Colombo - Die Regierung Sri Lankas will Sarath Fonseka vor ein Militärgericht stellen. Noch als Armeechef habe er mit der Opposition darüber diskutiert, die Regierung zu stürzen, sagte ein Regierungssprecher. Zudem war von Geheimnisverrat die Rede. Oppositionspolitiker berichteten, die Militärpolizisten seien gewaltsam in Fonsekas Büro eingedrungen, als er Gespräche über die im April bevorstehende Parlamentswahl geführt habe. Als er sich gegen die Festnahme gewehrt habe, sei er weggezerrt worden.
"Von unserem Standpunkt aus ist es eine Entführung", sagte der Vorsitzende der marxistischen JVP, Somawansa Amarasinghe. Mehrere Oppositionsparteien kündigten Proteste an. Seit dem Wahltag wurden bereits zahlreiche Mitarbeiter Fonsekas festgenommen.
Er war Ende Januar bei der Präsidentschaftswahl Amtsinhaber Mahinda Rajapakse deutlich unterlegen. Fonseka warf der Regierung daraufhin Manipulationen vor und kündigte an, gerichtlich gegen das Ergebnis vorzugehen. Nach der Festnahme Fonsekas sagte seine Frau, sie wisse nicht, wo ihr Mann sich befinde. Ein Besuch sei ihr verweigert worden. Dagegen erklärte ein Militärsprecher, der 59-jährige Ex-General könne von Angehörigen besucht werden.
Erst vor neun Monaten war in Sri Lanka nach Jahrzehnten ein blutiger Bürgerkrieg zu Ende gegangen. Rajapakse und Fonseka gelten seit dem Sieg über die tamilische Rebellenbewegung LTTE bei der singhalesischen Bevölkerungsmehrheit als Helden. Im Herbst vergangenen Jahres trat Fonseka als Armeechef zurück und schloss sich der Opposition an. Er überwarf sich mit Präsident Rajapakse und trat bei der Wahl gegen den Präsidenten an. Bereits der Wahlkampf war überschattet von Gewalt und Einschüchterungsversuchen gegenüber der Opposition.
mmq/dpa/apn
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