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03.01.2010
 

Terrorgefahr im Jemen

Westliche Botschaften rüsten sich gegen Attacken

Für Ausländer wird die Situation im Jemen immer bedrohlicher. Die USA haben Hinweise, dass al-Qaida einen Anschlag plant. Amerikaner und Briten schlossen ihre Botschaften, die deutsche und die spanische Vertretung haben ihre Sicherheitsvorkehrungen verstärkt.

Sanaa - Das Auswärtige Amt warnt bereits seit längerem vor Reisen in den Jemen, unter anderem wegen des "bestehenden erheblichen Risikos terroristischer Anschläge" und des ständig hohen Risikos von Entführungen. Alle Deutschen im Jemen und Reisende in den Jemen würden zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen.

Nun hat die Deutsche Botschaft im Jemen die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Bislang habe man zwar keine Drohungen erhalten, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin der Nachrichtenagentur AFP. Der Dienstbetrieb werde fortgesetzt. Nach Drohungen des Terrornetzwerks al-Qaida ist die Sicherheitslage für Ausländer aber besonders prekär geworden. Sowohl die USA als auch Großbritannien haben ihre Botschaften geschlossen. Auch die spanische Botschaft schränkte den Publikumsverkehr ein. Die Zeitung "El Mundo" hatte zuvor berichtet, die Vertretung werde am Montag nicht öffnen.

Die US-Botschaft in der Hauptstadt Sanaa teilte auf ihrer Internetseite mit, der regionale Qaida-Ableger auf der Arabischen Halbinsel habe mit Anschlägen gegen amerikanische Einrichtungen im Jemen gedroht. Ein ranghoher Terrorismus-Berater von US-Präsident Barack Obama sagte gegenüber der BBC, die USA hätten Hinweise darauf, dass das Netzwerk eine Attacke in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa plane. "Wir werden das Leben unserer Mitarbeiter nicht in Gefahr bringen", sagte er in Bezug auf die Schließung der Botschaft. Wie lange die Vertretung geschlossen bleiben soll, war zunächst unklar. Einem jemenitischen Vertreter in Sanaa zufolge gab es keine direkten Drohungen gegen Londons Botschaft.


Im September 2008 waren bei einem Anschlag auf die US-Botschaft in Sanaa 16 Menschen getötet worden. Bis auf eine Inderin waren alle Opfer Jemeniten, US-Diplomaten wurden nicht verletzt. Die jemenitische Führung erklärte damals, der Anschlag trage die Handschrift der Terrorgruppe al-Qaida.

USA und Großbritannien verstärken Anti-Terror-Kampf im Jemen

Im Kampf gegen die Terrororganisation auf der Arabischen Halbinsel suchen Großbritannien und die USA derzeit nach Wegen, die militärische und geheimdienstliche Zusammenarbeit mit dem Jemen auszuweiten. Auslöser war ein vereitelter Anschlagsversuch auf ein US-Passagierflugzeug am ersten Weihnachtsfeiertag. Der Qaida-Ableger im Jemen bekannte sich dazu - US- Präsident Barack Obama machte die Organisation am Samstag erstmals direkt verantwortlich.

Der britische Premierminister Gordon Brown erklärte am Sonntag, Washington und London wollten nicht nur eine Anti-Terroreinheit in dem arabischen Land finanzieren, sondern auch die Küstenwache des Jemen unterstützen. Der Jemen hatte bereits kurz nach dem vereitelten Attentat mehr Hilfe vom Westen gefordert. Brown schlug vor, parallel zur Afghanistan-Konferenz am 28. Januar in London ein internationales Treffen zum Jemen abzuhalten. Der Jemen und Somalia seien "Zonen, die wir nicht nur überwachen müssen, sondern wo wir mehr tun müssen", sagte Brown im BBC-Rundfunk.

Die amtliche jemenitische Nachrichtenagentur Saba meldete, der für den Irak und Afghanistan zuständige US-General David Petraeus habe in Sanaa den jemenitischen Präsidenten Ali Abdallah Saleh getroffen und die Unterstützung seines Landes beim Anti-Terror-Kampf bekräftigt. Petraeus habe eine Botschaft Obamas überbracht, in der es um die Zusammenarbeit beider Länder im Kampf gegen Terrorismus und Piraterie ging.

Auch in der Europäischen Union gibt es Pläne, verstärkt gemeinsam gegen den Terrorismus vorzugehen. Spanien wolle während seines EU-Vorsitzes ein Komitee bilden, das die Arbeit der verschiedenen Terror-Abwehrzentren der Mitgliedstaaten bündeln soll, sagte der spanische Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba nach Medienberichten vom Sonntag. Ziel sei es, mit einem direkten und schnellen Informationsaustausch über mutmaßliche Terroristen und potentielle Anschlagsziele eine bessere Koordination zu erreichen.

