Sanaa - Zwei Attacken aus der Luft hat Qasim al-Raimi in den vergangenen Wochen überlebt, der dritte hat ihn offenbar nun getötet. Das jedenfalls erklärte am Freitag laut Agenturberichten ein jemenitischer Sicherheitsbeamter. Der Militärchef der Qaida-Filiale auf der Arabischen Halbinsel, die den Jemen und Saudi-Arabien umfasst, sei dabei zusammen mit fünf Kampfgefährten im Norden des Landes getötet worden.
Der Luftschlag hatte demnach zwei Fahrzeugen gegolten. Insgesamt habe es acht Passagiere gegeben, die allesamt al-Qaida zugerechnet würden. Zwei Überlebende seien wahrscheinlich geflohen.
Zu der Gruppe hätten neben Raimi die Qaida-Kader Ayad al-Schabwani, Ammar al-Waeli und Saleh al-Tais gehört. Alle vier stünden auf den Fahndungslisten der jemenitischen Regierung und der US-Regierung.
Zu Raimi erklärte der Beamte: "Er ist der Qaida-Militärchef und hochrangiger Planer der meisten Operationen im Jemen."
Raimi war schon mehrfach totgesagt
Sollte die Meldung sich bewahrheiten, ist der jemenitischen Regierung ein Schlag gegen al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel gelungen. Raimi zählt zweifellos zu den wichtigsten Führungspersönlichkeiten der Terrororganisation. Der Jemen-Experte Gregory Johnson hält ihn für die gefährlichste Einzelperson bei al-Qaida im Jemen.
Im Februar 2006 war Raimi mit fast zwei Dutzend anderen militanten Islamisten aus dem Hochsicherheitsgefängnis der Hauptstadt Sanaa geflohen und hatte die Terrororganisation im Jemen in der Folge neu aufgebaut. Im Januar 2009 fusionierte sie mit al-Qaida in Saudi-Arabien.
Allerdings ist Raimi schon zuvor für tot erklärt worden. Und die Angaben der jemenitischen Regierung zu getöteten und verhafteten Qaida-Kadern haben sich in den letzten Wochen nicht immer als unbedingt zuverlässig herausgestellt. Noch fehlt eine unabhängige Bestätigung für die Meldung, dass Raimi tot ist. Auch al-Qaida selbst hat sich bislang noch nicht zu Wort gemeldet.
Der Kampf der jemenitischen Regierung gegen al-Qaida wurde intensiviert, nachdem am 25. Dezember 2009 der 23-jährige nigerianische Student Umar Faruk Abdulmutallab versucht hatte, einen Passagierjet vor der Landung in Detroit in die Luft zu sprengen. Al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel hatte sich zu der Anschlagsversuch bekannt.
yas/AFP/Reuters
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