Kabul - Militärische Spezialeinheiten haben es an sich, dass man über ihre Arbeit nur wenig erfährt. Die Einsätze laufen diskret und weitestgehend im Geheimen ab. Einem Reporter der "New York Times" gegenüber haben sich einige Angehörige des US-Militärs nun ungewöhnlich auskunftsfreudig über die verdeckten Operationen ihrer Soldaten in Afghanistan gezeigt.
Stimmen die Aussagen, so haben die US-Truppen die Zahl ihrer Geheimeinsätze in den vergangenen drei bis vier Monaten massiv erhöht. Unter anderem sei es dabei darum gegangen, das Netzwerk des ostafghanischen Taliban-Chefs Siradschuddin Hakkani zu schwächen, das vor allem für Anschläge in und um Kabul verantwortlich gemacht wird.
In der Taliban-Hochburg Mardscha in der Provinz Helmand hätten die Delta Force der US-Army und die Seal-Einheiten der Navy mehrere wichtige Taliban getötet, berichtete ein US-Militärkommandeur der Zeitung. Abgehörte Handy-Gespräche hätten die Spezialtruppen zu ihren Zielen geführt.
Auch im Bundeswehrgebiet bei Kunduz kam es in der vergangenen Zeit immer wieder zu Einsätzen der US-Spezialeinheiten. Anfang November berichtet SPIEGEL ONLINE über den Einsatz von US-Spezialkräften in der Nähe von Kunduz bei dem der Taliban-Kommandeur Kari Bashir getötet wurde. Bashir soll an mehreren Anschlägen gegen die Bundeswehr in den vergangenen Monaten mitgewirkt haben. Die Bundeswehr war von der US-Armee über den Sondereinsatz informiert worden, deutsche Kräfte waren jedoch an der Operation selbst nicht beteiligt.
Die Spezialeinsätze sollen den Angaben zufolge während der Phase der US-Truppenverstärkungen im kommenden Jahr weiter ausgebaut werden. Dann will US-Präsident Barack Obama rund 30.000 Soldaten zusätzlich nach Afghanistan schicken.
US-General David Petraeus hatte bereits Anfang Dezember bei einer Anhörung vor dem Außenpolitischen Komitee des Senats erklärt, dass die US-Truppen verstärkt auf geheime Spezialmissionen setzen würden, aber kaum Details preisgegeben.
Suche nach verschlepptem US-Soldat Bergdahl wird fortgesetzt
Noch Anfang des Jahres hatte die Bilanz der US-Spezialtruppen in Afghanistan nur wenig schmeichelhaft ausgesehen. Wegen zu vielen zivilen afghanischen Opfern hatte der damalige Chef des Joint Operations Command, William McRaven, die meisten Sondereinsätze sogar für zwei Wochen komplett ausgesetzt. Stanley McChrystal, derzeit oberster US-Soldat in Afghanistan, setzt nun offenbar wieder voll auf die Hilfe der geheim agierenden Truppen - kein Wunder, er war zuvor fünf Jahre lang Chef des Joint Operations Command.
Ein wichtiges Ziel für die US-Spezialtruppen ist auch die Suche nach dem verschleppten US-Soldaten Bowe Robert Bergdahl. Am Heiligabend waren erneut Videoaufnahmen des 23-Jährigen aufgetaucht, der vor einem halben Jahr verschleppt worden war. In dem rund halbstündigen Video fordert der Gefreite ein Ende des US-Einsatzes: "Afghanistan wird unser nächstes Vietnam, wenn das amerikanische Volk nicht aufsteht und diesen Wahnsinn beendet".
Bowe war Ende Juni von einer Patrouille in der südostafghanischen Provinz Paktia nicht zurückgekehrt, zwei Tage später bekannten sich die Taliban zu seiner Entführung. Am 18. Juli veröffentlichten sie ein erstes Video von dem jungen Gefreiten. Er ist der erste US-Soldat, der seit dem Einmarsch der US-Truppen in Afghanistan 2001 verschleppt wurde.
Ein Nato-Sprecher nannte die Veröffentlichung des Videos zu Weihnachten einen Affront gegen Bowes "zutiefst besorgte" Familie und Freunde. Die Wahl des Zeitpunkts zeige die "Verachtung der Taliban für religiöse Traditionen und die Lehre des Islam". Man werde sich von ihren Bemühungen nicht abbringen lassen, für die Sicherheit des afghanischen Volkes zu sorgen, hieß es bei der Nato.
Nach einer inoffiziellen Zählung sind in diesem Jahr in Afghanistan 506 Soldaten ums Leben gekommen. Die Nachrichtenagentur AFP beruft sich bei einem entsprechenden Bericht auf die Webseite icasualties.org, die Todesfälle von Soldaten im Irak und in Afghanistan verzeichnet. Die Zahl der US-Opfer in Afghanistan habe bei 310 gelegen - und damit doppelt so hoch wie im Jahr 2008.
Die deutsche Bundesregierung will sich weiter nicht auf ein konkretes Datum für den Abzug der letzten deutschen Soldaten aus Afghanistan festlegen. "Damit würden wir beispielsweise den Kräften Vorschub leisten, die Afghanistan wieder zu einem Zentrum des weltweiten Terrorismus machen wollen", warnte Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in der "Bild am Sonntag". Er plädierte aber für eine konkrete Abzugsstrategie. "Ich halte es für richtig, wenn wir gegenüber den Bürgern jetzt klar machen, wann der Abzug beginnen soll, welche Ziele wir verfolgen und welche Zwischenschritte dafür notwendig sind."
chs/AFP/dpa
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der verteidigungsminister von guttenberg hat die kunduz-affaire gut überstanden. man kann den thread jetzt schließen. mehr...
Auf dieses Patentrezept warte ich schon lange: Merkel weg und dafür die Firma Merz & Koch: "Brutalstmögliche" "Bierdeckel" für alle! Wenn das nichts ist... Im Ernst: Glauben Sie wirklich, den Teufel mit [...] mehr...
und seine erheblichen Probleme sind überall. Was passiert mit dem selbsternannten afghanischen Kunduzopfer-Anwalt POPOL, der sich für die zivilen Bombenopfer deftig an der staatl. Wiedergutmachung bereichern möchte. Näheliegend [...] mehr...
Frage: geht es um Afghanistan oder um Gutenberg? Ich antworte mal so als ginge um unseren geschätzten Verteidigungsminister. Der Mann kann einem schon leid tun. Gefangen in der typisch diplomatischen Rolle eines Politikers - man [...] mehr...
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