New York - Argentinien hat Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon aufgefordert, sich in den Streit mit Großbritannien um die Falkland-Inseln ("Malvinas") einzuschalten. Der argentinische Außenminister Jorge Taiana beschwerte sich bei den Vereinten Nationen über die Bohrungen britischer Ölgesellschaften vor den Falkland-Inseln. Es handle sich dabei um einen "illegalen Akt, der gegen das Völkerrecht verstößt", so Taiana. Das britische Vorgehen missachte auch "ausdrückliche Uno-Resolutionen, die verlangen, dass keine Partei einseitige Schritte ergreift, die die Situation erschweren könnten".
Ban soll nach dem Willen Argentiniens in London auch darauf dringen, Verhandlungen über den Status der Inseln aufzunehmen. "Argentinien ist bereit für diesen Dialog", sagte der Außenminister. Das Gespräch mit Ban bezeichnete Taiana als "sehr herzlich und positiv". Der britische Uno-Botschafter Mark Lyall Grant erklärte derweil in New York, sein Land habe keine Zweifel an der Zugehörigkeit der Inseln zu Großbritannien. Großbritannien hatte am Montag eine Öl-Probebohrung in der Nähe der Falkland-Inseln begonnen.
Unterdessen hat der brasilianische Präsident Inacio Lula da Silva den Vereinten Nationen Tatenlosigkeit in der Falkland-Debatte vorgeworfen. "Welche geografische, politische oder wirtschaftliche Erklärung gibt es dafür, dass England auf den Malvinas ist?" fragte Silva und fügte hinzu: "Könnte es sein, dass der Grund darin besteht, dass England ständiges Mitglied des Uno-Sicherheitsrats ist?"
Argentinien erhebt seit 1833 Anspruch auf die zu Großbritannien gehörenden Inseln vor der Küste Patagoniens. Um die Falklands war es 1982 zum Krieg gekommen, nachdem argentinische Soldaten die Inseln besetzt hatten. Am Ende kapitulierte die damalige argentinische Militärjunta. Im Falkland-Krieg starben auf beiden Seiten insgesamt mehr als 900 Menschen. In Umfragen hat sich die Mehrheit der Bevölkerung auf den Inseln für den weiteren Verbleib bei Großbritannien ausgesprochen.
anr/apn/dpa/AFP
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