Hamburg - George W. Bush ist zurück. Zumindest auf einem Schild an einer US-Autobahn. Fröhlich winkt er von einer riesigen Werbetafel neben der Interstate 35 in Minnesota. Daneben steht: "Miss Me Yet?", zu Deutsch: "Vermisst ihr mich schon?" Das klingt für viele wie ein Witz. Doch in den USA melden sich bereits Kommentatoren zu Wort, die glauben, dass Bush mit der vernichtenden Kritik an seiner Präsidentschaft Unrecht getan wurde.
Seit einigen Wochen kursiert das Bild von der Bush-Werbetafel in diversen Blogs und wird dort leidenschaftlich besprochen. Auch Professor Stanley Fish von der Florida International University in Miami nahm sich in einem Kommentar für die "New York Times" des Themas an. Seine provokante These: Weil die Unzufriedenheit über Barack Obama wächst, gibt es immer mehr Signale für eine Rehabilitierung von Bush.
Für Fish keine Überraschung, sondern nur eine Bestätigung dessen, was er sowieso schon wusste: Denn noch bevor Bush das Weiße Haus verlassen musste, prophezeite Fish, dass die Menschen sich noch gerne an den Präsidenten erinnern werden. Das Werbeschild sieht der Professor nur als eines der vielen Zeichen für das Comeback von Bush.
Als weiteren Beleg präsentierte er einen Artikel im Magazin "Newsweek". Darin kommen die Autoren angesichts der Wahlen im Irak zu dem Schluss, dass es dort Anzeichen für eine Demokratisierung gebe. Das sei immerhin ein Anfang. Vor einiger Zeit hatte Bush noch Prügel einstecken müssen, nachdem er sich nach militärischen Erfolgen im Irak 2003 auf einem US-Flugzeugträger unter einem Banner mit der Aufschrift "Mission Accomplished" (Auftrag ausgeführt) ablichten ließ.
Bei Rechten und Linken in den USA mache sich der Verdacht breit, dass Obamas Slogan "Change" weniger verheiße als das Bush-Motto "Mission Accomplished", meint Fish. Denn Obamas Gesundheitsreform liege auf Eis, in Guantanamo werden immer noch Menschen gefangen gehalten und Banken könnten auch nach der Finanzkrise weitermachen wie davor.
"Bush wird nicht als Witzfigur in die Geschichte eingehen"
Der Professor deckt gnädig den Mantel des Schweigens über die Tatsache, dass die Amerikaner die Mission von George W. Bush zum Ende seiner Amtszeit offenbar nicht erfüllt sahen. Denn in seinen letzten Monaten im Weißen Haus hatte Bush nur noch die Zustimmung von 19 bis 20 Prozent der US-Bürger. Mehr als vier von fünf Amerikanern glaubten Ende 2008, die Nation sei "auf einem falschen Weg". Wohl selten zuvor wurde ein US-Präsident schlechter beurteilt als Bush.
Das historische Urteil über Bush werde sehr viel differenzierter ausfallen, als sich seine ärgsten Kritiker jetzt vorstellen können, hält Fish dagegen. Bush werde zwar nicht die Liste der besten Präsidenten anführen, aber er werde auch nicht als die Witzfigur in Erinnerung bleiben, zu der er noch vor einem Jahr gemacht worden sei.
Allerdings hatte Bush auch selbst in Wort und Tat zu seinem Ruf als Witzfigur beigetragen. So nannte er den spanischen Ministerpräsidenten Aznar in einem Fernsehinterview Anzar. Ein anderes Mal sprach er von "Austrians" (Österreichern), als es um Australier ging.
Und Bundeskanzlerin Angela Merkel traktierte er beim G-8-Gipfel 2008 mit einer Nackenmassage.Kein Wunder, dass der Ex-Präsident die Nation noch immer bewegt. Das zeigen die Leserkommentare, die Fish für seinen Kommentar erntete. Bush-Befürworter und Gegner lieferten sich eine Meinungsschlacht. "Sogar die schlechtesten Präsidenten haben ein besseres Image, wenn sie erst mal nicht mehr im Amt sind", schrieb ein Kritiker. "Ich rechne Bush eine Sache hoch an - er hat sich seit seinem Abgang aus dem Scheinwerferlicht zurückgezogen."
Ein anderer Leser dagegen stimmt Fish zu. Wenn der Irak erst einmal eine stabile Demokratie habe, werde auch Bushs Präsidentschaft in einem anderen Licht erscheinen.
Geschäftsleute ließen die Bush-Tafel aufstellen
Viele Blogger interessiert aber viel weniger die politische Diskussion, als die Frage, wer denn die Bush-Werbetafel aufstellen ließ. Ein Radiosender machte die Firma ausfindig, die das Schild vermietet. Geschäftsleute hätten sich aus Verärgerung über Obama zu der Aktion entschlossen, sagte eine Mitarbeiterin der Firma. Die Gruppe wolle aber lieber anonym bleiben.
Der Ex-Präsident lebt inzwischen recht zurückgezogen in Texas. Spätestens wenn er seine angekündigten Memoiren veröffentlicht, dürfte er wieder im Rampenlicht stehen. Und auch seine Frau hat für dieses Jahr ein Buch angekündigt und will die acht Jahre mit ihrem Mann im Weißen Haus aus ihrer Sicht schildern.
mmq
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Oh, noch ein Nachtrag. Ich habe niemals Probleme damit, Menschen sterben zu lassen, wenn es der zukünftigen Entwicklung nützt. Das ist immer passiert in der Geschichte und wird immer passieren. Ob der Irak sich aber zum [...] mehr...
Bei einem Land, in dem man eine Flasche Wein nur in deiner Papiertüte über die Straße tragen darf und das in vielen Belangen seine Bürger mit moralischen Vorschriften traktiert, die sich oft aus eigentümlich diffus-religiösen [...] mehr...
IhrArgument kann man auch sehr leicht umdrehen : Sie selbst demonstrieren hier eine Einseitigkeit, die Sie dem Foristen vorwerfen. Verallgemeinerungen sind kein Beweis für echtes Wissen über die USA. Alles hat zwei Seiten. Bei [...] mehr...
Noch ist es etwas zu frueh, aber in einigen Jahren wird die Welt wohl erkennen, dass Bush der einzige oder einer der wenigen Staatsmaenner war, der erkannt hat, welche Gefahren von Radikalen noch auf uns zukommen. Fuer Europa [...] mehr...
CNN und MSNBC haben zusammen ca. 20% Zuschauer/Leserraten. Unter Clinton war CNN auch als Clinton News Network bekannt. Schauen Sie sich doch mal die Umfragen auf Rasmussen an? [...] mehr...
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