ThemaGeert WildersRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
13.01.2010
 

Niederlande

Anklage gegen Rechtspopulist Wilders bleibt bestehen

Abgeordneter Wilders: Mit dem Versuch gescheitert, die Anklage abzuwendenZur Großansicht
DPA

Abgeordneter Wilders: Mit dem Versuch gescheitert, die Anklage abzuwenden

Die Anklage der Volksverhetzung gegen den niederländischen Abgeordneten Geert Wilders bleibt bestehen. Der Islam-Kritiker hatte versucht, die Vorwürfe abzuschwächen. Wilders hatte Steuern auf typische muslimische Kleidung gefordert und den Koran verunglimpft. Ihm drohen bis zu zwei Jahre Haft.

Amsterdam - Der niederländische Abgeordnete und Islamgegner Geert Wilders ist mit dem Versuch gescheitert, die Anklage der Volksverhetzung gegen ihn abzuwenden oder abzumildern. Das Bezirksgericht in Amsterdam erklärte am Mittwochabend, Wilders habe keine neuen Beweise vorgelegt, die zu einer Abschwächung der Anklage führen könnten. Damit wird es im März zu dem Prozess gegen den Chef der erstarkten rechtsgerichteten Partei für die Freiheit (PVV) kommen.

Wilders wandte sich in der Gerichtsanhörung am Mittwoch gegen den Vorwurf, er habe mit seinen islamkritischen Äußerungen Volksverhetzung betrieben. Das, was er gegen Islam und Koran gesagt habe, sei von der Meinungsfreiheit geschützt. Nach der Anhörung erklärte er, dies sei der "erste Tag eines politischen Prozesses" gewesen. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu zwei Jahre Haft oder eine Geldstrafe bis zu 18.500 Euro.

Die Vorwürfe gehen zum Teil auf Wilders Kurzfilm "Fitna" zurück, in dem er Koranverse mit Bildern von Terroranschlägen muslimischer Extremisten illustrierte. 2007 erklärte er, der Koran solle ebenso wie Hitlers "Mein Kampf" verboten werden, weil beide Bücher Abschnitte enthielten, die im Widerspruch zu westlichen Werten stünden. Er rief dazu auf, die Grenzen für Einwanderer zu schließen und typische muslimische Kleidung wie Kopftücher und Schleier zu besteuern, weil sie die niederländische Landschaft verschandelten. Wilders Anwalt Bram Moszkowicz sagte, er habe bei den Richtern des Bezirksgerichts beantragt, den Vorwurf der Beleidigung von Muslimen als Gruppe fallenzulassen. In einem Verfassungsurteil vom vergangenen Jahr sei entschieden worden, dass die Beleidigung einer Religion nicht dasselbe wie die Beleidigung von Anhängern einer Religion sei und nicht unter den Tatbestand der Volksverhetzung falle.

Sechs Prozent der niederländischen Bevölkerung sind Muslime. Antirassistische und muslimische Gruppen werfen Wilders vor, mit beleidigenden Äußerungen die ethnischen Spannungen im Land erhöht zu haben, das einst für seine Toleranz bekannt war.

luk/apn/AFP

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 66 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
21.01.2010 von Herzkasper: Ich empfehel jeden den Koran durchzulesen!!!

Statt wütend oder wenigstens "tief betroffen" zu sein, dass in der EU Karrikaturisten und Politker ihre Meinung nur unter ständiger Bedrohung ihres Lebens veröffentlichen können, wird die Diskussion auf die bekannten [...] mehr...

18.01.2010 von dentix07: Vorschlag

Wie wäre es mit linksradikal? Das Schema ist dasselbe! Benutzung bestehender Vorurteile: z.B. jeder Arbeitgeber = Ausbeuter, allgemeine Verunsicherung (was macht DIE LINKE denn?) und Hasspredigten sind das ebenfalls! [...] mehr...

17.01.2010 von Kapnix: schwierig?

Sie wollten eine Diskussion über die Inhalte. Ich nannte Ihnen einen Grund meiner Ablehnung, über diesen wollten Sie aber nicht diskutieren. Was denn nun? mehr...

17.01.2010 von stonecold:

Schwer mit Ihnen zu diskutieren. Ihr Bedürfnis nach Kenntnis des niederländischen Rechtssystems haben Sie bislang nicht offenbart. Ich schrieb Ihnen lediglich, WARUM er angeklagt wurde, was dem Artikel zu entnehmen war. Ob die [...] mehr...

17.01.2010 von Parzival v. d. Dräuen: It's the contrast, stupid.

Es liegt ja nicht "irgendwas" im Argen. Eine Mehrheit der Niederländer hat die Einwanderung für ihr Land als negativ eingestuft. Das umfasst den Sozialtransfer, die Kriminalität, die innere Sicherheit, die hohe Zahl [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Ausland
alles zum Thema Geert Wilders

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP