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10.02.2010
 

Ukraine

Janukowitsch betont Freundschaft zu Russland

Wahlsieger Janukowitsch: "Ich rufe die Ministerpräsidentin auf zurückzutreten"Zur Großansicht
AP

Wahlsieger Janukowitsch: "Ich rufe die Ministerpräsidentin auf zurückzutreten"

Russland hat Vorrang: Der ukrainische Wahlsieger Wiktor Janukowitsch will seine künftige Außenpolitik an dem Nachbarland ausrichten. Die Helden der Orangenen Revolution haben verloren, die Öffnung nach Europa scheint vorerst beendet.

Kiew - Wiktor Janukowitsch orientiert sich gen Moskau. Der Sieger der ukrainischen Präsidentenwahl will den Beziehungen zu Russland in seiner Außenpolitik Vorrang einräumen. Dies erklärte Janukowitsch am Mittwoch in einem ersten außenpolitischen Statement. Obwohl er stets als Moskaus Mann in der Ukraine galt, war sein künftiger Kurs mit Spannung erwartet worden. Vertreter seiner "Partei der Regionen" schwärmten zuletzt von der "Europäischen Union als Wertegemeinschaft" und versprachen eine Annäherung an die EU - wenn auch nicht um jeden Preis.

Doch Europa hat offenbar keine Priorität bei Janukowitsch. Stattdessen würden neben Russland auch die anderen in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) organisierten ehemaligen Sowjetrepubliken bei den auswärtigen Beziehungen bevorzugt, sagte er. Die GUS-Staaten, zu denen auch die Ukraine zählt, seien "eng in Wirtschaft, Kultur und Geschichte verbunden" und ergänzten sich in ihren Wirtschaftsleistungen. "Diese Vorteile sollten zum Wohl unserer Völker genutzt werden", erklärte Janukowitsch. Es gab aber auch versöhnliche Töne von ihm: Die Ukraine benötige die Hilfe "von Ost und West", um die wirtschaftliche Krise zu überwinden.

Unter dem scheidenden Präsidenten, Wiktor Juschtschenko, hatten sich die Beziehungen zwischen Kiew und Moskau deutlich verschlechtert. Sein pro-europäischer Kurs brachte die Ukraine jedoch dem Ziel kaum näher, offizieller Beitrittskandidat der Nato und der EU zu werden. Einen Nato-Beitritt dagegen wird es unter Janukowitsch nun definitiv nicht geben.

In seiner Erklärung wandte sich Janukowitsch auch an seine Rivalin, Regierungschefin Julija Timoschenko. "Ich rufe die Ministerpräsidentin auf zurückzutreten und in die Opposition zu gehen", erklärte er auf der Web-Seite seiner Regionenpartei. Timoschenko müsse einsehen, "dass die Grundlage der Demokratie der Wille des Volkes" sei. "Demokratische Führer werden Wahlergebnisse immer anerkennen", führte der designierte Staatschef hinzu. Die Ukraine könne keine neue Krise gebrauchen.

Timoschenko will Wahlergebnis offenbar anfechten

Timoschenko war bei der Stichwahl um das Präsidentenamt knapp unterlegen. Sie errang 45,47 Prozent der Stimmen, ihr Rivale Janukowitsch kam auf 48,95 Prozent. Dies sei das Ergebnis einer vollständigen Auszählung, aber noch nicht das amtliche Endergebnis, erklärte die Wahlkommission. Es werde eine Überprüfung geben, die möglicherweise erst in mehreren Wochen abgeschlossen sei.

Janukowitsch war bereits nach der Präsidentschaftswahl im November 2004 zum Sieger erklärt worden. Wegen des Verdachts der Wahlfälschung gingen damals Tausende Menschen gegen ihn auf die Straße. Der Oberste Gerichtshof erkannte ihm schließlich den Sieg ab und ordnete Neuwahlen an. Timoschenko gehörte damals zu den Anführern der Orangenen Revolution.

Ein Abgeordneter ihrer Partei äußerte die Erwartung, dass die Regierungschefin ihre Niederlage anerkennen werde. Timoschenko werde nach seinem Eindruck noch am Mittwoch oder in den kommenden Tagen eine Erklärung abgeben, sagte der Abgeordnete Swjatoslaw Oljinik der Nachrichtenagentur Interfax. Seinem Eindruck nach werde es eine Erklärung über die "Anerkennung des Wahlergebnisses" und den "Gang in die Opposition" sein.

Andere Abgeordnete kündigten hingegen am Dienstag an, Timoschenko werde das Ergebnis der Wahl anfechten. Sie hatte sich seit dem Wahltag nicht mehr zu ihren Absichten über das weitere Vorgehen geäußert, mehrfach angekündigte Pressekonferenzen sagte sie kurzfristig ab. Am Sonntag hatte Timoschenko noch durch Selbstbewusstsein und Siegesgewissheit beeindruckt. "Wir werden um jede Stimme kämpfen", hatte sie versprochen und von massenhaften Wahlfälschungen berichtet.

kgp/AFP/Reuters

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13.02.2010 von wertser: Ich sehe das anders

Haben Sie da nicht was verwechselt? Georgien hat den Krieg begonnen, übrigens mit freundlichen unterstützung von Justschenko mit Wafen und moralischer unterstützung der sogenanten Neuen Europa- Polen, Lettland [...] mehr...

12.02.2010 von sponky: udssr

Das ist keine starke Argumentation. Rumänien hatte die gleiche kommunistische Diktatur wie die UdSSR. Ausserdem sind die drei ex-sowjetischen Republiken (Estland, Lettland und Litauen) schon längst in der EU. Am besten fährt man [...] mehr...

12.02.2010 von Diomedes: Wohl kein Weg in den Bürgerkrieg

Normalerweise, wenn eine unterlegene Seite die Wahl der anderen nicht anerkennt und dieser Betrug vorwirft, würde dies in letzter Konsequenz auf einen Bürgerkrieg hinauslaufen; doch hier wird man es wohl bei lächerlichen [...] mehr...

11.02.2010 von Minnor: Sagen und Mythen über die Ukraine

Und warum nicht? Die Verhältnisse da waren nicht nur ähnlich, sie waren weitgehend identisch und die Phrase "Bulgarien ist kein Ausland" wurde im Russischen sprichwörtlich [...] mehr...

11.02.2010 von crash64: Ukraine

Rumänien und Bulgarien gehörten nicht zur früheren UdSSR, so dass dies nicht vergleichbar ist. Das der NATO-Beitritt blockiert wurde war nur gut, denn ein NATO-Beitritt hätte durchaus zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen in der [...] mehr...

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Wichtigste Eckdaten

Eigenname: Ukraine

Offizieller Eigenname: Ukraïna

Staatsoberhaupt:
Wiktor Janukowitsch (seit Februar 2010)

Regierungschef: Mykola Asarow (seit März 2010)

Außenminister: Kostjantyn Hryschtschenko
(seit März 2010)

Staatsform: Präsidialrepublik

Mitgliedschaften: GUS, OSZE, Uno

Hauptstadt: Kiew

Amtssprache: Ukrainisch

Religionen: mehrheitlich orthodoxe Christen

Fläche: 604.000 km²

Bevölkerung: 45,433 Mio.

Bevölkerungsdichte: 75 Einwohner/km²

Bevölkerungswachstum: -0,6%

Fruchtbarkeitsrate: 1,4 Geburten/Frau

Nationalfeiertag: 24. August

Zeitzone: MEZ -1 Stunde

Kfz-Kennzeichen: UA

Telefonvorwahl: +380

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