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24.12.2009
 

Terror gegen schiitische Pilger

Viele Tote bei Anschlägen im Irak

Schiiten strömen im Irak zu Tausenden zum Aschura-Fest - und geraten dabei offensichtlich ins Visier sunnitischer Extremisten. Bei einer Anschlagsserie kamen an diesem Donnerstag mindestens 25 Menschen ums Leben.

Bagdad - Wenige Tage vor Beginn des schiitischen Aschura-Festes haben Extremisten im Irak den Terror gegen die größte Religionsgruppe im Land verstärkt. Bei blutigen Bombenanschlägen in Bagdad, Hilla und Kerbela wurden am Donnerstag mindestens 25 Menschen getötet und mehr als hundert weitere verletzt. Ziel waren offenbar schiitische Pilger.

Auf einem Bus- und Taxibahnhof in Hilla hundert Kilometer südlich von Bagdad explodierten gleichzeitig eine Autobombe und ein Sprengsatz. Mindestens 15 Menschen starben irakischen Sicherheitskreisen zufolge, 75 weitere wurden verletzt. Unter den Opfern waren vor allem schiitische Pilger, die sich schon auf dem Weg zum südirakischen Heiligtum Kerbela befunden hatten, allerdings auch ein hochrangiger Polizeioffizier, zwei seiner Beamten und ein örtlicher Funktionär der Dawa-Partei von Ministerpräsident Nuri al-Maliki.

Bei zwei Anschlägen auf schiitische Begräbnisse in den Bagdader Stadtteilen Safaranija und Sadr-City wurden der Nachrichtenagentur Aswat al-Irak zufolge acht Menschen getötet und 30 weitere verletzt . In Kerbela hundert Kilometer südlich von Bagdad starben bei zwei Explosionen zwei Menschen, 13 weitere wurden verletzt. Die Sicherheitskräfte entschärften neun Bomben, die entlang der nach Bagdad führenden Straße versteckt waren.

Das Aschura-Fest erinnert an den Tod des Propheten-Enkels Hussein in der Schlacht von Kerbela im Jahr 680. Die Schiiten verehren ihn als Märtyrer ihrer Glaubensrichtung. Zu dem Fest am zehnten Tag des Monats Muharrem veranstalten sie große Prozessionen zu ihren Heiligtümern. Dabei geißeln sich viele selbst, um das Martyrium Husseins nachzuempfinden. Im Irak wurden die religiösen Prozessionen in den Jahren nach dem US-Einmarsch 2003 immer wieder zu Zielen von blutigen Anschlägen sunnitischer Extremisten.

Im nordirakischen Mossul erschossen am Donnerstag Unbekannte zwei Männer, unter ihnen einen Christen, dem sie vor einem Medizinlabor auflauerten, in dem er arbeitete. In der nördlichen Erdölstadt Kirkuk überfielen Aufständische einen Kontrollpunkt und töteten dabei zwei Angehörige der proamerikanischen Sahwa-Miliz. Drei weitere Milizionäre erlitten der Polizei zufolge Verletzungen.

plö/dpa

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