ThemaUkraineRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
03.03.2010
 

Ukraine

Regierungschefin Timoschenko muss zurücktreten

Ukrainische Regierungschefin Timoschenko: Parlament stürzt die bekannte PolitikerinZur Großansicht
dpa

Ukrainische Regierungschefin Timoschenko: Parlament stürzt die bekannte Politikerin

Erneute Niederlage für Julija Timoschenko: Das ukrainische Parlament hat der Ministerpräsidentin das Vertrauen entzogen. Anfang Februar hatte sie die Präsidentenwahl verloren. Sie muss nach einem langen Machtkampf nun als Regierungschefin abtreten.

Kiew - Julija Timoschenko war eine Ikone der Orange Revolution, sie hat sich selbst gern zur Hoffnungsträgerin stilisiert. Nun aber muss sie als Regierungschefin der Ukraine abtreten - und damit eine weitere bittere Niederlage hinnehmen.

Die Ministerpräsidentin verlor am Mittwoch eine Vertrauensabstimmung im Parlament in Kiew. Die Abgeordneten sprachen der 49-Jährigen mehrheitlich das Misstrauen aus. Für das Votum stimmten 243 der 450 Abgeordneten, teilte Parlamentspräsident Wolodimir Litwin mit. Laut der ukrainischen Verfassung muss die Regierung nun zurücktreten. Am Dienstag war die Regierungskoalition zerbrochen.

Mit dem Rückzug von Timoschenko kann der neue Präsident Wiktor Janukowitsch offiziell den Prozess zur Bestimmung eines neuen Regierungsbündnisses in Gang setzen. Es wird erwartet, dass er nun einen neuen Regierungschef vorschlagen wird. Allerdings befürchten Beobachter, dass sich das Verfahren Wochen, wenn nicht gar Monate hinziehen dürfte.

Timoschenko hatte kurz vor der Abstimmung im Parlament am Mittwoch eine kommissarische Weiterführung der Regierungsgeschäfte strikt abgelehnt. In ihrer Rede vor den Abgeordneten bezeichnete sie Janukowitsch als "Bedrohung" für die Unabhängigkeit der Ukraine und ihre "territoriale Integrität", für "unsere Demokratie und die Pressefreiheit". Sie werde sich mit ihrem Kabinett sofort in die Opposition begeben, wenn das Misstrauensvotum Erfolg haben sollte, sagte sie vor dem Votum der Parlamentarier. Es ist üblich, dass Timoschenko geschäftsführend im Amt bleiben würde, bis das neue Kabinett steht. Nun droht dem Land ein längeres Machtvakuum.


Janukowitsch hatte am 7. Februar die Präsidentenwahl mit einem Vorsprung von 3,5 Prozentpunkten gewonnen, er wurde vergangene Woche vereidigt. Internationale Beobachter bezeichneten den Urnengang als frei und transparent. Timoschenko hatte ihrem Rivalen jedoch Wahlbetrug vorgeworfen und einen Rücktritt zunächst ausgeschlossen. Sie zog ihre Klage später zurück.

Mit dem Misstrauensvotum gegen Timoschenko endet die Regierung der Kräfte der pro-westlichen Orange Revolution, die 2004 einen demokratischen Wandel in der Ukraine eingeleitet hatte.

kgp/AFP/apn/dpa

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 12 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
05.03.2010 von Pontifex: Medienkritiker

Ja die ist schon eine hübsche Schnecke. Soros wird schon noch ein wenig Geld für sie übrig haben,damit sie ihre Haarfärbemittel auch weiterhin bezahlen kann. Als Zuverdienst kann sie auch wieder ihre Videothek aufmachen. mehr...

05.03.2010 von ---SiD: Teil 2

Wer an der Spaltung der Ukraine arbeitet möchte ich jetzt nicht weiter ausdiskutieren, nur mal soviel: die letzte "demokratische" Regierung hat alles daran gesetzt die russische Sprache, die ja von einem nicht geringem [...] mehr...

05.03.2010 von ---SiD: Ihr Urteil

Ich bin in der Ukraine geboren, ich hoffe dass man mit mir doch diskutieren kann. Ich komme aus Charkow (heute ukrainisch Charkiw). Meine Muttersprache ist russisch, ich lernte aber in der Schule auch ukrainisch. Um auf [...] mehr...

04.03.2010 von famulus: Sysiphus

Ich glaube, dass Sie noch nie in der Ukraine waren bzw. noch nie mit Ukrainern gesprochen haben. Deshalb haben Sie eine voreingenommene "Bauch"einstellung, wie sich in Ihren Behauptungen und Theorien ersehen lässt. Ich [...] mehr...

03.03.2010 von Minnor: ???

...eher als Hitlers Deutschland und Österreich, dieser Vergleich scheint mir weitaus realistischer zu sein. Und wofür wollen Sie mit Ihrem Exkurs in die Geschicht plädieren? Dass man der alte Rus wiederherstellen soll? Warum [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Ausland
alles zum Thema Ukraine

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP