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05.01.2010
 

Massaker auf den Philippinen

Gouverneurssohn streitet Mordvorwürfe ab

Angeklagter Ampatuan Junior: Sichtlich ungerührt vor GerichtZur Großansicht
dpa

Angeklagter Ampatuan Junior: Sichtlich ungerührt vor Gericht

Er bestreitet, etwas mit dem Mord an Dutzenden Menschen in der philippinischen Unruheprovinz Maguindanao zu tun zu haben, nun steht Andal Ampatuan Junior vor Gericht. Der Sohn eines mächtigen Ex-Gouverneurs gilt als Drahtzieher eines Massakers, bei dem 57 Oppositionelle und Journalisten starben.

Manila - Mehr als einen Monat nach dem Massaker auf den Philippinen mit 57 Toten muss sich der mutmaßliche Drahtzieher vor Gericht verantworten. Rund 30 schwer bewaffnete Polizisten begleiteten den Sohn des früheren Gouverneurs der südlichen Unruheprovinz Maguindanao, Andal Ampatuan Junior, am Dienstag in einen Gerichtssaal im Hauptquartier der Polizei in der Hauptstadt Manila. Er wirkte äußerlich ungerührt.

Ampatuan ist wegen mehrfachen Mordes angeklagt, sein Anwalt Sigfrid Fortun plädierte in der ersten Anhörung jedoch auf nicht schuldig. Der Richter vertagte das Verfahren auf die kommende Woche. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor verlangt, mehr als ein Dutzend Zeugen aufzurufen, um eine Freilassung des Angeklagten auf Kaution zu verhindern.

Ampatuan wird verdächtigt, das Massaker in Maguindanao Ende November geplant und mit etwa hundert bewaffneten Männern ausgeführt haben. Damit sollte offenbar verhindert werden, dass ein rivalisierender Politiker bei den diesjährigen Gouverneurswahlen antritt. Bei den Getöteten handelte es sich um Oppositionsanhänger und Journalisten, die teilweise schwer misshandelt und anschließend regelrecht hingerichtet wurden.

Ampatuan wollte seinen Vater Andal Ampatuan senior im Amt des Gouverneurs der Provinz beerben. Der Ampatuan-Clan ist eine der einflussreichsten Familien im Süden des Landes. Auch Andal Ampatuan Senior und weitere Angehörige des berüchtigten Familienclans sitzen inzwischen in Haft.

Nach dem Massaker fanden in der Provinz massive Militär- und Polizeioperationen statt. Dabei wurden große Mengen Waffen beschlagnahmt und mehr als 20 Personen unter dem Vorwurf der Rebellion festgenommen. Das Blutbad gilt als schwerste politisch motivierte Gewalttat in der jüngeren Geschichte der Philippinen.

ffr/AFP/dpa/APD

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