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06.02.2010
 

Irak

Angestellter der US-Armee entführt

Videoausschnitt: Angestellter seit zwei Wochen vermisstZur Großansicht
AFP

Videoausschnitt: Angestellter seit zwei Wochen vermisst

Radikale Schiiten haben im Irak offenbar einen bei der US-Armee angestellten Mann verschleppt. In einem Video forderten die Entführer die Freilassung von Aufständischen und den sofortigen Abzug amerikanischer Soldaten aus dem Irak.

Bagdad - Eine schiitische Extremistengruppe hat am Samstag Videoaufnahmen eines im Irak verschleppten US-Bürgers veröffentlicht. Der 60-Jährige arbeitet nach Pentagon-Angaben als Auftragnehmer für die US-Truppen und wird seit zwei Wochen vermisst.

In dem Video ist ein Mann in US-Uniform zu sehen, der vor einem Schriftzug der Entführergruppe sitzt, die sich "Liga der Gerechten" nennt. Die Entführer fordern die Freilassung ihrer vom US-Militär festgehaltenen Gesinnungsgenossen sowie die Verurteilung der Angestellten der US-Sicherheitsfirma Blackwater, die für einen tödlichen Zwischenfall in Bagdad im September 2007 verantwortlich sind.

Damals waren nach der Explosion einer Bombe nahe eines Blackwater-Konvois 17 Iraker getötet worden, darunter Kinder und Frauen. US-Militärs und Augenzeugen hatten den Blackwater-Söldnern anschließend vorgeworfen, sie hätten exzessiv und völlig grundlos auf Zivilisten geschossen. In den USA drohte den Wachleuten ein Prozess wegen Totschlags. Doch ein Richter verwarf die Anklage - und kritisierte den Übereifer der Ermittler. Inzwischen ist ein neues Verfahren gegen die fünf Männer geplant.

Das US-Verteidigungsministerium hatte zuvor bekanntgegeben, dass der 60-jährige Issa Talomi, der in Bagdad für die US-Streitkräfte arbeitet, vermisst würde. Er sei das letzte Mal am 23. Januar gesehen worden. Ob es sich bei dem Entführten um Talomi handelte, blieb zunächst unklar.

Im Irak hatte die Einstellung des Verfahrens gegen die Blackwater-Söldner großen Zorn hervorgerufen; die Angehörigen der Getöteten fühlten sich verhöhnt. Nach Darstellung der Sicherheitsfirma Blackwater, die sich inzwischen Xe Services nennt, waren die Wachleute damals in einen Hinterhalt geraten. Die Staatsanwaltschaft hingegen ist überzeugt, dass sie das Feuer eröffneten, ohne zuvor selbst beschossen worden zu sein. Die irakische Regierung hat in den USA Anwälte engagiert, die derzeit eine eigene Klage gegen Blackwater vorbereiten.

hda/AFP/apn

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