilte Abzug der Truppen ab 2011 wird laut Verteidigungsminister Gates nur im Erfolgsfall erfolgen.

Washington - Der von US-Präsident Barack Obama angepeilte Truppenabzug aus Afghanistan von 2011 an steht nach den Worten von Verteidigungsminister Robert Gates nicht unverrückbar fest. Im Dezember kommenden Jahres werde die am Dienstag von Obama verkündete neue Strategie auf den Prüfstand gestellt, sagte Gates am Mittwoch vor einem Senatsausschuss. Dann erst werde entschieden, ob es beim geplanten Abzugsbeginn im Sommer 2011 bleibe. "Der Präsident hat als Oberbefehlshaber immer die Option, seine Entscheidung anzupassen."

Die US-Militärführung warnte derweil eindringlich vor einem Scheitern der neuen Strategie. Gewinne man im Krieg am Hindukusch nicht die Oberhand, drohe eine "Machtübernahme der Taliban", sagte Gates.

Generalstabschef Admiral Michael Mullen betonte während derselben Anhörung, sollten die Taliban wieder in Afghanistan das Sagen haben, werde das Terrornetzwerk al-Qaida schnell folgen. Die Taliban hätten bereits in vielen Provinzen Schattenregierungen etabliert. Wer eine Rückkehr al-Qaidas ausschließe, "ignoriert die jüngste Vergangenheit und die Beweise, die vor uns liegen". "Die Kosten eines Scheitern wären erheblich", betonte der Generalstabschef.

US-Außenministerin Hillary Clinton warnte ebenfalls vor einem weiteren Erstarken radikaler Kräfte am Hindukusch. Sie seien in der Lage, "eine gesamte Region ins Chaos zu stürzen", sagte sie während der Anhörung vor dem Streitkräfteausschuss des Senats. Die Ministerin verteidigte überdies die Entscheidung Obamas, auch ein Abzugsdatum anzupeilen. Dadurch werde der afghanischen Regierung die Dringlichkeit von Reformen deutlich gemacht, sagte sie.

Präsident Obama hatte die Entsendung von 30.000 zusätzlichen Soldaten nach Afghanistan bis Sommer nächsten Jahres verkündet, um die Taliban und al-Qaida zurückzuschlagen und afghanische Sicherheitskräfte schneller als bisher auszubilden. Die US-Verbündeten wollen sich mit mindestens 5000 Mann an der Truppenaufstockung beteiligen. Bereits in 18 Monaten soll die Strategie greifen und dann der Abzug der ersten Truppenkontingente eingeleitet werden - theoretisch jedenfalls.

Die Taliban zeigten sich unbeeindruckt. Die Extremisten schrieben in einer Erklärung: "Die Aufstockung der US-Soldaten wird keinerlei Auswirkung haben. Stattdessen wird sie den Mudschahidin eine noch bessere Gelegenheit geben, ihre Angriffe zu verstärken und die ohnehin schon angeschlagene US-Wirtschaft zusätzlich erschüttern."

Der Oberbefehlshaber der internationalen Truppen, US-General Stanley McChrystal, zeigte sich zufrieden. Obama habe ihn mit einer "klaren militärischen Mission sowie den notwendigen Ressourcen" ausgestattet, um die Aufgaben in Afghanistan erfüllen zu können, sagte McChrystal in Kabul.

ffr/dpa/Reuters

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