Nairobi - Der Chef der Militärjunta im westafrikanischen Guinea, Hauptmann Moussa Dadis Camara, ist bei einem Attentat verletzt worden. Sein Leben sei aber nicht in Gefahr, sagte Informationsminister Idrissa Cherif im staatlichen Fernsehen. Die Militärregierung habe die Lage im Land unter Kontrolle. Camara sei nach Marokko geflogen worden, wo seine Schussverletzungen behandelt würden, hieß es. In Guinea kursierten Spekulationen, der auch von der Bundeswehr ausgebildete Camara sei wesentlich schwerer verletzt worden als Regierungsvertreter zugegeben haben.
Das Attentat war am Donnerstagabend verübt worden. Unmittelbar danach war ein Angebot des Nachbarlandes Senegal, Camara auszufliegen, noch als unnötig zurückgewiesen worden. Am Freitag berichteten örtliche Medien, der Flug nach Rabat sei eine "Vorsichtsmaßnahme", um Knochenfragmente aus einer "oberflächlichen Wunde" zu entfernen. Es ist das erste Mal seit dem Putsch vor elf Monaten, dass Camara Guinea verlässt.
Der britische Rundfunksender BBC berichtete, Mitglieder der Präsidentengarde hätten vor dem Flughafen der Hauptstadt Conakry Stellung bezogen. Auch Straßensperren seien errichtet worden. Vermutlich dauerte die Suche nach dem angeblichen Drahtzieher des Attentats, Camaras Adjutant Aboubacar Toumba Diakite, an. Zunächst war von einer Festnahme Diakites die Rede gewesen.
Lage in Guinea angespannt
Camara hat sich seit dem Attentatsversuch nicht in der Öffentlichkeit gezeigt. Auch im staatlichen Fernsehen gab es keine Bilder, die Hinweise auf seinen Gesundheitszustand geben konnten. Der Fallschirmjäger Camara hatte vor elf Monaten nach dem Tod von Präsident Lansana Conte die Macht in dem westafrikanischen Staat übernommen.
Camaras Adjutant Diakite soll auch für die blutige Niederschlagung einer Kundgebung von Oppositionellen Ende September verantwortlich sein. Damals waren nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen mehr als 150 Menschen getötet worden. Die Uno hat eine Untersuchung des Massakers begonnen. Seit dem Blutbad der Sicherheitskräfte gilt die Lage in Guinea, wo Ende Januar ein neuer Präsident gewählt werden soll, als angespannt.
amz/dpa/AFP
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