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18.02.2010
 

Iran

Atombehörde sieht Anzeichen für Waffenprogramm

Irans Präsident Ahmadinedschad mit Atombehördenchef El Baradei: Frostiges VerhältnisZur Großansicht
dpa

Irans Präsident Ahmadinedschad mit Atombehördenchef El Baradei: Frostiges Verhältnis

Die internationale Atomenergiebehörde sieht erstmals Anzeichen für eine nukleare Aufrüstung Irans. Teheran müsse den Verdacht ausräumen. Unterdessen droht eine Uno-Resolution am Veto Chinas zu scheitern.

Berlin - Iran könnte nach Auffassung der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA an einer Atomwaffe arbeiten. Dies geht aus einem neuen Iran-Bericht der Uno-Behörde hervor. Darin zeigte sich die IAEA besorgt über ihr vorliegende Informationen, dass das islamische Land bereits an einem Atomwaffensprengkopf baut. Es ist das erste Mal, dass die in Wien ansässige Behörde in einem Bericht so konkret von einer nuklearen Bedrohung durch Iran spricht.

Die Regierung in Teheran müsse unverzüglich mit der Behörde zusammenarbeiten, um den Verdacht auf militärische Dimensionen seines Atomprogramms auszuräumen. Zugleich teilte die IAEA mit, ihre Inspektoren hätten eine erste Anreicherung von Uran in Iran auf 20 Prozent bestätigt. Die Uno-Behörde bemängelte, dass die Inspektoren vorab nicht rechtzeitig über die höhere Anreicherung informiert worden seien.

Die Organisation hatte vorgeschlagen, dass Iran sein Uran im Ausland anreichern lässt. Damit sollten internationale Bedenken ausgeräumt werden, dass der Golfstaat in den Besitz der Atombombe gelangen könnte. Die Führung in Teheran hatte allerdings zahlreiche Bedingungen für den Uran-Austausch gestellt. Die Sechsergruppe aus den Uno-Vetomächten USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland lehnten die Forderungen als unannehmbar ab. Als Ahmadinedschad daraufhin die Anreicherung von Uran auf 20 Prozent im eigenen Land anordnete, wurden die Forderungen nach neuen Sanktionen wieder lauter.

Teheran hatte nach dem Scheitern eines Atomdeals mit der IAEA und den Weltmächten in der vergangenen Woche mit einer höheren Urananreicherung als bisher begonnen. Dies wurde als Provokation gegenüber der Internationalen Gemeinschaft gewertet, viele Länder brachten neue Sanktionen ins Spiel. Iran beteuert dagegen weiterhin, mit seinem Atomprogramm nur friedliche Zwecke zu verfolgen.

In einem Interview mit SPIEGEL ONLINE zeigte sich unterdessen einer der führenden Iran-Experten in den USA, Karim Sadjadpour,überzeugt, dass ein Militärschlag gegen Iran wahrscheinlicher werde.

Blockiert China neue Resolution?

Unterdessen gehen Experten davon aus, dass eine von den USA gewünschte neue Uno-Resolution gegen Iran wegen des umstrittenen iranischen Atomprogramms scheitern wird. Peking sehe nicht die Gefahr, dass das Land kurzfristig Atomwaffen herstellen könne, schrieb die renommierte Denkfabrik International Crisis Group am Mittwoch. "Zudem hat China ein starkes Interesse an guten Beziehungen zu Iran", schreiben die Analytiker. Beide Länder sind wichtige Handelspartner. Die Chinesen hätten besonderes Interesse an den Energieressourcen des Landes im Mittleren Osten. Deshalb werde es auch keine Sanktionen gegen Iran geben.

"Peking sieht den iranischen Einfluss im Mittleren Osten und Zentralasien als hilfreich für seine eigenen politischen, wirtschaftlichen und strategischen Ziele", schreiben die Experten der Crisis Group weiter. "Beide Länder teilen zudem wichtige historische und politische Interessen, verstärkt durch einen gemeinsamen Argwohn gegen den Westen." Zudem hätten beide Länder schon Erfahrung mit Sanktionen, die von den USA initiiert worden waren. Allerdings werde Peking vorsichtig sein: Die wirtschaftlichen Beziehungen zu den USA seien weit größer als die zu Iran.

sev/dpa/Reuters

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23.02.2010 von Michael Schnarch:

Das Geschäft wird derzeit nicht realisiert. Weder steht die Finanzierung noch will Österreich Konflikte mit den USA. mehr...

23.02.2010 von thesprotios: USA neue Fronten für den Weltfrieden

Das szenario ist schon längst auf Papier gedruckt meine Damen und Herren mit einem Militär Schlag der USA is in den Kommenden Jahren zu rechnen deshalb beeilt sich Iran mit der anreicherung der gantze Prozess geht darauf hinaus.. [...] mehr...

23.02.2010 von guylux: Österreich

Aber , aber , Herr Schnarch , das ist doch Peanuts gegenüber dem Riesenprojekt Österreichs ( 22 Billionen Euro ) mit dem Iran zwecks Öl-und Gasförderung . mehr...

23.02.2010 von Michael Schnarch:

Wer auf dem Misthaufen der eigenen unsäglich furchtbaren Geschichte sitzt, sollte bei der Beurteilung der Geschichte anderer Völker weniger arrogant sein. mehr...

23.02.2010 von Ben Yona Franklin:

Obama hat es verstanden ; es gibt nur eine Alternative fuer seine Presidentschaft.... "The United States warned Iran on Tuesday that "time and patience is running out" with its nuclear program, saying Tehran had [...] mehr...

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Uran und Atomwaffen

Uran

Uran eignet sich sowohl für die Energiegewinnung als auch für den Einsatz in Atomwaffen. Entscheidend ist der Grad der Anreicherung. Der Ausgangsstoff Uranerz besteht zu rund 99,3 Prozent aus Uran 238; das spaltbare Uran 235 macht nur etwa 0,7 Prozent aus. Für die Nutzung in Kernreaktoren muss der Anteil von Uran 235 auf drei bis fünf Prozent gesteigert werden, für eine Atombombe ist ein Anreicherungsgrad von mindestens 85 Prozent notwendig.

Anreicherung

Einsatz in Atomwaffen


Irans Atomprogramm

Streit

AP
Iran unterzeichnete 1968 den Sperrvertrag für Atomwaffen . Dieser erlaubt die zivile Nutzung von Nuklearenergie und die dafür notwendige Forschung einschließlich der Urananreicherung .

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags; sie erstellt regelmäßig Berichte über das iranische Atomprogramm .

Der Uno-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1696 vom 31. Juli 2006 Iran erstmals aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen; Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag.

Als Vermittler tritt seit einigen Jahren auch die "EU-Troika" auf, bestehend aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

Anlagen

Geschichte

Sanktionen

Nahost

Personen

Der Verhandlungspoker um die Urananreicherung

Republik Iran

Land

REUTERS
Die Islamische Republik Iran ist mit einer Fläche von rund 1,7 Millionen Quadratkilometern fünfmal so groß wie Deutschland. Das Land besitzt nach Russland die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt, beim Erdöl steht Iran auf Platz drei und ist derzeit nach Saudi-Arabien der größte Produzent innerhalb der Opec.

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