London - Er kam schon zwei Stunden früher als nötig - und betrat das Gebäude durch einen Hintereingang: Bereits um 8 Uhr morgens ist Tony Blair vor dem Irak-Untersuchungsausschuss in London eingetroffen. Vor der Chilcot-Kommission muss der 56-Jährige vom Vormittag an für sechs Stunden wegen seiner Rolle im Irak-Krieg aussagen. Seine Gegner erhoffen sich zumindest ein Fehlergeständnis des ehemaligen britischen Premiers.
Mit seinem frühen Erscheinen ging Blair zahlreichen Demonstranten aus dem Weg. "Diese feige und hinterlistige Ankunft ist typisch dafür, wie er dem Land den Krieg verkauft hat - hinter dem Rücken der Öffentlichkeit", sagte der Vorsitzende einer Friedensbewegung, Andrew Murray.
Vor der mit Spannung erwarteten Aussage protestierten Hunderte Menschen gegen Blair. Ein großes Polizeiaufgebot verhinderte, dass sie direkt an das Konferenzzentrum gelangten. Die Demonstranten skandierten "Tony ins Gefängnis" oder "Blair log, Tausende starben". Einige hatten Tony-Blair-Masken über das Gesicht gezogen und trugen einen symbolischen Sarg auf ihren Schultern.
Der Ex-Premier muss sich für den Einmarsch britischer Truppen in den Irak rechtfertigen. Dabei steht seine Behauptung im Mittelpunkt, das Regime Saddam Husseins habe über Massenvernichtungswaffen verfügt. Großbritannien hatte 2003 ohne Uno-Mandat an der Seite der USA den Irak-Krieg begonnen. Massenvernichtungswaffen wurden jedoch nie gefunden.
Der Ausschuss prüft seit mehreren Monaten den umstrittenen Einmarsch, der zum Sturz Saddams geführt hatte. Vor Blair hatten die Ausschussmitglieder bereits Experten, Berater und Mitglieder der damaligen britischen Regierung befragt.
hut/dpa/AP
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Sie haben ja so recht. Hier wird wieder mal mit "zweierlei Maß"gerechnet. Bush und Blair gehören nach Den Haag. Aber dies wird nie geschehen. Im Westen leben ja die "Guten" und die machen ja alles richtig. [...] mehr...
Den Haag ist doch auch nur für "Böse Buben" ohne Einfluss. "Böse Buben" mit Einfluss und besonders ein Amerikaner wird dort NIE vor Gericht stehen. Das ein britischer Politiker sich in den Haag dem Richter [...] mehr...
Proteste allein reichen nicht. Verschwörung gegen den Frieden ist ein gravierender internationaler Rechtsbruch, seit über 60 Jahren mit schweren Strafen belegt. Wenn sich die britische Justiz außer Stande sieht, Herrn Blair einen [...] mehr...
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