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17.02.2010
 

Dubai-Mord

London bestellt israelischen Botschafter ein

Die britische Regierung hat nach dem Mordkomplott gegen einen Hamas-Anführer in Dubai den israelischen Botschafter ins Außenministerium einbestellt. Ron Prosor wird am Donnerstag zu Gesprächen über die Nutzung gefälschter britischer Pässe bei dem Komplott im Außenministerium erwartet.

London - In der Affäre um den Mord an einem Hamas-Funktionär und um gefälschte Pässe hat die britische Regierung den israelischen Botschafter einbestellt. Die Gespräche sollen am Donnerstag stattfinden, teilte das Außenministerium am Mittwochabend in London mit.

Die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate verdächtigen elf Menschen, die mit gefälschten Pässen nach Dubai eingereist waren, den ranghohen Hamas-Mann umgebracht zu haben. Unter den Pässen waren sechs von Briten, die seit langem in Israel leben.

Der Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses im britischen Parlament, Mike Gapes, sagte, wenn nicht Israel für die Tat verantwortlich sei, "dann hat jemand versucht, es so aussehen zu lassen, als seien es die Israelis". Premierminister Gordon Brown hatte eine Untersuchung des Falls angekündigt.

Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman hat eine Beteiligung seines Landes an der Ermordung des Hamas-Befehlshabers Mahmud al-Mabhuh in Dubai offengelassen. Beweise dafür gebe es nicht, sagte Lieberman am Mittwoch im israelischen Rundfunk. Der konservative Politiker bestritt nicht explizit eine Beteiligung Israels, verwies aber auf die Politik der Zweideutigkeit, die jede Regierung seit Gründung Israels in Sicherheitsfragen vertritt. "Es gibt keinen Grund, warum der Mossad dahinterstecken sollte und kein anderer Geheimdienst oder ein Land, welches Schaden anrichten will", sagte er.

Mabhuh war vor drei Wochen tot in seinem Hotelzimmer in Dubai aufgefunden worden. Die Hamas hat Israel beschuldigt, hinter der Tat zu stecken. Die Polizei in Dubai schließt eine Beteiligung des Landes ebenfalls nicht aus.

luk/dpa/AFP/dpa-AFX

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Die Hamas

Name: Abkürzung für "Harakat al-Mukawma al-Islamija", "Islamische Widerstandsbewegung"

Gründung: 1987 im Zuge der ersten Intifada durch Scheich Ahmed Jassin (getötet von israelischen Sicherheitskräften im März 2004)

Wurzeln: Entstanden aus dem palästinensischen Zweig der Muslimbruderschaft

Ziel: Errichtung eines islamischen Gottesstaates Palästina - die Charta von 1988 proklamiert die Vernichtung Israels

Einfluss: Größte islamische Bewegung im Gaza-Streifen

Selbstverständnis: Gemeinnützige religiöse Organisation mit vielfältigen sozialen Einrichtungen; bewaffnete Widerstandsbewegung mit zahlreichen Selbstmordattentaten und Raketenangriffe gegen Israel; seit einiger Zeit auch politische Partei mit Parlamentsmehrheit nach der Wahl 2006

Militärischer Arm: Kassam-Brigaden mit Hunderten Mitgliedern; 2006 gründete die Hamas außerdem eine 3000 Mann starke Polizeitruppe in Konkurrenz zu den Fatah-dominierten Sicherheitskräften

Internationale Anerkennung: EU, Israel und die USA stufen die Hamas als terroristische Organisation ein

Politische Entwicklung: Gewinn der absoluten Mehrheit bei der Parlamentswahl im Januar 2006; Bildung einer Einheitsregierung mit der Fatah im März 2007. Diese scheitert Wochen später





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