Oslo/Kabul - "Die Uno hat versagt." Mit diesen bitteren Worten kommentierte der stellvertretende Uno-Sonderbeauftragte Peter Galbraith im Oktober im SPIEGEL die Wahlfälschungen in Afghanistan nach der Abstimmung am 20. August. Galbraith musste von seinem Posten bei den Vereinten Nationen zurücktreten. Nun geht auch sein früherer Chef Kai Eide.
Von einem Rücktritt will er aber nicht sprechen. In einer Mitteilung der Uno-Mission in Afghanistan hieß es am Freitag, der Norweger habe keine Absicht, seinen Vertrag nach zwei Jahren zu verlängern. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte nur, es habe "keine Dramen" gegeben. Die Amtszeit des Norwegers ende regulär im März 2010.
Eide hatte das Amt im März 2008 übernommen. Er wurde nach der von Betrug überbeschatteten Präsidentschaftswahl in Afghanistan am 20. August dieses Jahres ebenfalls heftig kritisiert. Ihm wurde vorgeworfen, die Manipulationen bei der umstrittenen Abstimmung verharmlost zu haben.
Stellvertreter Galbraith merkte dazu im SPIEGEL an, noch am 29. September habe Eide dem Uno-Sicherheitsrat nur mitgeteilt, es habe "Betrügereien von Offiziellen, Kandidaten und deren Unterstützern sowie Regierungsmitarbeitern" gegeben. Dann habe er die positiven Aspekte des Wahlprozesses betont. "Aus dieser Erklärung konnte niemand schließen, dass der Betrug derart massiv war, dass er vor allem einem Kandidaten half und dass er zur größten politischen Krise Afghanistans führte, seit US-Truppen 2001 die Taliban von der Macht vertrieben", schrieb Galbraith.
kgp/dpa/AP/AFP
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