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25.01.2010
 

Irak

Dutzende Tote bei Anschlägen auf Bagdader Hotels

Foto: DPA

In Bagdad haben Attentäter fast zeitgleich drei Anschläge auf Hotels verübt, in denen viele Ausländer und Journalisten unterkommen. Dutzende Menschen wurden getötet und verletzt. SPIEGEL-Korrespondent Bernhard Zand war Augenzeuge des Terrorakts.

Bagdad - Helikopter fliegen tief über der Bagdader Innenstadt, Sicherheitskräfte decken Leichen und Leichenteile notdürftig zu, der Staub hat sich noch nicht gesetzt: Wieder einmal haben Terroristen im Herzen der irakischen Hauptstadt Bagdad zugeschlagen. Drei große Hotels haben sie am Montag mit Autobomben angegriffen.

Das dritte Ziel der Terroristen war das Hotel Al-Hamra, in dem sich zu diesem Zeitpunkt SPIEGEL-Korrespondent Bernhard Zand aufhielt. "Ich hatte die ersten beiden Explosionen und einige schwere Schusswechsel schon gehört, als es plötzlich zu einer weiteren ohrenbetäubenden Explosion kam", berichtete Zand per Telefon. Sein Zimmer im dritten Stock des Hotels wurde zerstört, bis in den achten Stock hinauf barsten sämtliche Fensterscheiben, Deckenteile stürzten ein.

Zur Stunde hat sich noch niemand zu den Anschlägen bekannt, aber die Vermutung liegt nahe, dass al-Qaida hinter der Attacke steckt. Die irakische Filiale des Terrornetzwerks hat ihre Aktivitäten in den vergangenen Monaten offenbar gezielt auf die Hauptstadt konzentriert. Die Terroristen versuchen, jegliche Normalität im Irak zu verhindern, indem sie symbolträchtige Ziele in Bagdad angreifen. In Regierungskreisen wird allerdings auch behauptet, dass ehemalige Kader des gestürzten Baath-Regimes hinter den Attentaten stehen.


Bei Anschlägen in den vergangenen Monaten hatten Terroristen mehrfach Ministerien ins Visier genommen. Dieses Mal waren es Hotels. Im Al-Hamra-Hotel sind viele westliche Journalisten untergebracht, unter anderem von den US-Sender NBC und Fox News. Nach Zands ersten Erkenntnissen, gingen die Attentäter arbeitsteilig vor: Ein erster Komplize schoss auf die Wachleute vor dem Hotel. Dann öffneten die Angreifer eigenhändig die schwere Schranke, die die ungehinderte Zufahrt versperrt. Schließlich kam das Fahrzeug mit dem Sprengstoff.

Der Chef der Sicherheitsleute des Hotels sagte Zand, einer seiner Kollegen habe noch auf den Attentäter geschossen. Der Motor des Fahrzeugs liege nun etwa 30 Meter vom Explosionsort entfernt auf dem Boden.

Zands lokaler Mitarbeiter, der einen der anderen beiden Anschläge aus unmittelbarer Nähe miterlebte, wurde am Oberschenkel verletzt.

Vor dem Hotel, sagte Zand, befindet sich nun ein metertiefer Krater. Die Wucht der Explosion war so stark, dass bei mindestens einem Haus in der Umgebung Vorder- und Rückwand herausgebombt wurden.

Nach den ersten Angaben des irakischen Innenministeriums wurden bei der Anschlagsserie mindestens 36 Menschen getötet und mehr als 70 verletzt. Die beiden anderen angegriffenen Hotels waren das Babylon und das Sheraton.

yas/AFP/AP

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