Madrid/Lissabon - Die baskische Untergrundorganisation Eta versucht, sich im Nachbarland Portugal ein neues Rückzugsgebiet zu schaffen. Die portugiesische Polizei hat in einem Eta-Unterschlupf nördlich von Lissabon 500 Kilogramm Sprengstoff gefunden. In dem Haus in der Ortschaft Óbidos hätten die Beamten zudem ein Dutzend Haftbomben, Zünder und gefälschte Autokennzeichen sichergestellt, berichtete die spanische Presse am Samstag.
Auch auf Stadtpläne mit möglichen Anschlagszielen im Süden Spaniens sowie in Madrid seien sie gestoßen. Mit dem Fund sei der erste Stützpunkt der Eta in dem Nachbarland zerschlagen worden, hieß es unter Berufung auf Anti-Terror-Fahnder.
Die Entdeckung des Verstecks war bereits am Freitag vom Madrider Innenministerium bekanntgegeben worden, jedoch ohne genauere Details zu nennen. Die Polizei sucht nun die beiden Terroristen, die das Haus angemietet hatten. Sie waren Anfang der Woche in der Umgebung mit einem Lieferwagen in eine Polizeikontrolle geraten, konnten jedoch fliehen. Das Fahrzeug ließen sie später am Straßenrand zurück. In dem Auto entdeckten die Beamten mehrere Zünder.
Spaniens Sicherheitskräfte vermuten seit längerem, dass die Eta das Nachbarland Portugal als neues Rückzugsgebiet nutzen und von dort aus Anschläge in Spanien vorbereiten will. Frankreich werde für die Organisation angesichts der Polizeierfolge dort zunehmend unsicherer. Bereits vor einem Monat hatte die spanische Polizei zwei mutmaßliche Eta-Terroristen gefasst, als sie nach Portugal gelangen wollten.
Die Eta hatte vor zwei Jahren schon einmal versucht, in Portugal eine Infrastruktur von Unterschlupfen und Waffenlagern aufzubauen. Das Vorhaben scheiterte jedoch.
sto/dpa
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