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03.03.2010
 

Erdbeben

Chiles Präsidentin verteidigt ihr Krisenmanagement

Chile nach dem Beben: Kritik am Krisenmanagement
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AFP

Fast 800 Tote beklagt Chile nach dem verheerenden Erdbeben. Nach der Katastrophe kam für viele die Hilfe zu schleppend - sie kritisieren das Vorgehen der Regierung. Die bislang sehr beliebte Präsidentin Michelle Bachelet wehrt sich nun gegen die Vorwürfe.

Santiago de Chile/Concepción - Die Hilfe nach dem verheerenden Erdbeben vom Samstag sei zu langsam und zu schwach gewesen: So lautete die Kritik an Chiles scheidender Präsidentin Michelle Bachelet. Nun hat sich die Politikerin gegen die Vorwürfe verteidigt. "Die Leute werden immer denken, dass wir mehr hätten machen können", sagte sie.

Zeitungen und viele Bürger kritisierten Bachelets Regierung: Das Militär sei zu spät in Marsch gesetzt worden, um Plünderungen und Raubüberfälle zu verhindern. Dutzende Menschen starben bei Schießereien zwischen Plünderern und Sicherheitskräften. Zudem hatte die Marine es versäumt, eindeutig vor dem kommenden Tsunami zu warnen.

Doch es gibt auch Lob für die bislang sehr beliebte Präsidentin Bachelet. Obwohl es einige Anfangsschwierigkeiten bei der Versorgung der Opfer gegeben hatte, hoben die Vereinten Nationen und auch US-Außenministerin Hillary Clinton die Maßnahmen der chilenischen Regierung angesichts einer der schlimmsten Naturkatastrophen in der Geschichte des Landes hervor. Clinton lobte bei einem Kurzbesuch in Santiago die Leistungen Bachelets. "Sie und ihre Regierung haben große Führungsqualitäten bewiesen, und wir bewundern den Mut des chilenischen Volkes", sagte sie.

Das Erdbeben hat ein Land im politischen Umbruch getroffen. Am 11. März übernimmt der neue Präsident Sebastián Piñera das Amt. Nach 20 Jahren regiert erstmals nicht mehr eine Mitte-Links-Koalition, sondern mit Piñera ein konservatives Bündnis. "Dieses Unglück stellt uns auf die Probe", schrieb die Zeitung "La Tercera", es sei eine Herausforderung für die Einheit des Landes. Das Blatt "El Mercurio" rief Piñera dazu auf, der Bevölkerung neue Hoffnung zu geben.

Straßensperren und Luftbrücke

Vier Tage nach dem schweren Beben hat sich die Situation in den Katastrophengebieten stabilisiert. "Die Lage ist unter Kontrolle", sagte Bachelet. Dank starker Militärpräsenz und 18-stündigen Ausgangssperren von abends 18.00 Uhr bis 12.00 Uhr am folgenden Mittag kam es nach offiziellen Angaben zu keinen weiteren Plünderungen oder Raubüberfällen mehr wie in den ersten Tagen nach dem Beben der Stärke 8,8.

Das Militär setzte im Kampf gegen Banden gepanzerte Fahrzeuge ein und errichtete Straßensperren. "Wir wissen, dass kleine Gruppen sich zu kriminellen Aktionen hinreißen lassen und der Bevölkerung schweren Schaden zufügen", sagte die Präsidentin. "Aber wir werden dies nicht tolerieren." Doch das Ausmaß und die Art der Plünderungen nach der Katastrophe scheinen das Selbstbewusstsein und die Moral der wirtschaftlich erfolgreichen Republik erschüttert zu haben.

Die Soldaten errichteten zudem eine Luftbrücke in die zerstörten Regionen Maule und Biobío. 50 Maschinen brachten erstmals seit dem Beben vom Samstag Lebensmittel und Medikamente zu den etwa zwei Millionen Betroffenen. Auch Marineschiffe waren im Einsatz, um Güter in die Küstenorte zu bringen, die von einem Tsunami stark zerstörten wurden.

An Infrastruktur und Gebäuden entstanden Milliardenschäden. Nach Angaben von Bauministerin Patricia Poblete wurden etwa 1,5 Millionen Wohnungen beschädigt, 500.000 davon schwer. Die solide Bauweise in dem Land, das oft von Erdbeben getroffen wird, sorgte dafür, dass viele Gebäude nicht zusammenstürzten. Einige beschädigte Gebäude müssen jedoch wegen struktureller Schäden abgerissen werden. Viele Eigentümer gerade von Neubauten forderten Entschädigungen von Baufirmen.

Bei einem der heftigsten je registrierten Beben kamen nach vorläufigen Angaben mindestens 799 Menschen ums Leben. Zudem wurden noch Hunderte Menschen vermisst. Die Zahl der Verletzten war unklar.

kgp/dpa/apn

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Vor der Küste Ecuadors 31.01.1906 8,8
Rat Islands, Alaska 04.02.1965 8,7
Nordsumatra 28.03.2005 8,6
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