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17.02.2010
 

Afghanistan

Viele Tote bei Luftangriff der Nato

Die Soldaten forderten Verstärkung aus der Luft an: Bei einem Nato-Angriff auf Aufständische im Osten Afghanistans sind nach Angaben des Bündnisses mehr als ein Dutzend Menschen ums Leben gekommen.

Kabul - Soldaten der Nato-Schutztruppe Isaf haben am Dienstag eine Gruppe Aufständischer im Osten Afghanistans entdeckt und einen Luftangriff angefordert. Bei der Militäraktion kamen nach Isaf-Angaben mehr als ein Dutzend Menschen ums Leben. Bei den Opfern handele es sich um Extremisten, Zivilisten seien nicht zu Schaden gekommen.

Am Dienstag wurden zudem zwei Isaf-Soldaten getötet. Sie kamen bei der Großoffensive gegen die Taliban in der südafghanischen Provinz Helmand ums Leben. Die Isaf teilte am Mittwoch mit, ein Soldat sei am Vortag bei einem Feuergefecht gestorben. Ein weiterer Soldat sei ebenfalls am Dienstag bei einem Sprengstoffanschlag ums Leben gekommen. Beide Soldaten seien an der Operation "Muschtarak" ("Gemeinsam") beteiligt gewesen.

Zur Nationalität der Opfer machte die Isaf keine Angaben. Bei der bislang größten Offensive gegen die Taliban seit dem Sturz ihres Regimes Ende 2001 gehen 15.000 afghanische und ausländische Soldaten gegen die Aufständischen in Helmand vor. Die größten ausländischen Kontingente stellen Amerikaner und Briten.

Am Mittwoch töteten die USA bei einem Luftangriff im Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan mindestens drei Extremisten. Eine Drohne habe eine Rakete auf ein Dorf in der pakistanischen Region Nordwaziristan gefeuert, hieß es in pakistanischen Geheimdienstkreisen. Drei Männer seien zudem verletzt worden. Über die Identität der Extremisten wurde zunächst nichts bekannt. Die Drohne habe auf eine Stellung von Extremisten in dem bei Miranshah gelegenen Dorf Tapi gezielt.

Miranshah ist die wichtigste Stadt in der Region, einer Brutstätte der radikal-islamischen Taliban und der Extremistenorganisation al-Qaida. Es war bereits der zweite Angriff auf Tapi in dieser Woche.

Wenige Tage zuvor war nach US-Angaben der Taliban-Oberkommandeur Mullah Abdul Ghani Baradar in Pakistan gefasst worden. Der Militärchef sei bei einem gemeinsamen Einsatz der Geheimdienste beider Länder gefangen genommen worden.

hen/dpa/Reuters/apd

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Hintergrund zu Helmand

Helmand ist eine Provinz im Südwesten Afghanistans mit etwa 2,5 Millionen Einwohnern. Viele von ihnen gehören dem Volk der Paschtunen an und sind vorwiegend strenggläubige sunnitische Muslime. Mit 58.000 Quadratkilometern ist das Gebiet etwa doppelt so groß wie Brandenburg. In der Provinzhauptstadt Laschkar Gah leben etwa 40.000 Einwohner.

Helmand gilt seit Jahren als Hochburg der Taliban. Rückhalt finden sie bei den Drogenbaronen in der Provinz und im benachbarten Südwesten Pakistans. Nach Uno-Schätzungen ist Helmand das weltgrößte Anbaugebiet von Schlafmohn, aus dem Opium und schließlich Heroin gewonnen wird - von hier stammen etwa 20 Prozent der weltweiten Produktion.


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