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09.03.2010
 

Bundeswehr und Drohnen

"Der Finger Gottes"

Aus Kunduz berichtet Matthias Gebauer

Bundeswehrsoldaten in Kunduz: Verlust der deutschen UnschuldZur Großansicht
REUTERS

Bundeswehrsoldaten in Kunduz: Verlust der deutschen Unschuld

Drohnen setzte die Bundeswehr in Afghanistan lange Zeit nur ein, um die Taliban zu beobachten. Doch seit deutsche Offiziere auch die tödliche Wirkung der unbemannten Kampfflieger erlebten, schwärmen sie euphorisch von der Waffengattung.

Es war an einem Sommertag im Juni 2009, als die Bundeswehr in Afghanistan erstmals von den Drohnen der US-Armee im Kampfeinsatz Gebrauch machte. Einige Beobachter bezeichnen das Datum im Rückblick als den entscheidenden Schritt zum Verlust der deutschen Unschuld in Afghanistan. Raketen der berüchtigten Drohnen, abgefeuert auf deutschen Befehl: Es war wohl die Anpassung an die Realität im Krieg in Nordafghanistan.

Zuvor hatten die Deutschen US-Drohnen, die die Amerikaner über die Nato-Mission auch den Alliierten ausleihen, nur zur Beobachtung von Taliban-Bewegungen genutzt. Die tödlichen Hellfire-Raketen aber schossen die Deutschen nicht ab. Am 15. Juni jedoch drückte Oberst Georg Klein, der heute wegen des fatalen Bombardements am 4. September in der Kritik steht, zum ersten Mal auf den roten Knopf. Sekunden später explodierte eine am Straßenrand entdeckte Sprengfalle.

Seitdem ist die Nutzung der unbemannten Kampfgeräte für die Deutschen zur Routine geworden - vergleichbar der Anforderung von Luftnahunterstützung. Jede Nacht kann man rund um Kunduz das leise, aber gut hörbare Summen der Predators hören, oft sind sie allerdings auch für die immer aktiveren US-Einheiten in der Taliban-Hochburg im Einsatz. Zwar hat die Bundeswehr mittlerweile eigene unbewaffnete Drohnen. Doch mit den Hightech-Geräten aus den USA können sie nicht mithalten.

Nicht einmal einen Monat nach dem ersten Abschuss einer Hellfire-Rakete begannen die Deutschen auch, die Drohnen für den Kampf gegen die Taliban einzusetzen. Mitte Juli löschte eine der angeforderten Flieger eine Stellung der Taliban aus. Live sah sich Oberst Klein mit seinen Offizieren im Befehlsstand die Bilder der Präzisionsattacke an, 15 Kämpfer waren sofort tot. Euphorisch berichteten leitende Offiziere nach der Attacke auf die Taliban-Stellung vom "Finger Gottes".

Dieser erste tödliche Angriff sorgte in Deutschland unter den Verteidigungspolitikern für Aufsehen. Wie so oft unterrichtete die Bundeswehr nicht über den Vorfall, nur Kenner der vielen Internetseiten der US-Armee fanden die Unterstützungsleistung für die Deutschen in einem der täglich aktualisierten Logbücher. Dort wurde lediglich vermerkt, dass nach dem Angriff keine Gefahr mehr von der Stellung des Feindes ausging.

Seitdem benutzten die Deutschen die US-Drohnen eigentlich immer, wenn sie die Gelegenheit dazu bekamen. Allerdings sind die Fluggeräte sehr beliebt, und die US-Armee und ihre Spezialkräfte haben stets Vorrang, wenn sie Drohnen anfordern.

Zurück zu Obamas Killerdrohnen: Schattenkrieg des Friedensfürsten

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14.03.2010 von Michael Schnarch:

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Die wichtigsten Drohnen-Typen

MQ-1 Predator

Die MQ-1 Predator war im Jahr 1995 die erste Drohne, die bei der US-Luftwaffe zum Einsatz kam.

Hersteller: General Atomics Aeronautical Systems
Stückpreis: rund 4.5 Millionen Dollar
Bewaffnung: zwei Luft-Boden-Raketen AGM-114 Hellfire
Maße: 8,23 m lang, 14,84 m Flügelspannweite
Reichweite: 3704 km
Flughöhe: max. 7620 m
Steuerung: Fernsteuerung durch einen Piloten

MQ-9 Reaper

RQ-7 Shadow 200

RQ-4 Global Hawk / Euro Hawk





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