New York - Die Vereinten Nationen haben einen Nachfolger für den umstrittenen norwegischen Diplomaten Kai Eide als Sondergesandter in Afghanistan gefunden: Wie Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon am Mittwoch in New York ankündigte, übernimmt der 63-jährige Schwede Staffan de Mistura das Amt zum 1. März.
Eide war nach der von Betrug überbeschatteten Präsidentschaftswahl in Afghanistan im August vergangenen Jahres in die Kritik geraten. Sein amerikanischer Stellvertreter Peter Galbraith hatte ihm vorgeworfen, Wahlbetrug bei der Abstimmung verharmlost zu haben. Ban hatte Galbraith daraufhin "im besten Interesse" der Uno-Mission entlassen. Eide hatte Mitte Dezember angekündigt, seinen Zwei-Jahres-Vertrag nicht verlängern zu wollen.
De Mistura ist seit fast 40 Jahren bei den Vereinten Nationen. Als junger Mann machte er ein Praktikum beim Welternährungsprogramm, wo er derzeit stellvertretender Direktor ist, und erarbeitete sich einen Namen als erfahrener Krisendiplomat. Er war im Libanon, in Ruanda, Somalia, im früheren Jugoslawien und in anderen Krisenherden für die Uno im Einsatz. Vor drei Jahren wurde er schließlich Leiter des Büros der Vereinten Nationen im Irak.
Ban Ki Moon sagte bei der Bekanntgabe, dass Afghanistan jetzt an einem Wendepunkt stehe. Das Volk wolle ein größeres Mitspracherecht bei der Führung des Landes. Er sprach sich für einen "ausgewogenen Ansatz" zwischen zivilen Organisationen wie den Vereinten Nationen und dem Militär aus. Der Uno-Generalsekretär wird auch an der internationalen Afghanistan-Konferenz teilnehmen, die am Donnerstag in London beginnt.
can/dpa
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