London - In der Affäre um den Mord an einem Hamas-Funktionär und um gefälschte Pässe hat die britische Regierung den israelischen Botschafter einbestellt. Die Gespräche sollen am Donnerstag stattfinden, teilte das Außenministerium am Mittwochabend in London mit.
Die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate verdächtigen elf Menschen, die mit gefälschten Pässen nach Dubai eingereist waren, den ranghohen Hamas-Mann umgebracht zu haben. Unter den Pässen waren sechs von Briten, die seit langem in Israel leben.
Der Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses im britischen Parlament, Mike Gapes, sagte, wenn nicht Israel für die Tat verantwortlich sei, "dann hat jemand versucht, es so aussehen zu lassen, als seien es die Israelis". Premierminister Gordon Brown hatte eine Untersuchung des Falls angekündigt.
Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman hat eine Beteiligung seines Landes an der Ermordung des Hamas-Befehlshabers Mahmud al-Mabhuh in Dubai offengelassen. Beweise dafür gebe es nicht, sagte Lieberman am Mittwoch im israelischen Rundfunk. Der konservative Politiker bestritt nicht explizit eine Beteiligung Israels, verwies aber auf die Politik der Zweideutigkeit, die jede Regierung seit Gründung Israels in Sicherheitsfragen vertritt. "Es gibt keinen Grund, warum der Mossad dahinterstecken sollte und kein anderer Geheimdienst oder ein Land, welches Schaden anrichten will", sagte er.
Mabhuh war vor drei Wochen tot in seinem Hotelzimmer in Dubai aufgefunden worden. Die Hamas hat Israel beschuldigt, hinter der Tat zu stecken. Die Polizei in Dubai schließt eine Beteiligung des Landes ebenfalls nicht aus.
luk/dpa/AFP/dpa-AFX
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