Von Anna Reimann und Carsten Volkery, London
Der französische Vorstoß, die Burka in der Öffentlichkeit zu verbieten, hat auch in Großbritannien für eine Debatte in Fernsehtalkshows und Zeitungskolumnen gesorgt. Außer der rechtsextremen British National Party und der rechtspopulistischen UK Independence Party (UKIP) hat sich aber keine Partei die Forderung nach einem Burka-Verbot zu eigen gemacht. Die große Mehrheit der Kommentatoren rät ebenfalls davon ab.
Bildungsminister Ed Balls sagte, er wolle nicht in einer Gesellschaft leben, in der den Leuten vorgeschrieben wird, was sie auf der Straße tragen dürften. Das sei "nicht britisch", sagte der Labour-Politiker.
Ähnlich argumentierte der Kolumnist Dominic Lawson in der konservativen "Sunday Times". Frankreich habe seit seiner blutigen Revolution eine antiklerikale politische Kultur, die alles Religiöse aus der Öffentlichkeit verbannen wolle, schrieb er. "Das ist nicht der britische Weg. Wir haben eine viel tolerantere Haltung gegenüber der öffentlichen Bekundung religiöser Unterschiede, eine Haltung, die in dem Satz zusammengefasst werden kann: Lebe und lass leben." Es sei "absurd, Frauen gegen ihren Wunsch zu zwingen, feministisch zu sein".
Zur Schau getragene Liberalität
Ein Burka-Verbot gilt vielen Briten als ungehörige Einmischung des Staates in die Privatsphäre. Man solle sich nur mal vorstellen, wie Polizisten einer Frau auf dem Bürgersteig den Schleier runterreißen, schrieb der "Daily Telegraph". Und die "Times" kommentierte, dass eine Politik, die nur auf eine bestimmte Bevölkerungsgruppe ziele, einen "faden Nachgeschmack" hinterlasse.
Trotz der zur Schau getragenen Liberalität lassen auch in Großbritannien die Burkas die Emotionen hochkochen. In Talkshows kommt immer wieder das Argument, man fühle sich von dem Anblick belästigt. Laut einer neuen ComRes-Umfrage sind rund 60 Prozent der Briten gegen ein generelles Burka-Verbot, aber für ein Verbot an bestimmten Orten wie Banken und Flughäfen.
Für ein Burka-Verbot in bestimmten öffentlichen Bereichen spricht sich auch die Gruppe British Muslims for Secular Democracy aus. Deren Vorsitzende Yasmin Alibhai-Brown warf in ihrer Kolumne im "Independent" den "westlichen Liberalen" vor, aus falsch verstandener Toleranz und letztlich aus Desinteresse gegen ein Burka-Verbot zu sein. Alle muslimischen Frauen, die sie kenne, hassten die Burka, trauten sich aber nicht, das zu sagen. Es sei an der Zeit, dass Europa als Kontinent über ein Kleidungsstück nachdenke, das längst mehr als ein Kleidungsstück sei - nämlich ein Statement über die Stellung der Frau.
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Meines Wissens ist der genannte Verbrecher von Amstetten rechtskräftig verurteilt, weder durch staatliche noch durch religiöse Instanzen irgendwie gestützt oder geschützt. Meinten Sie evtl. die Symbolwirkung jenes Imams, der im [...] mehr...
Butterbrötchen, ich vermisse das Zeichen für Ironie. Zum Glück scheint das kleine Land Dänemark ein Vorreiter in Sachen Burka zu werden, indem die Dänen uns zeigen, was Rückgrat bedeutet. In Bild, Wort und Tat. mehr...
Aber "unsere" Muslime sind dabei uns "auf den neuesten Stand" zu bringen. mehr...
Aber "unsere" Muslime sind dabei uns "auf den neuesten Stand" zu bringen. mehr...
Ich weiss ja nicht welche Strafe in Deutschland diskutiert wird, aber in Frankreich sollen es wohl 750 Euro und in Italien zwei Jahre Gefängnis werden. Für jeden einzelnen Verstoß. Zum Anfang würde es mir genügen, wenn den [...] mehr...
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