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20.12.2009
 

Keine EU-Visumspflicht mehr

Balkanstaaten feiern, Türkei mault

Mazedonier feiern Freitagnacht in der Hauptstadt Skopje das Ende der VisumspflichtZur Großansicht
AP

Mazedonier feiern Freitagnacht in der Hauptstadt Skopje das Ende der Visumspflicht

Die Bürger von Serbien, Mazedonien und Montenegro brauchen seit Samstag kein Visum mehr für die Europäische Union. Serbien hat zudem die EU-Mitgliedschaft beantragt. Kritik kam aus der Türkei: Dort will man sich mit der Benachteiligung gegenüber den Balkanstaaten nicht zufrieden geben.

Belgrad - Freie Einreise für Serben, Mazedonier und Montenegriner: Seit Samstag können die Bürger der Balkanstaaten ohne Visum in die Europäische Union reisen. Die drei Balkanländer zählten in der Nacht den Countdown zum Wegfall der Visumspflicht und feierten ausgelassen. Als es den Vielvölkerstaat Jugoslawien noch gab, genossen alle Bürger Reisefreiheit in die EU. Nach der Auflösung des Landes 1991 und den Balkankriegen der folgenden Jahre wurde jedoch eine Visumspflicht eingeführt, die im Falle von Serbien, Mazedonien und Montenegro fast 20 Jahre lang galt.

Der serbische Staatspräsident Boris Tadic und Ministerpräsident Mirko Cvetkovic teilten in Belgrad mit, Serbien habe zudem einen Aufnahmeantrag in die EU gestellt. Montenegro und Mazedonien sind bereits Beitrittskandidaten. Der schwedische Außenminister Carl Bildt, dessen Land derzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat, bestätigte in Stockholm den Aufnahmeantrag Belgrads und sprach von einem "historischen und wichtigen Schritt für Serbien". Er erwarte, dass Tadic am Dienstag dem schwedischen Ministerpräsidenten Fredrik Reinfeldt den Antrag offiziell übergebe, schrieb Bildt in seinem Blog. Der Wunsch Belgrads nach Aufnahme in die EU war lange blockiert, weil die Regierung nicht alle vom UN-Tribunal in Den Haag gesuchten Kriegsverbrecher verhaftet hat.

Kritik kam indes aus der Türkei. Es sei inakzeptabel, dass die Visumspflicht für die Schengenzone für bestimmte Balkanländer, aber nicht für die Türkei aufgehoben worden sei, sagte Außenminister Ahmet Davutoglu am Samstag. Diese seien auf dem Weg zu einer EU-Mitgliedschaft längst nicht so weit wie die Türkei. Die EU verhandelt bereits seit 2005 mit der Türkei über einen Beitritt.

hpi/ap/rtr

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