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22.12.2009
 

Atomstreit

USA drohen Iran mit neuen Sanktionen

US-Regierungssprecher Robert Gibbs: "Pläne für die nächste Phase"Zur Großansicht
AP

US-Regierungssprecher Robert Gibbs: "Pläne für die nächste Phase"

Die USA haben umgehend auf Irans Erklärung reagiert, sich nicht an das zum Jahresende ablaufende Ultimatum im Atomstreit halten zu wollen - das Weiße Haus hat nach eigenen Worten neue Sanktionsschritte gegen Teheran eingeleitet.

Teheran/Washington - Iran stehen im Atomstreit neue Sanktionen ins Haus. Die USA haben nach Angaben des Präsidialamts neue Schritte für den Fall vorbereitet, dass die Islamische Republik eine Frist für die Anreicherung von Uran im Ausland verstreichen lässt.

Regierungssprecher Robert Gibbs reagierte am Dienstag

auf Äußerungen des iranischen Staatschefs Mahmud Ahmadinedschad, dass sich sein Land nicht an die zum Jahresende auslaufende Frist gebunden fühlt. Im Gegensatz zu Ahmadinedschad nehme die internationale Gemeinschaft das Ultimatum ernst, sagte Gibbs in Washington. Das Weiße Haus habe vor Wochen bereits "mit Plänen für die nächste Phase begonnen", sagte Gibbs. Man habe darüber auch schon mit anderen Ländern gesprochen, sagte Gibbs vor Journalisten. Präsident Barack Obama habe diese Frage bei seinem Besuch in Peking im November angesprochen.

Ahmadinedschad realisiere nicht, dass die Zeit für Iran im Atomstreit auslaufe. "Aber es handelt sich um eine sehr ernste Frist der internationalen Gemeinschaft." Iran müsse seinen Verpflichtungen nachkommen.

Ahmadinedschad hatte sich zuvor gegen Vorwürfe gewandt, sein Land plane den Bau einer Atombombe. Derartige Vorwürfe würden "bei uns und unserer Nation Brechreiz" auslösen, sagte Ahmadinedschad. "Wenn Iran eine Bombe bauen wollte, "dann wären wir mutig genug, das zu sagen". Der Westen könne Iran so viele Fristen setzen, wie er wolle, "uns ist das egal", sagte der Staatschef in der südiranischen Stadt Schiras.

In der vergangenen Woche waren erneut Gerüchte auf der Grundlage angeblicher geheimer Unterlagen aufgekommen, Iran plane den Bau einer Nuklearwaffe im Zeitraum von vier Jahren. Der Westen wirft Iran vor, seine Urananreicherung für den Bau von Atomwaffen nutzen zu wollen.

In Iran verschärft sich unterdessen der Konflikt zwischen den Machthabern und Regierungskritikern: Der oppositionelle iranische Ajatollah Jusuf Sanei ist nach Angaben von Reformern in seinem Haus in der heiligen Stadt Ghom angegriffen worden. Die Internetseite Norooz meldete am Dienstag, die in Zivil gekleideten Angreifer hätten den Geistlichen beschimpft und einige seiner Mitarbeiter geschlagen. Der Zwischenfall ereignete sich einen Tag nach der Beisetzung des reformorientierten Großajatollahs Hossein Ali Montaseri, die die Opposition zu einer Demonstration der Stärke genutzt.

Am Dienstagmorgen demonstrierten nach einer Meldung der halbamtlichen Nachrichtenagentur Fars regimetreue Theologiestudent gegen die "Entweihung von Heiligtümern" während des Trauerzugs für Montaseri. Ihre Demonstration endete vor dem Haus Saneis. Es war unklar, ob es einen Zusammenhang mit dem Angriff auf das Anwesen des Geistlichen gab.

Die Trauerfeiern für Montaseri waren von Krawallen begleitet. So musste der Gottesdienst für den am Samstag verstorbenen Ajatollah infolge von Störungen abgebrochen werden, wie es auf Websites der Opposition hieß. Montaseris Sohn teilte unterdessen mit, Gedenkgottesdienste am dritten und siebenten Tag der Trauer für seinen Vater seien aus Sicherheitsgründen abgesagt worden.

hen/Reuters/dpa

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Die neuesten Beiträge:
23.02.2010 von Michael Schnarch:

Das Geschäft wird derzeit nicht realisiert. Weder steht die Finanzierung noch will Österreich Konflikte mit den USA. mehr...

23.02.2010 von thesprotios: USA neue Fronten für den Weltfrieden

Das szenario ist schon längst auf Papier gedruckt meine Damen und Herren mit einem Militär Schlag der USA is in den Kommenden Jahren zu rechnen deshalb beeilt sich Iran mit der anreicherung der gantze Prozess geht darauf hinaus.. [...] mehr...

23.02.2010 von guylux: Österreich

Aber , aber , Herr Schnarch , das ist doch Peanuts gegenüber dem Riesenprojekt Österreichs ( 22 Billionen Euro ) mit dem Iran zwecks Öl-und Gasförderung . mehr...

23.02.2010 von Michael Schnarch:

Wer auf dem Misthaufen der eigenen unsäglich furchtbaren Geschichte sitzt, sollte bei der Beurteilung der Geschichte anderer Völker weniger arrogant sein. mehr...

23.02.2010 von Ben Yona Franklin:

Obama hat es verstanden ; es gibt nur eine Alternative fuer seine Presidentschaft.... "The United States warned Iran on Tuesday that "time and patience is running out" with its nuclear program, saying Tehran had [...] mehr...

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Irans Atomprogramm

Streit

AP
Iran unterzeichnete 1968 den Sperrvertrag für Atomwaffen . Dieser erlaubt die zivile Nutzung von Nuklearenergie und die dafür notwendige Forschung einschließlich der Urananreicherung .

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags; sie erstellt regelmäßig Berichte über das iranische Atomprogramm .

Der Uno-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1696 vom 31. Juli 2006 Iran erstmals aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen; Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag.

Als Vermittler tritt seit einigen Jahren auch die "EU-Troika" auf, bestehend aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

Anlagen

Geschichte

Sanktionen

Nahost

Personen

Der Verhandlungspoker um die Urananreicherung


Republik Iran

Land

REUTERS
Die Islamische Republik Iran ist mit einer Fläche von rund 1,7 Millionen Quadratkilometern fünfmal so groß wie Deutschland. Das Land besitzt nach Russland die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt, beim Erdöl steht Iran auf Platz drei und ist derzeit nach Saudi-Arabien der größte Produzent innerhalb der Opec.

Politik

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Chronik

Aufstieg von Mohammed Resa

AFP
Im Zweiten Weltkrieg gilt der monarchische Staat Iran als Freund der Achsenmächte. Britische und sowjetische Truppen besetzen daher 1941 das Land. Resa Schah muss abdanken. Die Alliierten inthronisieren seinen Sohn Mohammed Resa . Wegen seiner proamerikanischen Reformpolitik gerät der Schah erstmals 1963 in die Kritik von Ajatollah Ruhollah Chomeini, einem damals hochrangigen religiösen Führer, den die Regierung ein Jahr später in die Türkei abschiebt. Chomeini geht schließlich in den Irak. Dort bleibt er 13 Jahre und entwickelt er das Staatsmodell des islamischen Staates. Mit seiner repressiven Politik und seinem dekadenten Herrschaftsstil bringt der Schah eine wachsende Opposition aus sehr unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Schichten gegen sich auf.

Ajatollah Chomeini und die islamische Revolution

Phase der Islamisierung

Vom Reformer Chatami zum Hardliner Ahmadinedschad




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