Kandahar - Unter Führung afghanischer Einheiten sollen Tausende Isaf-Soldaten die Aufständischen aus ihrer bisherigen Hochburg in der Gegend um die Stadt Mardscha in der Provinz Helmand vertreiben. Nach Militärangaben soll die Operation "bald" beginnen. Mit Flugblättern warnte die Isaf die Bevölkerung vor. Viele Zivilisten machten sich deshalb bereits auf die Flucht.
Während ein Sprecher der Provinzregierung von mehreren hundert Flüchtlingen berichtete, sprach eine örtliche Hilfsorganisation von 2000 bis 3000 Menschen auf der Flucht. In der Provinzhauptstadt Laschkar Gah wurden Nahrungsmittel und Unterkünfte für bis zu 15.000 Flüchtlinge vorbereitet. In dem von den Taliban kontrollierten Distrikt Mardscha leben mehr als 80.000 Menschen.
Ein Flüchtling berichtete, Tausende hätten sich auf die Flucht gemacht. Ein Weiterer sagte, die Taliban horteten Waffen und hätten in Moscheen verkündet, dass es genug Waffen für die Bewohner von Mardscha gebe, um das Gebiet zu verteidigen.
Die Aufständischen selbst kündigten erbitterten Widerstand gegen die Nato-Offensive an. Rund um Mardscha seien Sprengsätze gelegt worden, sagte Taliban-Sprecher Kari Jussuf Ahmadi. Seine Leute wollten "bleiben und kämpfen". Sie feuerten Raketen auf die eintreffenden Soldaten ab.
Der angekündigte Nato-Großeinsatz läuft unter dem Namen "Muschtarak", was so viel wie gemeinsam heißt, und ist eine der größten Militäraktionen seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes im Jahr 2001. Nach Nato-Angaben sollen insgesamt 15.000 Soldaten daran teilnehmen. Sie kommen aus Afghanistan, aus den USA, Großbritannien, Kanada, Frankreich und Estland.
Unterdessen teilte die Isaf mit, dass am Sonntag zwei britische Soldaten während einer Patrouille bei einem Bombenanschlag in der Provinz Helmand getötet wurden. Seit 2001 starben damit in Afghanistan 255 britische Soldaten. Im Norden des Landes starben ebenfalls am Sonntag zwei schwedische Isaf-Soldaten und ihr afghanischer Übersetzer bei einem Attentat. Allein seit Anfang des Jahres wurden 61 Nato-Soldaten in Afghanistan getötet.
mmq/dpa/afp
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