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24.02.2010
 

Mord an Hamas-Anführer

Polizei in Dubai fahndet nach 15 weiteren Verdächtigen

Waren an dem Mord an Hamas-Führer Mahmud al-Mabhuh noch mehr Täter beteiligt als bisher angenommen? Die Polizei in Dubai hat 15 weitere Verdächtige ausgemacht, darunter fünf Frauen - auch sie reisten mit westlichen Pässen in das Emirat.


Dubai - Der Kreis der Verdächtigen im Mordfall Mahmud al-Mabhuh wird größer. Bei der Fahndung nach den Mördern des Hamas-Führers in Dubai hat die dortige Polizei 15 weitere Personen im Visier, die mit Pässen westlicher Staaten in das Emirat einreisten. Bislang hatten Sicherheitskräfte offiziell von elf Verdächtigen gesprochen.

Die 15 jetzt neu Genannten nutzten sechs britische, drei französische, drei irische sowie drei australische Pässe, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Sie seien aus sechs europäischen Städten sowie aus Hongkong nach Dubai eingereist. Unter ihnen seien fünf Frauen; insgesamt gibt es nach Angaben der Ermittler im Zusammenhang mit der Ermordung des Hamas-Führers nunmehr 26 Verdächtige. Einem Bericht des Senders al-Arabiya zufolge schließt die Polizei nicht aus, dass in dem Fall noch weitere Verdächtige auftauchen.

Mabhuh, führender Funktionär der radikalislamischen Palästinenserorganisation, war am 20. Januar ermordet in einem Hotel in Dubai aufgefunden worden. Die Polizei macht den israelischen Geheimdienst Mossad für die Tat verantwortlich, was von Israel bestritten wird. Die Affäre um die Verwendung westlicher Pässe durch die mutmaßlichen Täter hat weltweit für Aufsehen gesorgt und Israel diplomatisch unter Druck gesetzt.

Einer der mutmaßlich Beteiligten reiste mit einem in Deutschland ausgestellten Pass ein. Nach SPIEGEL-Informationen wurde das Dokument im Juni 2009 auf Antrag eines israelischen Staatsbürgers in Köln ausgestellt. Der Mann namens Michael Bodenheimer habe im Frühsommer als Beleg für seine deutschen Wurzeln die Hochzeitsurkunde seiner Eltern vorgelegt, die von den Nazis verfolgt worden seien.

Die britische Zeitung "The Independent" meldete unterdessen, dass schon bei einem früheren mutmaßlich vom Mossad begangenen Mord ein israelischer Agent zur Tarnung einen deutschen Pass benutzt haben soll.

Am 12. Februar 2008 war der militärische Kopf der libanesischen Schiiten-Miliz Hisbollah, Imad Mugnijeh, in Syriens Hauptstadt Damaskus bei der Explosion einer Autobombe ums Leben gekommen. Laut einem am Dienstag veröffentlichten Bericht des "Independent" sollen drei israelische Agenten den Anschlag verübt haben. Je mit einem deutschen, einem französischen und einem spanischen Pass ausgestattet seien die Agenten aus Europa nach Syrien gereist, um dort die Nummer zwei der Hisbollah zu töten.

Die Pässe für die Kommando-Aktion seien in Israel gefälscht, die für die Papiere verwendeten Identitäten jedoch echt gewesen, so die Zeitung. Jüdische Europäer hätten freiwillig ihre Identität "ausgeliehen", um den Agenten eine wasserdichte Tarnung zu garantieren. Im Falle des deutschen Passes sei es ein jüdischer Elektriker aus München - Vorname Ludwig - gewesen, der einverstanden gewesen sei, dass ein Mossad-Agent unter Verwendung seines Namens töte, schreibt Gordon Thomas im "Independent".

hen/upu/AFP/dpa

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