Angriffe auf Qaida-Stellungen

Jüngste Angriffe auf mutmaßliche Qaida-Stellungen im Jemen fanden bislang unter Führung der USA mit Unterstützung der jemenitischen Regierung statt. Der US-Fernsehsender CBS berichtete, dass es Angriffe mit Flugmarschkörpern gab, die mit Attacken militärischer Einheiten am Boden kombiniert wurden. Einem Bericht der "New York Times" vom Ende des vergangenen Jahres zufolge begannen geheime Sonderkommandos aus den USA bereits vor einem Jahr damit, lokale Sicherheitskräfte im Anti-Terror-Kampf auszubilden.

Die jemenitischen Regierungstruppen führen im Norden des Landes mit Unterstützung von Saudi-Arabien Krieg gegen schiitische Rebellengruppen. Die Regierung in Sanaa versucht zugleich, eine Protestbewegung zu zerschlagen, die für eine Abspaltung des Südjemens eintritt.

Mit einem baldigen Angriff der USA auf al-Qaida-Terrorgruppen im Jemen rechnet auch der SPD-Außenpolitiker Rolf Mützenich. "Präsident Obama wird wahrscheinlich schon in den kommenden Tagen einen Militärschlag anordnen", sagte der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Obama werde versuchen, damit der Kritik der oppositionellen Republikaner an seinem angeblich zu unentschlossenen Vorgehen gegen den Terror zu begegnen. Sicherheitspolitisch sei ein militärisches Vorgehen aber nicht effektiv. "Die im Jemen aktiven radikalislamischen Terrorgruppen kann man mit militärischen Mitteln kaum entscheidend schwächen", sagte Mützenich. Mit Geheimdienst- und Polizeiarbeit seien Anschläge auf Dauer erfolgreicher zu verhindern.

kgp/dpa/AFP/dpa-AFX

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insgesamt 55 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
04.01.2010 von johndv: Kreuzritter II

Ich war Ende der 70er/Anfang der 80er in der Handelsschiffahrt tätig, damals hatte man noch Zeit sich die angelaufenen Länder anzuschauen. Damals fiel mir auf das die Länder in denen sich die Politiker sich am meisten auf eine [...] mehr...

04.01.2010 von bosemil: So schlau sind die im Jemen schon längst!

Um leichter an Finanzmittel zu kommen macht man Platz für die AL-Quaida und schon fließen die Gelder über den Umweg der Militärhilfe.Einfacher kommt man nicht an die Gelder heran. Für ein paar Schlitzohren in Somalia und der [...] mehr...

04.01.2010 von Zwergnase: Reflexi.

Zum Beispiel verwundert es immer wieder, wie verwandtschaftlich eng verbandelt die Herrscherhaeuser (bis 1918) in Europa waren. In zig Kriegen haben die ihr Fussvolk aufeinandergehetzt und gleichzeitig auf Banketts gemeinsame [...] mehr...

04.01.2010 von klaus1201: Was soll das?

Die Kreuzzüge waren doch mehr oder weniger Geplänkel, bei denen mal diese mal jene Seite ein bischen gewann, oft wurde auch gemeinsam gehandelt. Vor allem die Tempelritter waren da sehr liberal. Hier von einer 1000 Jahre alten [...] mehr...

04.01.2010 von klaus1201: Und...

...was hilft es, wenn man lesen kann, iagtäglich aber nur eine Lüge nach der anderen vorgesetzt kriegt? mehr...

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In der Antike war das Gebiet des heutigen Staates unter dem Namen "Arabia felix", das glückliche Arabien, bekannt. Hier nahm einst die "Weihrauchstraße" zum Mittelmeer ihren Anfang. Doch heute ist der Jemen am südwestlichen Zipfel der Arabischen Halbinsel eines der ärmsten Länder der Welt und das ärmste Land im Nahen Osten.

Nord- und Südjemen, die unterschiedliche politische und gesellschaftliche Wege zurückgelegt hatten, fanden 1990 zur staatlichen Einheit. Die Hauptstadt ist Sanaa. Mit knapp 528.000 Quadratkilometern ist das Land deutlich größer als Deutschland mit 357.000 Quadratkilometern. Wüstenregionen prägen die Landschaft.

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Interaktive Karte

Gefahr für Touristen im Jemen

Juni 2009 - Geiselnahme einer deutschen Familie

Eine fünfköpfige Familie aus Sachsen wird zusammen mit Begleitern verschleppt. Zwei Deutsche und eine Koreanerin wurden bereits am ersten Tag erschossen. Zwei Kinder der sächsischen Familie wurden im Mai 2010 freigelassen.

April 2009 - Niederländischer Ingenieur entführt

März 2009 - Anschlag auf Touristen aus Südkorea

Januar 2009 - Deutscher Ingenieur enführt

Dezember 2008 - Deutsche Entwicklungshelferin entführt

September 2008 - 16 Tote bei Anschlag auf US-Botschaft

April 2008 - Anschlag auf Ausländer-Wohnviertel

März 2008 - Toter bei Anschlag auf US-Botschaft

Januar 2008 - Anschlag auf belgische Touristen

Juli 2007 - Anschlag auf spanische Touristen

Dezember 2005 - Jürgen Chrobog entführt





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