Von Andreas Lorenz, Peking
Sein Parteifreund und Nachfolger Barack Obama sucht nun nach einem Weg, enger als bisher mit dem 1,3-Milliarden-Reich zusammenzuarbeiten. "Ohne China geht nichts mehr", lautet sein Credo. Nur, wenn beide an einem Strang zögen, könnten Amerikaner und Chinesen wichtige Ziele erreichen - sei es in der Frage des Klimawandels, der Bewältigung der Wirtschaftskrise oder der Nichtverbreitung von Atomwaffen.
In China geht es Politikern, Militärs und Ökonomen derweil nicht viel anders, wenn sie darüber nachgrübeln, wie sie mit der alten Supermacht USA umgehen sollen. "Im 21. Jahrhundert", sagt Staats- und Parteichef Hu Jintao, "gehören die Beziehungen zwischen China und den USA zu den wichtigsten in der Welt." Dahinter steckt die Erkenntnis, dass die Chinesen ohne Amerikaner lange nicht den "kleinen Wohlstand für alle" erreichen werden, den die KP dem Volk versprochen hat und mit dem sie ihre Herrschaft rechtfertigt.
Noch nie waren die beiden großen Staaten so aufeinander angewiesen wie in diesen Tagen: Ohne den amerikanischen Markt und ohne amerikanische Investitionen ginge es den Chinesen nicht so gut. Ohne billige chinesische Importwaren wiederum kämen viele Amerikaner in diesen Krisenzeiten nicht über die Runden. Wenn Chinas Zentralbank nicht so viele US-Schatzbriefe kaufte, könnte die amerikanische Regierung nicht mehr funktionieren. Im vergangenen Jahr besaßen die Chinesen amerikanische Staatsanleihen im Wert von rund 800 Milliarden Dollar.
China + Amerika = Chimerica
Der frühere US-Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski sieht daher eine geopolitische Verschiebung vom Atlantik zum Pazifik. Er spricht von China und den USA als "Gruppe der Zwei, die die Welt verändern könnte". Auch von "Chimerica" ist die Rede. Den Begriff hat der US-Wissenschaftler Niall Ferguson geprägt, weil China und Amerika so eng verbunden sind, dass sie längst "eine Wirtschaftseinheit" bildeten.
Der eine gibt, der andere nimmt: Chimerica - eine Ehe, die im Himmel geschlossen wurde?
Chinas neue wirtschaftliche Stärke löst in den USA Beklemmungen aus. Für amerikanische Unternehmer und Politiker ist es ein ungewohntes Gefühl, dass ihr Land immer stärker abhängig von Entscheidungen wird, die in einem fernen Welteich gefällt werden, schlimmer noch: von kommunistischen Machthabern. Die Volksrepublik hat die USA nicht nur als Investitionsziel Nummer eins für ausländische Gelder überholt. Mit Pekings 2,3 Billionen Dollar Devisenreserven können sich chinesische Unternehmen in US-Firmen einkaufen, so wie beim Computergiganten IBM geschehen.
System der strategischen Rückversicherung
"Wir fühlen den heißen Atem des Wirtschaftsdrachens in unserem Nacken", schreibt die Professorin und frühere hochrangige Mitarbeiterin des US-Außenministeriums Susan Shirk in ihrem Buch: "China - Fragile Superpower".
Deshalb erfand der stellvertretende Außenminister James Steinberg für das Verhältnis zu China die Formel der "Strategischen Rückversicherung". Der Gedanke, der dahintersteckt: Wenn Washington und seine Alliierten die Chinesen als "wohlhabende und erfolgreiche Macht" auf der internationalen Bühne willkommen heißen, müsse Peking der Welt im Gegenzug beweisen, dass seine "wachsende globale Rolle nicht auf Kosten der Sicherheit und des Wohlstandes anderer" gehe.
Das Pentagon beobachtet unruhig, wie China seine Armee, vor allem die Kriegsmarine, aufrüstet. Die Waffenschau am 60. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik am 1. Oktober vorigen Jahres auf der Straße des Ewigen Friedens hat die Welt beeindruckt - und erschreckt.
China hilft bei der Piratenjagd - um seine Rohstofftransporte zu schützen
Es ist nur eine Frage der Zeit, wann China seinen ersten Flugzeugträger auf Kiel legt. Sehr genau verfolgen US-Militärs und Geheimdienstler, ob es den Chinesen gelingt, eine schlagkräftige Rakete zu entwickeln, die amerikanische Flugzeugträger gefährden könnte. Erst kürzlich testete die Armee nach eigenen Angaben erfolgreich ein Abwehrsystem, das Interkontinental-Raketen zerstören kann.
Womöglich hegen die Chinesen, so der Verdacht, doch nicht so friedliche Absichten wie sie immer beteuern. Häufiger als früher kreuzen als Fischerboote getarnte Marineschiffe durch das Südchinesische Meer, wo sich China mit Taiwan, Vietnam, Malaysia, Brunei und den Philippinen um die tropischen Spratlys und mit Taiwan und Vietnam um die Paracel-Inseln streitet.
Um Rohstofftransporte gegen Piraten zu schützen, patrouillieren Chinas Kriegsschiffe vor der Küste Somalias. US-Experten machten noch nie so viele und so lange Patrouillenfahrten chinesischer U-Boote so weit entfernt vom Festland aus wie in den letzten Monaten.
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die den dämlichen und gierigen Westen gerade mit seinen eigenen Waffen schlägt. Wenn das bald geschafft ist, der Dolllar als Weltwährung pulverisiert ist und die chinesische Wirtschaft aufgrund ihrer Binnennachfrage sich selbst [...] mehr...
Letzte Aussage ist unsinnig. Chinas Opposition bekommt Geld und das nennt man Entwicklungshilfe. China selbst benötigt die ca. 100 Millionen nicht, da geht es um ganz andere Dimensionen. Wer in vielen Ländern dieser Erde [...] mehr...
Irre ist Ihr Repertoir im taeglichen Bash,weiss doch kein USAmerikaner wieviele Dollars insgesammt im Umlauf sind und jemals gedruckt wurden. Zwischen den angesprochenen Verlautbarungen ueber die Hoehe der US TBond Holdings [...] mehr...
Kann man schon teilweise im Faust nachlesen, daß geschickt lancierte Propaganda genausowas Feines ist wie geschickt lancierte Indiskretionen, sofern es nicht beim Zauberlehrling endet: die Geister, die ich rief.... mehr...
Und sie sind sehr stolz darauf. Nachdem sie einen großen Anteil ihrer Dollarobligationen an Japan verkauft hatten, hieß esin der Presse, daß Japan nun das größte Schuldenpaket der USA besitze. Sofort hat die chinesische [...] mehr...
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