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16.02.2010
 

Luftangriff in Südafghanistan

Nato-Rakete traf doch das gewählte Ziel

Die Nato korrigiert ihre Einschätzung des Angriffs auf ein Haus in der südafghanischen Taliban-Hochburg Mardscha. Die Rakete habe das angepeilte Ziel getroffen und sei kein Irrläufer gewesen, wie zunächst angegeben. Bei dem Angriff starben zwölf Zivilisten.

London - Die Rakete, bei deren Einschlag in Südafghanistan zwölf Zivilpersonen getötet wurden, war laut Nato nicht falsch ausgerichtet. Das Geschoss habe auch keine Fehlfunktion gehabt, sondern vielmehr das als Ziel ausgewählte Haus getroffen, sagte der Nato-Kommandeur im südlichen Afghanistan, der britische Generalmajor Nick Carter, am Dienstag. Der britische Militärsprecher Generalmajor Gordon Messenger sagte, es sei eine "zulässige Annahme", dass bei dem Angriff auch Aufständische getötet worden seien.

Die Nato hatte nach dem Angriff am Sonntag zunächst erklärt, die Rakete habe ihr Ziel um mehr als 300 Meter verfehlt und versehentlich das Haus in Mardscha getroffen. Unter den Toten waren sechs Kinder. Laut afghanischen Angaben hielten sich in dem Haus drei Taliban-Kämpfer auf.


ffr/apn/AP

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Hintergrund zu Helmand

Helmand ist eine Provinz im Südwesten Afghanistans mit etwa 2,5 Millionen Einwohnern. Viele von ihnen gehören dem Volk der Paschtunen an und sind vorwiegend strenggläubige sunnitische Muslime. Mit 58.000 Quadratkilometern ist das Gebiet etwa doppelt so groß wie Brandenburg. In der Provinzhauptstadt Laschkar Gah leben etwa 40.000 Einwohner.

Helmand gilt seit Jahren als Hochburg der Taliban. Rückhalt finden sie bei den Drogenbaronen in der Provinz und im benachbarten Südwesten Pakistans. Nach Uno-Schätzungen ist Helmand das weltgrößte Anbaugebiet von Schlafmohn, aus dem Opium und schließlich Heroin gewonnen wird - von hier stammen etwa 20 Prozent der weltweiten Produktion.



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