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05.01.2010
 

Afghanistan-Debatte

Käßmann trifft Guttenberg zur Aussprache

Bischöfin Käßmann: Treffen mit Guttenberg angesetztZur Großansicht
dpa

Bischöfin Käßmann: Treffen mit Guttenberg angesetzt

Ihre kritischen Äußerungen zum Afghanistan-Einsatz sorgten für Empörung bei Politikern und Bundeswehr: Nun sucht Margot Käßmann, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, das Gespräch mit Verteidigungsminister Guttenberg.

Berlin - Im Streit um den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr wollen die EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) miteinander reden. Das Treffen ist nach Angaben der Theologin für den 11. Januar geplant.

Käßmann freue sich, dass der Verteidigungsminister ihrer Anregung zu einem persönlichen Gespräch sofort zugestimmt habe, teilte die Kanzlei der hannoverschen Landesbischöfin mit. Guttenberg sagte der "Leipziger Volkszeitung": "Ich will zunächst einmal selbst von der Bischöfin im Zusammenhang hören, wie sie zu dieser Einschätzung gekommen ist."

Damit bezog sich Guttenberg auf Käßmanns Forderung nach einem Bundeswehr-Abzug aus Afghanistan. "Auch nach den weitesten Maßstäben der Evangelischen Kirche in Deutschland ist dieser Krieg so nicht zu rechtfertigen", hatte die 51-Jährige gesagt. Mehrere Politiker und der Bundeswehrverband reagierten mit Unmut und Empörung auf die Äußerungen.

Bei dem Treffen mit Guttenberg wolle Käßmann laut ihrer Kanzlei über die "friedensethische Position der Evangelischen Kirche in Deutschland und die Afghanistan-Politik der Bundesregierung" sprechen.

"Grundsätzlich bin ich sehr dankbar dafür, dass beide Kirchen auch in Afghanistan selbst mit der Militärseelsorge zur Unterstützung unserer Soldaten beitragen", sagte Guttenberg. "Ich bin mir sicher, dass Frau Käßmann das sicherlich nicht herabgewürdigt sehen will."

"Kreativität in der Friedenspolitik"

Unterstützung erhielt Käßmann am Dienstag von den evangelischen Bischöfen im Norden. "Viele Menschen verstehen nicht mehr, warum der Einsatz nötig ist und welches Ziel er hat. Auch ist unklar, wie er beendet werden kann", sagte die Hamburger Bischöfin Maria Jepsen. Der Schleswiger Bischof Gerhard Ulrich betonte: "Ich stimme Bischöfin Käßmann unbedingt zu, dass wir mehr Kreativität in unserer Friedenspolitik brauchen."

Für eine "offene und ehrliche Debatte über die Situation unserer Soldaten und deren Auftrag" sprach sich am Dienstag der katholische Militärbischof der Bundeswehr aus. Die Frage, ob der Einsatz in Afghanistan gerechtfertigt sei, sei "zu jeder Zeit berechtigt", sagte Walter Mixa.

hut/dpa

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Die neuesten Beiträge:
20.01.2010 von Rums: Alle anderen sind doof.

Bei Ihrer überragenden Intelligenz dürfte es für Sie doch eine Kleinigkeit sein, uns in ein paar Sätzen eine zusammenfassende Zusammenfassung der "einfachsten Zuammenhänge" zu liefern. Vielen Dank im voraus. mehr...

20.01.2010 von Alter_Reservist:

Sehen Sie das nennt man *politische Mehrheit* mehr...

20.01.2010 von adama.:

Das widerspricht sich nicht. Während der Angriff auf die Tanklastzüge überwiegend als gerechtfertigt angesehen wird, wollen sie generell keine Luftangriffe denen sie selber zum Opfer fallen könnten. Die Einsatzregel der [...] mehr...

20.01.2010 von adama.:

Die Taliban sind sehr wohl mit Amokläufern vergleichbar und darum auch eine Gefahr die man ausschalten sollte. Ob die Tanklaster wirklich feststeckten oder am Ziel angekommen waren, nämlich in einem Lager der Taliban, ist eine [...] mehr...

20.01.2010 von nachthai:

Karriere - was soll das denn für ein Motiv für einen Soldaten im Einsatz sein? O Klein setzte die Mittel ein die er hatte - wenn Bomben nicht gewünscht sind muss man andere Mittel bereitstellen. Allerdings ist es Aufgabe [...] mehr...

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Die Positionen der Parteien zum Afghanistan-Einsatz

CDU/CSU: Abzugsdatum offen lassen

Die Union will die Gefahr bannen, dass "Instabilität und Terror" von Afghanistan aus auch auf Deutschland ausstrahlen. Mit Blick auf den deutschen Einsatz betont die Union, dass militärische Sicherheit und ziviler Aufbau voneinander abhängig seien. "Ohne Sicherheitspräsenz ist kein Wiederaufbau, ohne Erfolge beim Wiederaufbau keine Reduzierung der Sicherheitspräsenz möglich." CDU und CSU wollen den Afghanistan-Einsatz zeitlich nicht konkret begrenzen. Sie machen vielmehr "tragfähige staatliche Strukturen" zur Voraussetzung für eine "spätere Reduzierung und schließlich zur Beendigung" des militärischen Engagements. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte im September 2009 aber eine deutliche Verbesserung der Lage bis zum Jahr 2014.

SPD: In zehn Schritten zum Abzug

FDP: "Mehr Tempo"

Grüne: Strategiewechsel zu mehr zivilem Engagement

Linke: Soldaten raus aus Afghanistan






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