40 Tage später sitzt der Sohn in einem Gefängnis im US-Bundesstaat Michigan - im Dauerverhör amerikanischer Terrorermittler. Umar Faruk Abdulmutallab hat - angeblich im Auftrag von al-Qaida - versucht, einen US-Airbus kurz vor der Landung in Detroit mit einem Sprengsatz zum Absturz zu bringen. Nur knapp entgingen die rund 300 Passagiere einer Katastrophe - weil der Zünder versagte und Fluggäste eingriffen.
Die Sicherheitsbehörden durchforsten nun den Lebenslauf des Attentäters. Was steckte hinter den Warnungen des Vaters? Hätte man Umar Faruk Abdulmutallab stoppen können? Er war ausgesprochen gläubig, das sagen viele, die ihn kennen. Es gibt auch Wegbegleiter, die in ihm radikale Anwandlungen erkannt haben wollten. Aber ein Terrorist? Aus solch gutem Hause?
Als einziger verteidigte er die Taliban
Abdulmutallab war ein privilegiertes Kind aus einer überaus wohlhabenden Familie. Sein Vater ist eine angesehene Persönlichkeit in Nigeria, bis vor kurzem leitete er die beiden wichtigsten Banken des Landes, er war Minister. Seinen Jüngsten schickte er ins westafrikanische Togo auf ein Elite-Internat: In der Hauptstadt Lomé lernte Umar Faruk Abdulmutallab an der British International School.
Mitschüler merkten, dass Abdulmutallab gläubiger war als viele andere. Sie verpassten ihm den Spitznamen "Alfa", Gelehrter, weil er schon als junger Teenager gern und ausführlich islamische Predigten hielt. Fleißig und begabt sei er gewesen, heißt es, ein Musterschüler gar, betonte sein früherer Geschichtslehrer Michael Rimmer gegenüber der BBC. Aber auch einer, der sich "gelegentlich dumme Ideen" in den Kopf setzte. "Alle anderen muslimischen Schüler in der Klasse hielten die Taliban für einen Haufen von Irren mit Bärten", erzählte Rimmer, "aber Umar verteidigte sie."
Der Reichtum der Eltern machte es möglich, dass Abdulmutallab nach der Schule nach London gehen konnte. 2005 bis 2008 lebte er in einer Luxuswohnung im noblen Diplomatenviertel Bloomsbury, studierte am renommierten University College Maschinenbau.
Die Universität beschreibt Abdulmutallab als "wohlerzogen, freundlich und begabt". Er sei während des Studiums Vorsitzender der islamischen Gemeinschaft der Universität gewesen, teilte die Hochschule mit. Nie aber habe er seinen Dozenten Anlass zur Sorge gegeben. Ein Kommilitone sagte der "Washington Post", er habe bei Abdulmutallab bis zu dessen Abschluss im Mai 2008 keine Sympathien für al-Qaida oder andere Hinweise auf eine Radikalisierung erkennen können. "Er tat immer nur so viel wie nötig", sagte Fabrizio Cavallo Marincola, 22, der Zeitung. "Wenn wir gelernt haben, ging er beten."
Die "Washington Post" berichtete am Dienstag auch über Kommentare, die Abdulmutallab während seiner Studienzeit in Großbritannien in einem muslimischen Internetforum gepostet haben soll. Der Zeitung zufolge klagte er dort unter dem Nickname "farouk1986" über Einsamkeit und Depressionen. Nie habe er einen "wahren muslimischen Freund" gefunden, wird Abdulmutallab zitiert. Mehr als 300 solcher Einträge soll es geben, in denen er offen über Liebe, Bildung und den Islam philosophiert.
Bruch mit der Familie per SMS
In London stellte die US-Botschaft Abdulmutallab am 16. Juni 2008 das Visum aus, mit dem er nun über Amsterdam in die USA reiste. Es war noch bis zum 12. Juni 2010 gültig. Im Herbst 2008 verließ Abdulmatullab die britische Hauptstadt, offenbar in Richtung Dubai. Im Golfemirat schrieb er sich vom Januar bis Ende Juli dieses Jahres an der Wollongong-Universität ein, einem Ableger der gleichnamigen australischen Universität mit Sitz in Sydney. Die Hochschule bietet Studienlehrgänge und Postgraduiertenkurse in Wirtschafts- und Informationstechnologie an. Abdulmutallab sei auch hier ein "unauffälliger Student" gewesen, teilte die Uni mit. Einen Abschluss machte er nicht.
Nächstes Ziel des jungen Mannes war der Jemen. Dort hielt er sich von Anfang August bis Anfang Dezember, laut Visum, um Arabisch zu lernen. Zum gleichen Zweck soll er im Jahr 2005 schon einmal in der Hauptstadt Sanaa gewesen sein. Diesmal allerdings ging es um mehr als nur einen Sprachkurs, wie Abdulmutallab selbst in den ersten Verhören behauptete. Angeblich nahm er Kontakt zu Qaida-Leuten auf und bastelte den Sprengsatz, mit dem er das Flugzeug in die Luft jagen wollte.
Vom Jemen aus brach Abdulmutallab mit seiner Familie und tauchte ab. Er tauschte das privilegierte Leben des reichen Zöglings mit dem Dasein als Terrorist. Per SMS, so zumindest beschrieb es ein Cousin, habe er erklärt, dass er mit den Verwandten nichts mehr zu tun haben wollte.
Jetzt waren die Eltern alarmiert. Sein Verschwinden und der Abbruch jeglichen Kontakts seien "völlig untypisch" und eine neue Entwicklung gewesen, erklärte die Familie in einem Statement. Zuvor habe Umar Faruk Abdulmutallab ihnen niemals Sorgen gemacht. Nun aber hätten sie umgehend Hilfe gesucht und die Behörden unterrichtet. "Wir hofften, sie würden ihn finden und nach Hause zurückbringen."
Jetzt ist Umar Faruk Abdulmutallab wieder aufgetaucht. Nach Hause zurückkehren wird er nicht.
phw/AP/dpa/AFP
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Denn es muss verhindert werden, dass weitere Flugzeuge zu Bomben umfunktioniert werden. Interessanterweise hat keiner der Tea Bagger den Typen, der hier mit einem Kleinflugzeug in ein Gebaeude mit Bueros der Steuerbehoerde [...] mehr...
"Meanwhile an analysis of the Pentagon's own documents by New Jersey's Seton Hall University found that 55 per cent of the prisoners brought to Guantanamo are not alleged to have have committed any hostile acts against the [...] mehr...
Nun, wer einen sehr schönen, ehrlichen und unaufgeregten Beitrag zu dem Thema lesen will: http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2010/02/04/AR2010020402882.html?hpid=topnews ---Zitat--- Upon closer [...] mehr...
Der Spiegel, merkbefreit wie immer: Zitat: "Der vereitelte Anschlag hat auch große Konsequenzen für die internationale Luftfahrt: In zahlreichen Ländern - darunter Deutschland - wird der Einsatz von sogenannten [...] mehr...
Sie fliegen doch ganz selten, das kann ich schon aus Ihrer Naivität entnehmen. Diese "kranken" Hirne haben Viele aus dem Verkehr gezogen, ohne es Ihnen zu sagen. Wenn Sie ein wenig nachforschen würden, würden sie sich [...] mehr...
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