Patna - Die Angreifer kamen in der Nacht. Rund hundert maoistische Rebellen haben im ostindischen Bundesstaat Bihar ein Dorf überfallen und mindestens zehn Bewohner getötet. Sie schossen wahllos auf die Menschen, sprengten Hütten in die Luft oder zündeten die strohgedeckten Häuschen an, wie ein Polizeisprecher am Donnerstag sagte. Eine vierköpfige Familie starb in den Flammen. Sechs weitere Dorfbewohner töteten die Rebellen durch Schüsse oder bei den Sprengungen. Zudem verschleppten sie sechs Bewohner.
Der Überfall war nach Einschätzung der Polizei ein Racheakt. Die Rebellen verdächtigen demnach die Dorfbewohner, vor einiger Zeit bei der Festnahme von elf ihrer Gesinnungsgenossen geholfen zu haben.
Erst am Dienstag hatten maoistische Aufständische bei einem Überfall auf eine Polizeistation im indischen Bundesstaat Westbengalen 20 Menschen getötet. Dieser Überfall war der blutigste Anschlag seit Jahresbeginn.
In Indien sind in 20 von 28 Bundesstaaten maoistische Rebellen aktiv. Sie kämpfen seit 1967 nach eigenen Angaben für die Rechte landloser Bauern. Die Maoisten streben ein kommunistisches Regime an und stellen sich gegen die parlamentarische Demokratie in Indien. Allein im vergangenen Jahr starben nach Regierungsangaben bei Attacken der Aufständischen mehr als 1100 Menschen.
mmq/AP/AFP
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