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19.01.2010
 

US-Militär

Zweifel an Selbstmorden von Guantanamo-Häftlingen

Camp Delta im US-Gefangenenlager Guantanamo: Tod nach Folter?Zur Großansicht
dpa

Camp Delta im US-Gefangenenlager Guantanamo: Tod nach Folter?

Das US-Militär behauptet, sie hätten sich mit einem Bettlaken in ihrer Zelle erhängt. Nun aber kommen Zweifel am angeblichen Selbstmord von drei Guantanamo-Häftlingen aus. Ein US-Magazin berichtet, die Gefangenen seien möglicherweise gefoltert worden - und an den Folgen gestorben.

Washington - War der Tod von drei Guantanamo-Häftlingen entgegen den offiziellen Angaben doch kein Selbstmord? Laut einem Bericht des US-Magazins "Harper's" wurden die drei Männer im Juni 2006 wenige Stunden vor ihrem Tod aus ihren Zellen weggebracht - möglicherweise um gefoltert zu werden. An den Folgen der Folter könnten sie gestorben sein.

Das US-Militär hatte erklärt, dass sich Salah Ahmed Al-Salami, 37, aus dem Jemen, Mani Shaman Al-Utayabi, 30, und Yasser Talal Al-Zahrani, 22, beide aus Saudi-Arabien, mit einem Bettlaken in ihrer Zelle erhängt hätten. In dem "Harper's"-Bericht heißt es dagegen nun, ihr Tod oder die Ereignisse die letztlich dazu führten, hätten sich aller Wahrscheinlichkeit nach an einem geheimen Ort etwa einen Kilometer entfernt vom eigentlichen Lagerkomplex ereignet.

Der Autor des Textes, Scott Horton, ein Rechtsanwalt, der sich seit Jahren mit Guantanamo-Angelegenheiten befasst ist, stützt sich auf Aussagen mehrerer Wächter. Diese gaben demnach an, dass sie von jenem geheimen Ort Kenntnis hatten. Dieser Ort sei in den Kreisen derer, die davon wussten, als "Camp No" bezeichnet worden, zitiert das Magazin Joe Hickman, einen der Wächter. Jeder, der danach gefragt habe, ob der geheime Ort existiert, habe als Antwort der Vorgesetzten bekommen: "No, it doesn't." - "Nein." Die drei Gefangenen Al-Salami, Al-Utayabi und Al-Zahrani seien dem Bericht zufolge wenige Stunden vor ihrem angegebenen Todeszeitpunkt in einem weißen Van aus ihren eigentlichen Zellen weggebracht worden - möglicherweise ins "Camp No".


Demnach soll US-Oberst Michael Bumgarner, einst Kommandeur in Guantanamo, bei einem Treffen am Abend des 10. Juni 2006, an dem 50 Soldaten teilgenommen hätten, eingeräumt haben, dass die drei Männer Stofffetzen schlucken mussten, an denen sie dann erstickt seien. Bumgarner habe auch erzählt, dass die Medien absichtlich in die Irre geführt worden seien, indem offiziell die Geschichte vom Selbstmord der Häftlinge verbreitet worden sei. Die bei dem Treffen anwesenden Soldaten wurden demnach angewiesen, diese offizielle Version des Todes öffentlich nicht in Frage zu stellen.

Guantanamo-Kommandeur wehrt sich

Vier Wächter, die in der Nacht des Todes der drei Häftlinge Dienst hatten, brachen nun gegenüber "Harper's" ihr Schweigen. Sie wurden dem Magazin zufolge aber nicht vom US Naval Criminal Investigative Service befragt.

Kommandeur Bumgarner erklärte laut Nachrichtenagentur AP am Montag in einer E-Mail zu den Vorwürfen: Die "unverhohlene Verdrehung der Wahrheit" mache ihn wütend. Wächter Hickman versuche sich wichtig zu machen. "Er weiß nichts darüber, was in Camp 1 oder in unseren medizinischen Einrichtungen passierte. Ich weiß es, ich war dort", schrieb Bumgarner demzufolge. In Camp 1 wurden die drei verstorbenen Gefangenen ursprünglich festgehalten. Bumgarner kündigte an, seine Vorgesetzten nach einer Erlaubnis zu fragen, um den Vorfall aus seiner Sicht zu schildern.

Laut "Harper's" konfrontierten Anwälte das Justizministerium kurz nach der Amtsübernahme von US-Präsident Barack Obama mit den Darstellungen der Wächter. Daraufhin sei eine Untersuchung eingeleitet worden, die jedoch eingestellt wurde. Das Ministerium habe die Angelegenheit sehr ernst genommen, versicherte eine Sprecherin jetzt. Eigene Anwälte hätten nach ausführlichen Ermittlungen keine Hinweise auf Fehlverhalten finden können.

phw/apn

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15.01.2010 von ray4901: Das haben Sie

sich selbst zuzuschreiben. Ihre x-fachen Hasstiraden gegen die Liberals im eigenen Land (Sie wissen schon - die "üble Gesundheitsreform") auch gegen den aktuellen, hier hochangesehenen, Päsidenten entsprechen genau [...] mehr...

15.01.2010 von archelys: aus gehöriger Distanz

Eine Spur Abneigung kann ich in dem Beitrag wohl erkennen, aber keinen Hass und auch keine Dummheiten. Weil Sie das alles, was wir hier wahrnehmen, nicht gerne lesen, sage ich Ihnen mal nichts dazu, was ich davon halte, dass [...] mehr...

15.01.2010 von Landegaard:

Ne, Irland. Meine Güte... mehr...

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Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 rief US-Präsident George W. Bush den Krieg gegen den Terror aus. Für Terrorverdächtige richtete seine Regierung auf dem US-Marinestützpunkt Guantanamo Bay im Süden Kubas ein Gefangenenlager ein. Seit Anfang 2002 werden dort vor allem mutmaßliche Taliban- und Qaida -Mitglieder festgehalten, denen die Rechte als Kriegsgefangene verwehrt blieben. Durch Berichte über Misshandlungen, Erniedrigungen und Folter von Häftlingen wurde Guantanamo zum Synonym für die willkürliche und unmenschliche Behandlung von Gefangenen.

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