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08.01.2010
 

Süditalien

Einwanderer liefern sich Straßenschlacht mit Polizei

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dpa

Sie bewarfen Polizisten mit Steinen und skandierten "Rassisten, Rassisten": In der süditalienischen Kleinstadt Rosarno haben sich Hunderte ausländische Arbeiter Straßenkämpfe mit der Polizei geliefert. Zuvor waren zwei Afrikaner von Unbekannten beschossen worden.

Rom - Nach einem Angriff auf zwei afrikanische Einwanderer ist es in Süditalien zu schweren Ausschreitungen gekommen. Dem italienischen Innenministerium zufolge wurden bislang 14 Menschen verletzt. Die Krawalle in der kalabrischen Kleinstadt Rosarno begannen am Donnerstagabend, nachdem zwei junge Afrikaner von Unbekannten beschossen und leicht verletzt worden waren.

Die aufgebrachten Landarbeiter warfen der Bevölkerung Rassismus vor, sie skandierten "Rassisten, Rassisten". Die Männer bewarfen Polizisten mit Steinen, setzten Autos in Brand und zertrümmerten Schaufenster. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie die aufgebrachte Menge Mülleimer anzündete und mit Eisenstangen und Steinen auf Autoscheiben einschlug. Mehrere Personen wurden festgenommen.

Laut der italienischen Nachrichtenagentur Apcom stieg am Freitag ein verzweifelter Hausbesitzer auf das Dach seines Hauses und gab mehrere Schüsse in die Luft ab, nachdem eine Gruppe von Randalierern seine Frau und seine Töchter mit Steinen beworfen hatte und in das Wohnhaus der Familie eingedrungen war.

Der Gouverneur von Kalabrien, Agazio Loiero, verurteilte die Ausschreitungen als inakzeptabel. Er räumte aber ein, die Afrikaner seien "heftig provoziert" worden. Der italienische Innenminister Roberto Maroni erklärte, die Krawalle seien ein Beweis dafür, dass die illegale Einwanderung schärfer bekämpft werden müsse. "Viele Jahre lang ist eine illegale Einwanderung toleriert worden, die einerseits die Kriminalität erhöht und andererseits zu extrem schwierigen Situationen geführt hat", sagte Maroni.

In der Gegend um Rosarno werden Flüchtlinge häufig von Obst- und Gemüsebauern als Erntehelfer eingesetzt, sie müssen laut der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" teilweise in verlassenen Fabriken ohne Strom oder fließendes Wasser leben. Menschenrechtsorganisationen sprechen von Ausbeutung durch organisierte Verbrecherbanden.

In Süditalien hatte es in der Vergangenheit häufiger derartige Auseinandersetzungen gegeben, vor allem auf der Mittelmeerinsel Lampedusa.

hut/APD/Reuters

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