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23.12.2009
 

Neue Proteste in Iran

Polizei attackiert Demonstranten mit Tränengas

Neue Übergriffe bei einer Trauerfeier für Großajatollah Montaseri, den Mentor der Opposition: Die Polizei versuchte die Gedenkveranstaltung zu sprengen. Bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen in Isfahan soll es viele Verletzte und Festnahmen gegeben haben.

Teheran - Zwischen Polizei und Oppositionellen ist es in Iran erneut zu Zusammenstößen gekommen. Regimekritische Internetseiten berichteten von Auseinandersetzungen in der zentraliranischen Stadt Isfahan bei einer Trauerfeier für den am Wochenende gestorbenen Großajatollah Hossein Ali Montaseri. Die Polizei versuchte laut der Website Rahesabs, die Gedenkveranstaltung aufzulösen. Die Beamten hätten Tränengas eingesetzt, um die Demonstranten zu zerstreuen. Nach unbestätigten Angaben gab es mehrere Verletzte. Rund 50 Menschen sollen der Website Parlemannews zufolge verhaftet worden sein. Unter ihnen seien vier iranische Journalisten.

Auch in Montaseris Heimatstadt Nadschafabad soll es zu Ausschreitungen gekommen sein. Dort dauerten die sporadischen Auseinandersetzungen seit Dienstagabend an, berichtete die kritische Internetseite Jaras. Die Situation in der Stadt sei gespannt. Die Menschen riefen Parolen gegen die Regierung. Eine Überprüfung der Berichte durch unabhängige Quellen war nicht möglich, weil ausländischen Journalisten die direkte Berichterstattung verboten ist.

Bereits am Montag waren Hunderttausende zu der Trauerfeier für Montaseri in die heilige Stadt Ghom geströmt. Aus dem Trauer- wurde ein Protestmarsch. Doch die Demonstranten wurden prompt von Regimetreuen gestört. Rund 2000 Gegner des verstorbenen Regimekritikers störten den Trauergottesdienst in der Pilgerstadt Ghom derart, dass er abgebrochen werden musste.

Die den Reformkräften nahestehende Website Kaleme meldete zudem einen Angriff auf den Wagen des Oppositionsführers Hossein Mussawi. Einer seiner Begleiter sei von in Zivil gekleideten Motorradfahrern verletzt worden. Die Heckscheibe des Autos sei zu Bruch gegangen. Der Angriff habe sich auf der Rückfahrt von Ghom ereignet.

Am Dienstag wurde Mussawi von seinem Posten als Leiter des iranischen Kunstinstituts entlassen. Er war bei den Präsidentenwahlen im vergangenen Juni gegen Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad angetreten und gilt seitdem als Kopf der oppositionellen "grünen" Bewegung.

Der Chef der iranischen Polizei, Esmail Ahmadi-Moqadam, kündigte ein entschiedenes Vorgehen der Sicherheitskräfte an, falls die Proteste weitergingen. Auch der als Anhänger Ahmadinedschads geltende Großajatollah Hossein Nouri-Hamedani richtete eine Warnung an die Regimegegner. Es gebe keine größere Sünde, als den Feinden des Islam freie Fahrt zu geben. "Es gibt ebenso keine größere Sünde als Beziehungen zu Feinden des Islam zu unterhalten wie zu Obamas, Sarkozys und Merkels", sagte der Geistliche.

Montaseri als Mentor der Reformbewegung

In den vergangenen Monaten war der nun verstorbene Montaseri zum Mentor der iranischen Reformbewegung geworden - die seinen Tod zum Anlass nahm, ihren Zorn erneut auf die Straße zu tragen. Die Oppositionellen protestierten in Ghom heftig gegen die herrschende Elite und zeigten damit, dass sie offensichtlich neue Kraft gewonnen hat. Bereits Anfang Dezember gab es bei Demonstrationen viele Verletzte - das Regime kündigte an, mit "gnadenloser Härte" gegen sie vorzugehen.

Der 87-jährige Montaseri war nicht nur einer der bedeutendsten Geistlichen des schiitischen Islams - er war auch ein scharfer Kritiker von Präsident Ahmadinedschad. Nach den umstrittenen Wahlen vom 12. Juni hatte Montaseri öffentlich den Wahlsieg Ahmadinedschads angezweifelt.

Trotz Vorwürfen der Wahlfälschung hatte sich Ahmadinedschad damals zum Sieger erklärt. Die anschließenden Straßenschlachten markierten die schlimmste Gewalt in dem islamischen Gottesstaat seit der Revolution vor 30 Jahren - Sicherheitskräfte hatten Massenproteste gegen den Präsidenten brutal niedergeknüppelt. Angaben über die Zahl der Toten schwanken zwischen mehr als 70 und etwa halb so vielen. Tausende Menschen wurden festgenommen, fünf von ihnen zum Tode verurteilt.

kgp/dpa/AFP/Reuters

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Das stimmt nicht. Wir wollen unsere iranische orientalische alte Gesellschaft und deren Verhältnisse in allen Spähren von da sie seit Jahrhunderten sich befinden, aber jetzt die Machtkonstellation im Iran herrschend bestimmen, [...] mehr...

18.02.2010 von G. Henning:

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