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19.02.2010
 

Atomstreit

USA drängen auf Sanktionen gegen Iran

US-Vizepräsident Joe Biden: "Iran muss die Konsequenzen spüren" Zur Großansicht
AFP

US-Vizepräsident Joe Biden: "Iran muss die Konsequenzen spüren"

Besorgt haben die USA auf Berichte reagiert, wonach Iran konkret an einem nuklearen Waffenprogramm arbeiten könnte. Teheran halte sich offenbar nicht an internationale Verpflichtungen. US-Vizepräsident Joe Biden drohte mit Konsequenzen.

Washington/Wien - Verärgert und besorgt haben die USA am Donnerstag auf einen Bericht reagiert, nach dem Teheran bereits an einer Atomwaffe arbeiten könnte. Das neue Papier der Atomenergiebehörde IAEA enthalte "viele besorgniserregende Dinge", erklärte Außenamtssprecher Philip Crowley in Washington. Die Behörde sieht Anzeichen dafür, dass das islamische Land bereits an einem Atomwaffensprengkopf baut.

"Es gibt für diese Einrichtung keine Erklärung, die auf eine zivile Nutzung des Atomprogramms schließen lässt", sagte Crowley. Die neuen Erkenntnisse seien bezeichnend dafür, wie sich Teheran gegenüber der Uno-Behörde in Wien verhalte. Iran sei nicht in der Lage, befriedigend zu erklären, welches Ziel es mit seinem Atomprogramm verfolge.

Die US-Regierung sieht sich somit in ihren Forderungen nach weiteren Sanktionen bestätigt. Der Bericht zeige einmal mehr, dass die islamische Republik sich nicht an ihre internationalen Verpflichtungen halte, sagte der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Robert Gibbs, am Donnerstag. In einem solchen Fall habe die US-Regierung stets erklärt, dass dies Konsequenzen haben werde. Auch Vizepräsident Joe Biden drohte der Islamischen Republik. "Gemeinsam mit unseren internationalen Partnern arbeiten wir daran, sicherzustellen, dass Iran wirkliche Konsequenzen dafür zu spüren bekommt, dass es sich nicht an die internationalen Abmachungen hält", sagte Biden in Washington.

Auch Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hat Iran mit weiteren Sanktionen gedroht. Die Weltgemeinschaft werde "sich nicht länger vertrösten lassen", wenn die Führung in Teheran weiterhin zu keinem "ehrlichen Dialog" bereit sei, sagte er am Freitag in Berlin. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm betonte, die Hand für eine diplomatische Lösung bleibe ausgestreckt. Mit einem klaren "Nein" beantwortete Wilhelm die Frage, ob die Bundesregierung einen Militärschlag gegen Iran unterstütze. "Wir schließen eine militärische Lösung aus."

"Schlüssige und glaubhafte Informationen"

In dem neuen Report zeigte sich die IAEA besorgt über Informationen, nach denen das islamische Land bereits an einem Atomwaffensprengkopf bauen könnte. Yukiya Amano, der neue Generaldirektor der Behörde, sprach von "in sich schlüssigen und glaubhaften" Informationen zu möglichen Aktivitäten, die im Zusammenhang mit Nuklearwaffen stehen könnten.

Der Bericht listet eine Reihe von Aktivitäten auf, die "anscheinend auch nach 2004 fortgesetzt wurden". Dazu zählen Arbeiten an nuklearen Sprengstoffen, die für militärische Zwecke genutzt werden könnten. Es ist das erste Mal, dass die in Wien ansässige Behörde in einem Bericht so konkret von einer nuklearen Bedrohung durch Iran spricht.

Teheran steht seit längerem im Verdacht, unter dem Deckmantel eines friedlichen Energieprogramms heimlich nach Atomwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran weist die Vorwürfe zurück. Nach dem Scheitern eines Atomdeals mit der IAEA und den Weltmächten hatte das Land in der vergangenen Woche mit einer höheren Urananreicherung auf 20 Prozent begonnen. Dies wurde von der Internationalen Gemeinschaft als Provokation gewertet, viele Länder brachten neue Sanktionen in Spiel.

kgp/dpa/AFP/apn/Reuters

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Die neuesten Beiträge:
23.02.2010 von Michael Schnarch:

Das Geschäft wird derzeit nicht realisiert. Weder steht die Finanzierung noch will Österreich Konflikte mit den USA. mehr...

23.02.2010 von thesprotios: USA neue Fronten für den Weltfrieden

Das szenario ist schon längst auf Papier gedruckt meine Damen und Herren mit einem Militär Schlag der USA is in den Kommenden Jahren zu rechnen deshalb beeilt sich Iran mit der anreicherung der gantze Prozess geht darauf hinaus.. [...] mehr...

23.02.2010 von guylux: Österreich

Aber , aber , Herr Schnarch , das ist doch Peanuts gegenüber dem Riesenprojekt Österreichs ( 22 Billionen Euro ) mit dem Iran zwecks Öl-und Gasförderung . mehr...

23.02.2010 von Michael Schnarch:

Wer auf dem Misthaufen der eigenen unsäglich furchtbaren Geschichte sitzt, sollte bei der Beurteilung der Geschichte anderer Völker weniger arrogant sein. mehr...

23.02.2010 von Ben Yona Franklin:

Obama hat es verstanden ; es gibt nur eine Alternative fuer seine Presidentschaft.... "The United States warned Iran on Tuesday that "time and patience is running out" with its nuclear program, saying Tehran had [...] mehr...

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Uran und Atomwaffen

Uran

Uran eignet sich sowohl für die Energiegewinnung als auch für den Einsatz in Atomwaffen. Entscheidend ist der Grad der Anreicherung. Der Ausgangsstoff Uranerz besteht zu rund 99,3 Prozent aus Uran 238; das spaltbare Uran 235 macht nur etwa 0,7 Prozent aus. Für die Nutzung in Kernreaktoren muss der Anteil von Uran 235 auf drei bis fünf Prozent gesteigert werden, für eine Atombombe ist ein Anreicherungsgrad von mindestens 85 Prozent notwendig.

Anreicherung

Einsatz in Atomwaffen


Irans Atomprogramm

Streit

AP
Iran unterzeichnete 1968 den Sperrvertrag für Atomwaffen . Dieser erlaubt die zivile Nutzung von Nuklearenergie und die dafür notwendige Forschung einschließlich der Urananreicherung .

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags; sie erstellt regelmäßig Berichte über das iranische Atomprogramm .

Der Uno-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1696 vom 31. Juli 2006 Iran erstmals aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen; Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag.

Als Vermittler tritt seit einigen Jahren auch die "EU-Troika" auf, bestehend aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

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Der Verhandlungspoker um die Urananreicherung

Republik Iran

Land

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Die Islamische Republik Iran ist mit einer Fläche von rund 1,7 Millionen Quadratkilometern fünfmal so groß wie Deutschland. Das Land besitzt nach Russland die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt, beim Erdöl steht Iran auf Platz drei und ist derzeit nach Saudi-Arabien der größte Produzent innerhalb der Opec.

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