Damadola - Die pakistanische Armee verkündet einen weiteren Schlag gegen Extremisten. Nach eigenen Angaben hat das Militär einen Unterschlupf von Taliban-Rebellen und Kämpfern des Terrornetzwerks al-Qaida ausgehoben und unter ihre Kontrolle gebracht. Die Aufständischen hatten sich demnach in mehr als 150 Höhlen in der Bergregion Damadola im Stammesgebiet Bajaur an der Grenze zu Afghanistan versteckt.
Bei den Kämpfen wurden insgesamt 75 Rebellen getötet. 76 weitere wurden festgenommen und mehr als 360 wurden gezwungen, sich zu ergeben.
Der Norden Pakistans gilt als Rückzugsgebiet von Taliban und Qaida-Aktivisten. Die Streitkräfte hatten bereits vor einem Jahr nach einer mehrmonatigen Offensive den Sieg in Bajaur verkündet, waren dann allerdings Anfang 2010 erneut dort eingerückt, um noch verbliebene Extremisten zu vertreiben. Seit 2008 wurden den Angaben zufolge insgesamt 2200 Aufständische und 149 Soldaten in Bajaur getötet.
Seit Beginn der Offensive ist es aber immer wieder zu Terroranschlägen, auch gegen die Zivilbevölkerung, gekommen. Diese Angriffe werten die Behörden als Vergeltungsakte der Taliban.
Pakistan plant zudem für nächste Woche eine neue militärische Offensive gegen eine weitere Taliban-Hochburg in den unruhigen Stammesgebieten. Ziel des Einsatzes solle die Region Orakzai sein, sagte ein Offizier der paramilitärischen Grenztruppen am Dienstag. Dort sollen sich schätzungsweise tausend Taliban und mit ihnen verbündete Qaida-Terroristen verschanzt halten.
Schon vor Wochen hatte die Regierung in Islamabad angekündigt, ihre militärische Großoffensive gegen die Extremistenhochburg Südwaziristan sei ebenfalls erfolgreich gewesen. Von dort waren Tausende Aufständische vor den Soldaten in angrenzende Bezirke geflüchtet, darunter nach Orakzai. Zehntausende Bewohner flohen ebenfalls vor den Kämpfen.
15 Taliban-Kommandeure verhaftet
Pakistanische Sicherheitskräfte haben in den vergangenen Wochen insgesamt 15 Kommandeure verhaftet, davon allein sieben aus der sogenannten Quetta-Schura, dem Führungsgremium der Taliban, wie es aus Nato-Kreisen heißt. Auch Mullah Abdul Salam, der Schattengouverneur der Taliban in Kunduz und der größte Gegner der dort stationierten Bundeswehr, sitzt inzwischen in pakistanischer Haft.
Am Montag hatte Pakistans Armee nach eigenen Angaben bei einem Feuergefecht im Swat-Tal einen wichtigen Anführer der pakistanischen Taliban getötet. Die Regierung in Islamabad hatte ein Kopfgeld von umgerechnet mehr als 80.000 Euro auf den Top-Talib ausgesetzt.
Eines ist gewiss: Niemand, der auf Seiten der Terroristen steht, ist derzeit sicher. Beunruhigen dürfte das die Taliban deshalb, weil sie aus ihren Aufenthaltsorten bislang kein allzu großes Geheimnis gemacht hatten. Ihre Adressen, Telefonnummern und Autokennzeichen in Pakistan waren den Sicherheitskräften bekannt.
kgp/AFP/dpa/Reuters
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Wenn das ganze wirklich so reibungslos verläuft, wie es sich scheinbar darstellt, dann Respekt. So eine Effizienz hätte ich der pakistanischen Armee nicht zugetraut. mehr...
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