Kabul - Es ist ein gezielter Angriff gegen die Regierung: In der afghanischen Hauptstadt Kabul attackieren rund 20 Selbstmordattentäter verschiedene Ministerien und andere Einrichtungen. Die Männer lieferten sich ein Feuergefecht mit Sicherheitskräften, berichtete der private Fernsehsender Tolo am Montag unter Berufung auf Korrespondenten im Regierungsviertel. Die Attentäter seien mit Westen voller Sprengsätze ausgerüstet. Es seien bereits mehrere Menschen getötet oder verletzt worden.
Inmitten der von den USA und Nato angekündigten Verstärkungen der internationalen Truppen in Afghanistan demonstriert der Angriff die Fähigkeit der Taliban, auch schwerste Sicherheitsvorkehrungen in der Hauptstadt zu überwinden. Afghanische Polizisten sperrten das Regierungszentrum weiträumig ab. Hubschrauber kreisen darüber.
Der Sicherheitsoffizier Amir Mohammed erklärte, er habe 200 Sicherheitskräfte im Einsatz. Mindestens zehn Angreifer seien in mehrere Gebäude eingedrungen, darunter Banken und Einkaufszentren. Ein Augenzeuge, der in einem der Regierungsgebäude eingeschlossen ist, berichtete der Nachrichtenagentur Reuters von chaotischen Szenen. "Wir wissen nicht, was wir machen oder wo wir hin sollen."
Die Aufständischen hätten sich in einem Gebäude eines Einkaufszentrums verschanzt, sagte ein Polizeisprecher in Kabul. Bevor Polizei und Armee das Gebäude stürmen konnten, sprengte sich ein Selbstmordattentäter mit einem Auto in die Luft. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen kamen dabei mehrere Polizisten und Agenten ums Leben.
Kurz vor Beginn des Angriffs waren zwei Raketen in der Hauptstadt eingeschlagen. Eine weitere Explosion war Sicherheitskreisen zufolge im Regierungsviertel zu hören. Wie Augenzeugen berichten, ist das Gebiet zwischen der Afghanischen Zentralbank und dem Luxushotel Serena betroffen, das von vielen westlichen Reisenden frequentiert wird. Gleich hinter der Bank befindet sich der Palast von Präsident Hamid Karzai. Das Gebiet wurde weiträumig abgeriegelt. Krankenwagen brachten mehrere Verletzte vom Ort des Geschehens. Drei Angreifer sollen getötet worden sein.
Ein Taliban-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Ziele der 20 Selbstmordattentäter seien unter anderem der Präsidentenpalast und das Finanz- und Justizministerium.
Zunächst hatte es gegen 10 Uhr morgens Ortszeit eine Explosion gegeben, anschließend begann der Schusswechsel. Der US-Nachrichtensender CNN meldet, der Angriff habe begonnen, als gerade 14 Mitglieder des neuen Kabinetts ihren Amtseid ablegen wollten. Der Sender beruft sich dabei auf einen Abgeordneten des Parlaments, Fawzia Koofi.
Die Nato erklärte, sie habe Einsatzkräfte geschickt, um die afghanische Armee bei der Absicherung der Straßen bei der Zentralbank zu unterstützen.
Zuletzt griffen Taliban am 28. Oktober vergangenen Jahres ein Gästehaus der Regierung in Kabul an. Elf Menschen wurden getötet. darunter fünf Uno-Mitarbeiter und drei Angreifer. Am 8. Oktober sprengte sich ein Selbstmordattentäter vor der indischen Botschaft in die Luft und riss 17 Menschen mit in den Tod.
sam/Reuters/AFP/APN
Auf anderen Social Networks posten:
Bei Ihrer überragenden Intelligenz dürfte es für Sie doch eine Kleinigkeit sein, uns in ein paar Sätzen eine zusammenfassende Zusammenfassung der "einfachsten Zuammenhänge" zu liefern. Vielen Dank im voraus. mehr...
Sehen Sie das nennt man *politische Mehrheit* mehr...
Das widerspricht sich nicht. Während der Angriff auf die Tanklastzüge überwiegend als gerechtfertigt angesehen wird, wollen sie generell keine Luftangriffe denen sie selber zum Opfer fallen könnten. Die Einsatzregel der [...] mehr...
Die Taliban sind sehr wohl mit Amokläufern vergleichbar und darum auch eine Gefahr die man ausschalten sollte. Ob die Tanklaster wirklich feststeckten oder am Ziel angekommen waren, nämlich in einem Lager der Taliban, ist eine [...] mehr...
Karriere - was soll das denn für ein Motiv für einen Soldaten im Einsatz sein? O Klein setzte die Mittel ein die er hatte - wenn Bomben nicht gewünscht sind muss man andere Mittel bereitstellen. Allerdings ist es Aufgabe [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Ausland | RSS |
| alles zum Thema Terroranschläge in Afghanistan | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH