Athen - Mit einer Welle von Streiks protestieren die Griechen gegen das Sparpaket der Regierung. Im Zentrum der Hauptstadt Athen gingen Tausende Menschen auf die Straße. Bei den Protesten kam es auch zu schweren Zusammenstößen. Mindestens fünf Menschen wurden verletzt.
Nach einer zunächst friedlich verlaufenen Kundgebung vor dem Gebäude setzte die Polizei Schlagstöcke und Tränengas ein, um Demonstranten und linke Parlamentsabgeordnete daran zu hindern, ein Transparent an dem Parlamentsgebäude in Athen anzubringen mit dem Spruch "Gleich was - Der Mensch hat immer Vorrang", berichtete das Fernsehen.
Andere Demonstranten schlugen den Präsidenten der Gewerkschaft des Privatsektors, Giannis Panagopoulos, zusammen. Die Jugendlichen attackierten den Mann, als er eine Rede gegen den Sparkurs der Regierung hielt. Sie warfen ihm vor, die "Sache der Arbeiterbewegung" verraten zu haben. Panagopoulos steht den regierenden Sozialisten nahe. Er musste ins Krankenhaus gebracht werden.
Die Streiks haben den Verkehr in Athen am Freitag weitgehend lahmgelegt. Sämtliche Busse sowie die Bahn fuhren seit 5 Uhr Ortszeit für 24 Stunden nicht mehr. Um die Mittagszeit wollten auch die Fluglotsen für vier Stunden streiken. Die Arbeitskämpfe richten sich gegen die Sparmaßnahmen der Regierung des hochverschuldeten Landes.
Gemeinsam mit der kommunistischen Gewerkschaft Pame hatten die Arbeitnehmervertreter auch zu Protestkundgebungen vor dem Parlament aufgerufen. Dort sollten die Abgeordneten im Laufe des Tages über den Sparplan der Regierung beraten. Mit Einsparungen und Steuererhöhungen im Gesamtumfang von 4,8 Milliarden Euro soll das Vertrauen der internationalen Finanzmärkte zurückgewonnen und das Land vor dem Staatsbankrott bewahrt werden.
Viele Bürger sind erbost. Beamte und andere Staatsbedienstete wollten am Freitagmittag für drei Stunden die Arbeit niederlegen und im Zentrum Athens gegen das neue Sparprogramm der griechischen Regierung demonstrieren. Ärzte in staatlichen Krankenhäusern behandelten nur Notfälle und auch viele Lehrer gingen nicht zur Arbeit. Journalisten des Staatsradios und des Fernsehens sowie der staatlichen Nachrichtenagentur legten die Arbeit für 24 Stunden nieder.
Der öffentlich-rechtliche Fernsehsender Net zeigte am Freitag keine Nachrichtensendungen, auch bei der Nachrichtenagentur Ana legten Journalisten die Arbeit nieder. Sämtliche Pressebüros der Verwaltung blieben geschlossen. Auch Schulen dürften von den Streiks betroffen sein, da die Vertretungen der Lehrer sowie der Polizisten, die von den geplanten Einschnitten maßgeblich betroffen sind, ebenfalls zu Streiks aufgerufen hatten.
"Es gibt einfach kein Geld"
Doch trotz dieser Proteste schöpfen mehr und mehr Griechen Hoffnung - sie sind zu Opfern für das Gemeinwohl bereit. Ihre Hoffnung hat einen Namen: Georgios Papandreou, 57, im Oktober neu gewählter Premier und oberster Krisenmanager, der mit bemerkenswerter Klarheit und Zielstrebigkeit an die Komplettsanierung seines Landes geht. Er wird nicht müde zu sagen, er habe zwar Verständnis für die Proteste, es gebe aber einfach "kein Geld".
Am Freitagabend will sich Papandreou in Berlin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) treffen. Merkel hatte deutlich gemacht, dass es bei dem Treffen nicht um mögliche Hilfszusagen geht. Papandreou will der Kanzlerin erläutern, wie er mit einem Milliarden-Sparpaket die Staatsverschuldung drastisch reduzieren will.
kgp/dpa/AFP
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Wenn man zur deutschen Geld-Elite zählt, braucht man keine Wahrnehmungsstörungen haben, da kann man einfach in Saus und Braus dahinleben. mehr...
Das mag sein, dass der Gipfel des Wohlstandes überschritten wurde. Im kalten Krieg gabs auch noch Frontzulage. Allerdings war auch klar, das mit der EU die Armen reicher und die Reichen ärmer werden, weil die Lebensverhältnisse [...] mehr...
Nein eben nicht. Das höchste Niveau hatten wir bevor Schröder und Merkel den deutschen Wohlstand mit Steuersenkungen, Privatisierungen und Sozialabbau verheizten. Jetzt haben wir nur noch das höchste Schuldeniveau und das [...] mehr...
Jammern auf höchstem Niveau. mehr...
Haben nicht eher die Deutschen ihren Untergang beschleunigt - durch Nicht-Streiks? Wir haben es Schröder, Merkel & Co. durchgehen lassen, die Sozialsysteme zu schleifen, in 12 Jahren die Staatsverschuldung um 50% zu [...] mehr...
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