ThemaTürkeiRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
01.02.2010
 

Türkei

Erdogan will politische Befugnisse der Armee weiter einschränken

Türkischer Premier Erdogan: Neue Gesetze für die Armee Zur Großansicht
AP

Türkischer Premier Erdogan: Neue Gesetze für die Armee

Der türkische Premier Erdogan reagiert auf Kritik aus Brüssel und will die Macht der Armee beschneiden. Den Streitkräften soll es künftig nicht mehr möglich sein, bei innenpolitischen Krisen in dem EU-Bewerberland ohne Aufforderung der zivilen Behörden einzugreifen.

Istanbul - Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan will die politischen Befugnisse der Militärs in Ankara weiter einschränken. In einem Fernsehinterview kündigte Erdogan die Aufhebung des sogenannten Emasya-Protokolls an, wie türkische Zeitungen am Montag berichteten. Das aus dem Jahr 1997 stammende Protokoll erlaubt es der Armee, bei innenpolitischen Krisen unter bestimmten Voraussetzungen ohne Aufforderung durch die zivilen Behörden einzugreifen.

Das Emasya-Protokoll wird von der EU kritisiert, weil es den Militärs im Bewerberland Türkei eine innenpolitische Rolle zuweist, die sie nach europäischen Normen nicht haben dürften. Im Rahmen ihrer EU-Kandidatur hatte die Türkei in den vergangenen Jahren die politische Rolle der Armee begrenzt, muss nach Ansicht Brüssels aber noch mehr tun.

Erdogan deutete auch die Änderung eines anderen Gesetzes an, das von Kritikern als legale Rechtfertigung von Staatsstreichen der Militärs betrachtet wird. Gleichzeitig hob er seine enge Zusammenarbeit mit Generalstabschef Ilker Basbug hervor. Berichte über Putschpläne innerhalb der Armee hatten in jüngster Zeit für politische Spannungen in Ankara gesorgt.

In dem Interview berichtete Erdogan auch, dass er sich bei hochrangigen Militärs wegen des Kopftuchverbots in einem Militärkrankenhaus in Ankara beschwert habe. Seine Ehefrau Emine habe einen Bekannten in dem Krankenhaus nicht besuchen können, weil sie das islamische Kopftuch trage, sagte Erdogan. Er habe dies vor zwei Jahren bei der Militärführung zur Sprache gebracht. Geändert habe sich aber nichts. Die Militärs betrachten sich selbst als Wahrer der säkularen Werte der türkischen Republik und betrachten die religiös-konservative Regierung Erdogans mit Misstrauen.

anr/AFP

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 2614 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
21.03.2010 von promedico:

Da sind wir uns absolut einig. Aber ein Unterschied ist hier tatsächlich noch nicht angesprochen worden, wohl wegen des zu geringen Alters der Foristen: die erste "Welle" von Gastarbeitern kam ja Anfang der 60er [...] mehr...

21.03.2010 von mauskeu:

Da gibt es sicher Entgleisungen deutscher Foristen. Ich hoffe, dennoch, dass Sie auf die Entgleisunger türkischer Sympathisanten mit der gleichen Art verfahren. mehr...

21.03.2010 von Moritz Stein:

Zweifelsohne gehören Sie schon jetzt dazu! Mehrheitlich bedeutet nicht nur im Deutschen, dass es mehr als die Hälfte ist. Davon kann aber nicht die Rede sein. (http://www.bmbf.de/de/9686.php) Demnach haben 8% (!) der [...] mehr...

21.03.2010 von olga.tokar:

Ach dieses Märchen postet Ihr liebe Moderatoren, ja? Das von gewalttägigen Vätern, die die Schulen aufmischen. Aber den Beitrag über latent rassistisches Lehrpersonal nicht? Warum, glaub Ihr etwa nicht daran, was [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Ausland
alles zum Thema Türkei

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP