Von Volkhard Windfuhr, Amman
Tarik Asis sitzt im Irak in Haft, seit er sich im April 2003, unmittelbar nach dem Sturz des Saddam-Regimes, der US-Armee stellte. In den Jahrzehnten zuvor hatte der fließend Englisch sprechende Chefdiplomat mit der charakteristischen schwarzen Brille und der obligaten Zigarre den Irak im Ausland vertreten und war der prominenteste christliche Politiker der muslimischen Welt. Insgesamt war er in drei Verfahren vor dem Sondertribunal zur Aufarbeitung der Saddam-Diktatur angeklagt, in einem Prozess wurde er freigesprochen, in einem zweiten zu 15 Jahren verurteilt, ein dritter steht noch aus.
Er wird ihn möglicherweise nicht mehr erleben.
Denn Asis' Sohn Ziyad, der in der jordanischen Hauptstadt Amman im Exil lebt, geht davon aus, dass sein Vater im Sterben liegt. "Die Gefängnisverwaltung in Bagdad teilte mir am vergangenen Montag mit, dass mein Vater auf den Boden gestürzt sei und das Bewusstsein verloren habe. Und das mit 74 Jahren", sagte er SPIEGEL ONLINE. "Weil sich das Gefängnis ohnehin nur sehr selten meldet, muss es sehr schlecht um meinen Vater stehen."
Obwohl er sich sofort an das Internationale Rote Kreuz gewandt habe, dass für den Kontakt der Angehörigen zu den Gefängnisinsassen zuständig ist, habe er keine Rückmeldung erhalten. Auch eine Intervention beim irakischen Staatspräsidenten habe keinen Erfolg gehabt.
"Was mit meinem Vater passiert, widerspricht eindeutig der internationalen Norm", so Ziyad Asis. "Ich mache die amerikanische Besatzungsmacht und die irakische Regierung für das Unrecht verantwortlich, das meinem Vater zugefügt wird."
Der assyrische Christ Tarik Asis war eine der Stützen des Saddam-Regimes. Auch nach dem Fall des Diktators weigerte er sich, gegen diesen auszusagen. Im März 2009 wurde Tarik Asis von dem Sondertribunal zu 15 Jahren Haft im Zusammenhang mit der Exekution von 42 Geschäftsleuten im Jahr 1992 verurteilt; er stritt jede Mitschuld ab. In dem noch ausstehenden Verfahren geht es um die Verfolgung des kurdischen Barzani-Clans.
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"Der assyrische Christ Tarik Asis war(...)" Tarik Asis ist ein Chaldäer und kein Assyrer. Gerade der Spiegel sollte es besser wissen. mehr...
Wenn es sich so verhält, wie der Sohn berichtet, dann ist das sicherlich keine humane Entscheidung. Welche Begründung wird dafür geliefert?? mehr...
Vielleicht sollte sich der Herr Asis jr. mal Gedanken darüber machen, wie die Clique, als sie noch an der Macht war, mit Gefangenen und Andersdenkenden umgegangen ist, und danach schamerfüllt schweigen! mehr...
Na klar "schwere Vorwuerfe gegen die USA". Was sonst auch? Solches bekommt beim SPON sofort eine headline. Gegen wen hat der Sohn denn "schwere Vorwuerfe" erhoben, wenn solches und noch viel schlimmeres [...] mehr...
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