Sicherheitskräfte bugsierten die jungen Frau, die außer Jeans und grünem Klebeband über den Brustwarzen nichts anhatten, aus dem Wahllokal, bevor der pro-russische Politiker zur Stimmabgabe erschien.
Den anwesenden Journalisten sagten die Frauen, sie hätten nicht speziell gegen Janukowitsch oder für seine Gegenkandidatin, die als pro-westlich geltende Ministerpräsidentin Julia Timoschenko, demonstrieren wollen. Sie wollten lediglich ein "Ende der Demokratie" in der einstigen Sowjetrepublik verhindern. Die Mehrzahl der "Femen"-Mitglieder sind Studentinnen. Sie hatten vergangenen Sommer auch international Aufsehen erregt, als sie im Zentrum von Kiew in Unterwäsche gegen den Sextourismus in der Ukraine protestierten.
Oppositonsführer Janukowitsch und Ministerpräsidentin Timoschenko bewerben sich um die Nachfolge des in der ersten Runde ausgeschiedenen Amtsinhabers Wiktor Juschtschenko. Beide nutzten noch ihre Stimmabgabe am Vormittag, um bei den 37 Millionen Wahlberechtigten für sich zu werben.
"Für eine schöne und europäische Ukraine"
"Ich habe für eine neue Ukraine - eine schöne und europäische Ukraine - gestimmt", sagte Timoschenko in ihrem Wahlkreis in der Industriestadt Dnipropetrowsk. "Und dafür, dass die Menschen glücklich leben."
Janukowitsch sagte in seinem Wahlkreis in Kiew, die Wahl markiere "den ersten Schritt zur Überwindung der Krise". Auch er betonte, die Ukrainer hätten ein besseres Leben verdient. "Deshalb habe ich für positive Veränderungen, Stabilität und eine starke Ukraine gestimmt." Juschtschenko sagte bei seiner Stimmabgabe, der Wahltag sei eine Chance zu zeigen, dass ein friedlicher Machtwechsel möglich sei. Zugleich übte er scharfe Kritik an seinen beiden Rivalen: "Ich glaube, dass sich die Menschen in der Ukraine für die Wahl schämen, die sie treffen müssen." Juschtschenko hat seine Anhänger aufgerufen, in der Stichwahl beide Kandidaten abzulehnen, was im ukrainischen Wahlsystem möglich ist.
Offenes Rennen zwischen den beiden Kandidaten
Das Rennen galt als offen. Fünf Jahre nach der friedlichen Massenbewegung gegen Unregelmäßigkeiten bei Janukowitschs Wahlsieg - der dann vom Obersten Gericht für ungültig erklärt wurde - hat die Orange Revolution ihre Anziehungskraft verloren: Timoschenko schaffte es in der ersten Runde Mitte Januar mit zehnprozentigem Abstand hinter Janukowitsch in die zweite Runde. Juschtschenko wurde vom Wähler mit einem Ergebnis von 5,7 Prozent abgestraft. Timoschenko hat angedeutet, dass sie einen Sieg Janukowitschs nicht akzeptieren werde.
Mit ersten Hochrechnungen wurde kurz nach Schließung der Wahllokale gegen 19 Uhr MEZ gerechnet. Erste Teilergebnisse sollte es in der Nacht geben.
hen/AFP/dpa
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"Timoschenko hat angedeutet, dass sie einen Sieg Janukowitschs nicht akzeptieren werde." Dann war es also gar nicht das Votum des ukrainischen Volkes, um das es ihr vor ein paar Jahren bei der Apfelsinenen Revolution [...] mehr...
Liebe Spiegel mitarbeiter. Wer über eine fremde Land berichtet muß wenigsten die Sprache lernen. Das Motto heist:"Schluss mit der Vergewaltigung der Ukraine!". Keine wort über Demokratie. Und das ist nicht erste Mal. mehr...
Ja? Da finde ich ehrlich gesagt, dass die italienische Demokratie erschreckender aussieht. mehr...
Jetzt weiss ich wie die ukrainische Demokratie aussiet - erschreckend. mehr...
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