Von Gregor Peter Schmitz, Washington
Es ist ein Besuch, bei dem jede Kleinigkeit wichtig ist, jede Nuance. Barack Obamas Pressesprecher Robert Gibbs steht vor den Korrespondenten im Weißen Haus. Gerade hat er verkündet, dass sein Boss am kommenden Donnerstag den Dalai Lama, das spirituelle Oberhaupt der Tibeter, empfangen wird.
Die Journalisten wollen wissen, warum dies nicht im Oval Office geschieht, sondern im Map Room - einem weniger repräsentativen Saal. "Der Präsident glaubt, dass dieser Ort am besten geeignet für so ein Treffen ist", sagt Gibbs, aber die Journalisten haken nach. "Spielten diplomatische Überlegungen eine Rolle?" Gibbs lässt sich nicht aus der Ruhe bringen: "Noch kein US-Präsident hat den Dalai Lama im Oval Office empfangen."
Die Raumwahl folgt natürlich sorgfältigen diplomatischen Erwägungen. Der Besuch des Dalai Lama am 18. Februar könnte Spannungen in der ohnehin komplizierten Beziehung zwischen den Großmächten China und USA auslösen - der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Ma Zhaoxu, sagte offen, das Treffen werde sie "weiter belasten". Zhu Weiqun, hochrangiger Vertreter der Kommunistischen Partei in China, fragte gar drohend: "Wenn die US-Führer sich nun mit dem Dalai Lama treffen, wird dies Vertrauen und Kooperation zwischen den beiden Ländern beschädigen. Und wie soll das den USA bei der Bewältigung der Wirtschaftskrise helfen?"
China forderte den US-Präsidenten offiziell auf, den Dalai Lama auszuladen. Doch das wurde vom Weißen Haus kühl zurückgewiesen. Er wisse nicht, ob die Chinesen gezielt eine Absage des Treffens verlangt hätten, sagte Gibbs - "aber wenn das ihre Reaktion war, wird das Treffen wie geplant stattfinden".
Die Chinesen betrachten jeden offiziellen Empfang des tibetischen Religionsführers in der westlichen Welt als Einmischung in ihre inneren Angelegenheiten. Sie haben die Provinz 1950 besetzt, sie gilt als strategisch wichtig und ressourcenreich. Jedes Rütteln am Status quo empfinden die Machthaber als Spaltungsversuch des Auslands. Dabei haben die USA stets klargemacht, dass sie Tibet als Teil Chinas sehen und lediglich über die Menschenrechtslage besorgt sind.
Die Zeit des Kuschelns ist vorbei
Obama hat derlei Bedenken lange Rechnung getragen. Als der Dalai Lama im vergangenen Herbst zu Besuch in der US-Hauptstadt war, erhielt er keinen Termin. Kurz vor seiner China-Reise wollte der Präsident nicht provozieren. Das passte zum Kuschelkurs seiner Regierung im ersten Amtsjahr. Spitzenberater trafen sich mit ihren chinesischen Kollegen so oft wie in keiner US-Regierung zuvor - auch um die Skepsis über das US-Haushaltsdefizit und den Dollarkurs zu zerstreuen. Immerhin hält China mehr als eine Billion Dollar in US-Staatsanleihen. Während Obamas Besuch in Peking im November spielten Menschenrechte und Demokratie keine große Rolle.
Doch nun hat er genug vom Kuscheln. In den Beziehungen zu China ist eine "raue Phase" angebrochen, sagt Experte Kenneth Lieberthal von der Brookings Institution. Der Empfang des Dalai Lama ist genauso Ausdruck dessen wie US-Waffenlieferungen an Taiwan, das China als abtrünnige Provinz ansieht.
Zu groß ist in Obamas Team der Frust, dass die kommunistischen Machthaber trotz US-Annäherungsversuchen wenig Kooperationsbereitschaft bei der Lösung von Weltproblemen zeigen. Auf dem Weltklimagipfel in Kopenhagen brüskierten chinesische Vertreter die US-Delegation ebenso wie bei Uno-Verhandlungen über das iranische Atomprogramm. Zugleich ergingen sie sich aus US-Sicht in Triumphgeschrei über ihre schnellere Bewältigung der Weltfinanzkrise.
