Tripolis - Der in Libyen festgehaltene Schweizer Geschäftsmann Rachid Hamdani ist am Sonntag von einem Gericht in Tripolis vom Vorwurf der unerlaubten Geschäftstätigkeit freigesprochen worden. Das sagte sein Anwalt Saleh al-Sahaf. Wenn die Staatsanwaltschaft keine neuen Anklagepunkte gegen Hamdani vorbringe, könne der Schweizer das Land nun verlassen, sagte der Anwalt. Der zweite festgehaltene Schweizer, Max Göldi, wurde am Samstag wegen illegaler Geschäftstätigkeit in Libyen zu einer Geldstrafe von 1000 Dinar (585 Euro) verurteilt.
In der vergangenen Woche hatte ein Berufungsgericht bereits die 16-monatige Gefängnisstrafe aufgehoben, zu der Hamdani wegen Überschreitung seines Visums verurteilt worden war. Im Berufungsprozess gegen seinen Landsmann Göldi in derselben Sache wird das Urteil am Donnerstag erwartet.
Die beiden Geschäftsmänner waren im Sommer 2008 in Libyen festgenommen und im November 2009 zu 16 Monaten Haft und einer Geldstrafe von umgerechnet jeweils 1100 Euro verurteilt worden. Ihnen wurden Steuerflucht und Verstoß gegen das Einwanderungsgesetz zur Last gelegt.
Die beiden Männer hatten sich zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung beruflich in Libyen aufgehalten. Sie werden in dem nordafrikanischen Land festgehalten, seitdem ein Sohn des libyschen Revolutionsführers Muammar al-Gaddafi im Juli 2008 in Genf vorübergehend festgenommen worden war. Hannibal al-Gaddafi und seiner Ehefrau war vorgeworfen worden, eine Hausangestellte misshandelt zu haben, was sie zurückwiesen. Vater Gaddafi hatte auf die Festnahme seines für Eskapaden bekannten Sohnes damals erbost reagiert und bei den Vereinten Nationen sogar einen Antrag auf "Auflösung der Schweiz" gestellt.
sto/dpa/AFP
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