In den USA ist derzeit die Neigung groß, Wirtschaftskonflikte zu betonen - das kommt bei den Wählern daheim gut an, schließlich stehen im November Kongresswahlen an. Obama hat China gerade unverhohlen aufgefordert, es müsse endlich seine Währung aufwerten, um sich nicht weiter Exportvorteile zu verschaffen.
Beim Besuch des Dalai Lama kommen parteipolitische Erwägungen hinzu. Die Unterstützung für Tibet ist Obamas Parteifreunden sehr wichtig. Der von den Demokraten beherrschte Kongress ehrte den Dalai Lama 2007 mit großem Pomp. Dass der Präsident ihm irgendwann einen Termin geben musste, war klar.
Chinas neues Selbstbewusstsein nervt die Amerikaner
Das wissen auch die Chinesen - doch sie reagierten bisher dennoch gereizt auf jedes Treffen des Dalai Lama mit Vertretern der USA oder anderer westlicher Staaten. Sie sagten empört einen EU-Gipfel ab, nachdem Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy den Dalai Lama empfangen hatte. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel bekam den Zorn nach einem ähnlichen Treffen zu spüren.
Die scharfe Kritik an Obamas Treffen mit dem Dalai Lama unterstreicht das neue Selbstbewusstsein des Landes auf der Weltbühne. Seit Monaten empören sich chinesische Diplomaten lautstark selbst über Kleinigkeiten - wie Routinefragen in einem Bericht des Pentagons über Chinas militärische Ambitionen. Selbst Sanktionen gegen US-Firmen, die an den Waffenlieferungen an Taiwan beteiligt waren, will China nicht mehr ausschließen. Den Dialog über mutmaßliche Hackerangriffe aus dem Land auf Internetkonzerne wie Google verweigert es.
Mit Dissidenten macht das Regime ebenfalls kurzen Prozess, ohne sich um die Reaktionen im Ausland zu scheren. Gerade wurde der prominente Oppositionelle Liu Xiaobo in weniger als zehn Minuten Gerichtsverhandlung zu elf Jahren Gefängnis verurteilt.
Genug Konfliktstoff also. Obamas Sprecher Robert Gibbs versucht dennoch, die jüngste Kontroverse herunterzuspielen. Man pflege mit China eine "reife" Beziehung, in der man natürlich nicht immer einer Meinung sei, sagte er.
Gibbs klang dabei fast wie der Präsident, wenn er über Dialog mit den Republikanern in Washington spricht.
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Habe ich Sie gerade richtig verstanden, dass die Indianer in Amerika nicht massakriert wurden, sondern einfach so verstorben sind....weil sie krank wurden?? Das ist starker Tobak, Mister. mehr...
Indien ist im Moment die wohl am meisten ueberschaetzte Nation der Welt. Sie ist in ihrer Reproduktionsrate einsame Spitze, aber offensichtlich unfaehig, sich gezielt zu organisieren. Zuviel Kastenbarrieren, religioese [...] mehr...
China wird sich nicht mit den USA einlassen, um die Welt nach deren Gusto zu manipulieren. Die USA werden sich schon allein aus Alleinallmachtsgedanken und Weltrettertraeumen nicht so weit strecken, um mit derjenigen Macht zu [...] mehr...
Da wollten die Nord Koreaner doch tatsächlich die FIFA austricksen und einen Stürmer als Torwart nominieren. Wenn das geklappt hätte, ja dann hätte Brasilien kaum eine Chance gehabt. lol mehr...
Also; Die Nord Koreaner konnten sich nur eine Herberge leisten in der alle Spieler zusammen in einem Raum wohnten und schliefen..... Als es dann ins Halbfinale gab es einige Sposoren und Gelder und man konnte sich luxurioese [...] mehr...
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